An der Nibelungenallee wird das Gaspedal oft durchgetreten. Auch nachts. Ob Tempo 30 oder Tempo 50 gilt, juckt offenbar nur die Wenigsten.
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An der Nibelungenallee wird das Gaspedal oft durchgetreten. Auch nachts. Ob Tempo 30 oder Tempo 50 gilt, juckt offenbar nur die Wenigsten.

Anwohner über Verkehrslärm in Frankfurt einig

Tempo 30 in der Nacht macht's nicht leiser

Frankfurt - Eineinhalb Jahre sollten die Tempo-30-Schilder Autofahrer des Nachts an einigen Hauptverkehrsadern in Frankfurt bremsen. Der EXTRA TIPP hat sich bei den Anwohnern umgehört. Das Urteil ist vernichtend. Von Christian Reinartz

Zugegeben: Das Verkehrsaufkommen, etwa an der Frankfurter Nibelungenallee, ist massiv. Und auch in der Nacht wird auf der mehrspurigen Straße seit jeher viel zu oft das Gaspedal durchgetreten. Vor eineinhalb Jahren startete die Stadt dann einen Testlauf und machte bestimmte Bereiche der Stadt des Nachts kurzerhand zur Tempo-30-

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Zone. Neben der Nibelungenallee gehören auch noch die Eschersheimer Landstraße, die nördliche Mainuferstraße und die Lange Straße dazu. Die einen Politiker fanden die Idee von Anfang an gut, andere hingegen bezeichnen den Vorstoß als unsinnigen Aktionismus, der eher für mehr Lärm sorgt, als ihn einzudämmen. 

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat nun gesagt, dass er die Entscheidung darüber der Stadt überlässt. Nun soll im Parlament intensiv beraten werden. Doch was sagen überhaupt die Anwohner dazu? Der EXTRA TIPP hat vor Ort nachgefragt. „Es ist hier nicht leiser geworden“, sagt etwa Cornel Ciobanu. Er wohnt an der Nibelungenallee, kennt den ständigen Lärmpegel. Er ist sicher: „Ob Tempo 50 oder 30 ist egal. Die fahren eh alle schneller.“ Auch Thomas Süsser hält die Tempo-30-Drosselung für unsinnig. „Ich wohne seit 24 Jahren hier. Das Problem sind nicht die Autos, sondern Motorräder und Lkw.“ Er ist überzeugt: „Ich höre keinen Unterschied. Ob da jetzt Tempo 30 oder 50 gilt. Der Pegel ist derselbe.“ Besonders schlimm sei die Belastung im Sommer. „Deswegen schlafe ich auch immer mit geschlossenem Fenster. 

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Zweite Generation: 1987 brachte Audi die Zweitauflage des 90 auf den Markt, unter anderem mit einem Fünfzylinder, der 125 kW/170 PS leistete. © Audi AG
Sportlicher Kombi: Den 3er Touring bot BMW mit teils kräftigen Triebwerken und sogar mit Allrad an.
Sportlicher Kombi: Den 3er Touring bot BMW mit teils kräftigen Triebwerken und sogar mit Allrad an. © BMW AG
Alle Zwölfe: Die Baureihe E32 lancierte BMW zwar bereits im Vorjahr, doch erst 1987 bot sich dem solventen Kunden im 750i ein Zwölfzylinder mit fünf Litern Hubraum und 220 kW/299 PS PS.
Alle Zwölfe: Die Baureihe E32 lancierte BMW zwar bereits im Vorjahr, doch erst 1987 bot sich dem solventen Kunden im 750i ein Zwölfzylinder mit fünf Litern Hubraum und 220 kW/299 PS PS. © BMW AG
F40-Familientreffen: Der letzte noch unter Firmengründer Enzo Ferrari entstandene Sportwagen setzte 1987 Maßstäbe und kostet heute fast eine Million Euro.
F40-Familientreffen: Der letzte noch unter Firmengründer Enzo Ferrari entstandene Sportwagen setzte 1987 Maßstäbe und kostet heute fast eine Million Euro. © Grahame Ashmore
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Für Turnierspieler: In zweiter Generation bringt Ford den Sierra 1987 an den Start, der Kombi heißt weiterhin traditionell Turnier. © Ford
Japanischer Herbst: Ende 1987 kam die dritte Auflage des Mazda-Flaggschiffs 626 erstmals zu den deutschen Kunden.
Japanischer Herbst: Ende 1987 kam die dritte Auflage des Mazda-Flaggschiffs 626 erstmals zu den deutschen Kunden. © Mazda
Elegante Mittelklasse: Coupé der später in E-Klasse umbenannten 124er Baureihe von Mercedes.
Elegante Mittelklasse: Coupé der später in E-Klasse umbenannten 124er Baureihe von Mercedes. © Daimler AG
Elegante Linie: Die bis zu 116 kW/158 PS starken Motoren des windschlüpfrigen Peugeot 405 gelten als durchaus langlebig.
Elegante Linie: Die bis zu 116 kW/158 PS starken Motoren des windschlüpfrigen Peugeot 405 gelten als durchaus langlebig. © Peugeot
Der Über-Elfer: Laut Porsche liefen lediglich 292 Stück des 959 vom Band. Auf Basis des 911 ursprünglich für den Rennsport entwickelt, sorgten 331 kW/450 PS für eine Spitze von über 300 km/h.
Der Über-Elfer: Laut Porsche liefen lediglich 292 Stück des 959 vom Band. Auf Basis des 911 ursprünglich für den Rennsport entwickelt, sorgten 331 kW/450 PS für eine Spitze von über 300 km/h. © Porsche AG
Turbo-Express: Dank aufgeladenem Zwei-Liter-Einspritzmotor konnte der Renault R21 Turbo auf 129 kW/175 PS zurückgreifen und bis zu 227 km/h schnell werden.
Turbo-Express: Dank aufgeladenem Zwei-Liter-Einspritzmotor konnte der Renault R21 Turbo auf 129 kW/175 PS zurückgreifen und bis zu 227 km/h schnell werden. © Renault

Anders geht das nicht mehr.“ Besonders bezeichnend: Fast die Hälfte der befragten Anwohner wusste gar nicht, dass es überhaupt einen Testlauf gab, hatten demnach auch keine Lärmreduzierung bemerkt. Bestätigt wird das durch einen, der den Unmut über den Verkehrslärm an Frankfurts Hauptverkehrsadern, fast täglich zu spüren bekommt. Er ist Postbote. Sein Revier liegt direkt an einer der betroffenen Straßen. Bei ihm machen viele Lärmopfer ihrem Ärger Luft. 

Namentlich genannt werden will er nicht, aus Angst vor Ärger mit seinen Vorgesetzten. Er sagt: „Ich bin hier seit 15 Jahren unterwegs und ich höre von den Anwohnern nichts Positives zum Thema ,Tempo 30 in der Nacht’“ Viele seien deswegen frustriert. „Das funktioniert einfach nicht. Da stehen zwar die Schilder, aber trotzdem fahren alle mindestens 50. Keiner kontrolliert das.“ 

Selbst eine strikte Befürworterin der Tempo-30-Regelung und überzeugte Nutzerin der Öffentlichen Verkehrsmittel, muss auf Nachfrage zugeben: „Es ist an sich eine gute Sache, die ich unterstütze. Aber ich habe nicht gemerkt, dass es etwas bringt.“ Inge Goldschalt ist mit ihrer Tochter auf der Nibelungenallee unterwegs und geht noch weiter: „Ich glaube, dass die Autos bei Tempo 30 doch noch lauter brummen, als bei 50. Und man sollte auch bedenken: Wenn die Autos schneller vorbeifahren, ist der Lärm auch schneller vorbei.“

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Zweite Generation: 1987 brachte Audi die Zweitauflage des 90 auf den Markt, unter anderem mit einem Fünfzylinder, der 125 kW/170 PS leistete. © Audi AG
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Sportlicher Kombi: Den 3er Touring bot BMW mit teils kräftigen Triebwerken und sogar mit Allrad an. © BMW AG
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Alle Zwölfe: Die Baureihe E32 lancierte BMW zwar bereits im Vorjahr, doch erst 1987 bot sich dem solventen Kunden im 750i ein Zwölfzylinder mit fünf Litern Hubraum und 220 kW/299 PS PS. © BMW AG
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F40-Familientreffen: Der letzte noch unter Firmengründer Enzo Ferrari entstandene Sportwagen setzte 1987 Maßstäbe und kostet heute fast eine Million Euro. © Grahame Ashmore
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Für Turnierspieler: In zweiter Generation bringt Ford den Sierra 1987 an den Start, der Kombi heißt weiterhin traditionell Turnier. © Ford
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Japanischer Herbst: Ende 1987 kam die dritte Auflage des Mazda-Flaggschiffs 626 erstmals zu den deutschen Kunden. © Mazda
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Elegante Mittelklasse: Coupé der später in E-Klasse umbenannten 124er Baureihe von Mercedes. © Daimler AG
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Turbo-Express: Dank aufgeladenem Zwei-Liter-Einspritzmotor konnte der Renault R21 Turbo auf 129 kW/175 PS zurückgreifen und bis zu 227 km/h schnell werden. © Renault

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