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Versuchter Mord in Friedrichsdorf?

Blutige Familien-Fehde: Mann bestreitet Tötungsabsicht

Frankfurt/Friedrichsdorf - Eine brutale Auseinandersetzung unter Familienangehörigen steht seit Mittwoch im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Landgericht Frankfurt. Auf der Anklagebank sitzt ein 43 Jahre alter Mann. Ihm wird versuchter Mord „aus niedrigen Beweggründen“ vorgeworfen.

Er soll im September vergangenen Jahres den Ehemann seiner Schwägerin in der Ostpreußenstraße mit einem Messer angegriffen haben. Das damals 39 Jahre alte Opfer erlitt mehrere Stichwunden. und kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus. Bei der Tat soll der Angeklagte auch Todesdrohungen geäußert haben. 

Bereits eine halbe Stunde vor der Tat hatte der Beschuldigte selbst die Polizei gerufen, nachdem er gesehen hatte, wie die Familie seiner Frau Möbel aus der gemeinsamen Wohnung trug. Nach einem Gespräch mit allen Beteiligten konnten die Beamten keine Straftaten feststellen und der Beschuldigte verließ vorerst freiwillig die Wohnräume. Wenig später kam es dann zum fatalen Streit. 

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Am ersten Prozesstag stritt der Angeklagte jede Tötungsabsicht ab. Er habe sich mit dem Messer nur zur Wehr setzen wollen, nachdem sein Kontrahent gegen ihn gewalttätig geworden sei. Hintergrund der Bluttat war laut Anklage, dass das Opfer der Ehefrau des Angeklagten beim Auszug aus der gemeinsamen Wohnung geholfen hatte. Zwischen den Ehepartnern soll es immer wieder Gewalttätigkeiten gegeben haben, die mit dem Auszug der Frau aus der Wohnung in Friedrichsdorf endeten.

Das Opfer bezeichnete den Angeklagten am Mittwoch vor Gericht als aggressiv und gefährlich. Er habe seine Ehefrau als sein „Eigentum“ angesehen, mit der er tun und lassen könne was er wolle. Die Strafkammer hat für das Verfahren noch fünf weitere Verhandlungstage bis Mitte Juli anberaumt.

Auch in Frankfurt kam kürzlich ein Messer zum Einsatz. Pöbelnde Randalierer hatten erst Passanten beleidigt und dann plötzlich einen Mann attackiertdpa/lhe

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In Gewaltkonflikten richtig verhalten

Unerwünschter Körperkontakt: Die Entscheidung, wie man sich in einer bedrohlichen Situation verhält, muss häufig innerhalb von Sekunden fallen. Foto: Florian Schuh
Unerwünschter Körperkontakt: Die Entscheidung, wie man sich in einer bedrohlichen Situation verhält, muss häufig innerhalb von Sekunden fallen. Foto: Florian Schuh © Florian Schuh
Freundlich bleiben und die brenzlige Situation souverän verlassen - Betroffene sollten sich keinesfalls auf das Drehbuch des Täters einlassen. Foto: Florian Schuh
Freundlich bleiben und die brenzlige Situation souverän verlassen - Betroffene sollten sich keinesfalls auf das Drehbuch des Täters einlassen. Foto: Florian Schuh © Florian Schuh
Christian Zorn leitet das Anti-Gewalt-Training in Berlin. Bei ihm lernen Interessierte, wie sich brenzlige Situationen entschärfen lassen. Foto: Florian Schuh
Christian Zorn leitet das Anti-Gewalt-Training in Berlin. Bei ihm lernen Interessierte, wie sich brenzlige Situationen entschärfen lassen. Foto: Florian Schuh © Florian Schuh
Provokatives Rempeln: In seinem Anti-Gewalt-Kurs spielt Christian Zorn ein praktisches Beispiel durch. Foto: Florian Schuh
Provokatives Rempeln: In seinem Anti-Gewalt-Kurs spielt Christian Zorn ein praktisches Beispiel durch. Foto: Florian Schuh © Florian Schuh
Was tun in brenzligen Situationen? Ganz wichtig: Den Täter nicht provozieren und Abstand halten. Foto: Florian Schuh
Was tun in brenzligen Situationen? Ganz wichtig: Den Täter nicht provozieren und Abstand halten. Foto: Florian Schuh © Florian Schuh
Christian Zorn ist Leiter des Anti-Gewalt-Projekts des Landeskriminalamts Berlin. Foto: Florian Schuh
Christian Zorn ist Leiter des Anti-Gewalt-Projekts des Landeskriminalamts Berlin. Foto: Florian Schuh © Florian Schuh

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