Radschnellweg
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Niederlande als Vorbild

Drei Radschnellwege in Frankfurt: Das ist geplant

Frankfurt - Drei Radschnellwege sollen künftig Autofahrer im Rhein-Main-Gebiet aufs Fahrrad locken. Sie werden Darmstadt, Hanau und den Flughafen jeweils mit Frankfurt verbinden. Doch bis die ersten Radler auf die Strecke können, dauert es noch eine lange Zeit.

Am weitesten in der Planung ist die Strecke Darmstadt-Frankfurt. „Ich gehe davon aus, dass der erste Meter 2018 gebaut wird“, sagte die Erste Beigeordnete des Regionalverbands Frankfurt Rhein-Main, Birgit Simon, am Montag in Frankfurt. Der Verband rechnet für die Strecke mit grob zehn Jahren Bauzeit und rund 8,5 Millionen Euro Kosten. Das sei im Vergleich zu anderen Verkehrsprojekten sehr günstig.

Im Idealfall sind Radschnellwege vier Meter breit, so dass Radler auch nebeneinander fahren oder sich überholen können. Sie sind weitgehend ampel- und schrankenfrei. Bei den nun geplanten Schnellwegen gebe es diese Standards noch nicht durchgehend, sie könnten auch mal rund drei Meter breit sein, sagte Simon. „Nicht zu beginnen, bis man alles optimal umsetzen kann, hieße, alles um 10 bis 20 Jahre zu vertagen.“ Wichtig sei, die Radwege so anzulegen, dass sie später ausgebaut werden könnten - falls sie gut angenommen werden.

Naturschützer haben Bedenken

In Konflikt mit Naturschützern kommen die Planungen etwa im Frankfurter Stadtwald. Erwünscht ist eine Beleuchtung der Schnellwege, beispielsweise für Schüler und Berufstätige auch morgens im Winter. Doch die stört viele Tiere im Wald. Dort seien als Kompromiss dynamische Lichter möglich, die einen Weg nur jeweils am Ort des Radlers beleuchten, sagte Ineke Scapé, Beraterin aus den Niederlanden, die Vorreiter bei Radschnellwegen sind.

Für den Schnellweg Hanau-Frankfurt werde die Machbarkeitsstudie Mitte Mai ins Internet gestellt, sagte Simon. Dann könne sich jeder Bürger beteiligen und eigene Vorschläge oder Erfahrungen auf den bislang bestehenden Wegen einbringen. Der Frankfurter Flughafen will sich Radlern mit einem Schnellweg nach Frankfurt und einem Rundweg um sein gesamtes Gebiet herum erschließen. Am und im Umfeld des Flughafens arbeiten nach Angaben des Betreibers Fraport über 80.000 Menschen.

Wer bezahlt die Schnellradwege?

Finanziert werden sollen die Wege vor allem vom Land Hessen aber auch von Bund und Kommunen. Der Bund will Fahrradschnellwege in Deutschland in diesem Jahr mit 25 Millionen Euro unterstützen. Bislang gebe es unter anderem in der Region um Hannover und in Nordrhein-Westfalen bereits erste Teilstücke von Radschnellwegen, berichtete der Regionalverband Frankfurt Rhein-Main. Ganz klarer Vorreiter seien jedoch die Niederlande mit bislang 18 Radschnellwegrouten und weiteren sieben im Bau.

Die Verkehrslage ist in Frankfurt in vielerlei Hinsicht mehr als angespannt. Die Mainmetropole steht genauso wie Offenbach beispielsweise kurz vor einem Parkkollaps. dpa/lhe

Populäre Irrtümer rund ums Radfahren

Roter "Teppich" für Radler: Doch ein eigener Weg ist kein Freibrief. Fahrradfahrer müssen sich im Straßenverkehr an viele Regeln halten. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn/dpa
Roter «Teppich» für Radler: Doch ein eigener Weg ist kein Freibrief. Fahrradfahrer müssen sich im Straßenverkehr an viele Regeln halten. © Tobias Hase
Ist ein Radweg vorhanden, ist er für Radler nur verpflichtend, wenn auch das entsprechende Gebotsschild - weißes Rad auf blauem Grund - darauf hinweist. Foto: Kay Tkatzik/pd-f.de/dpa
Ist ein Radweg vorhanden, ist er für Radler nur verpflichtend, wenn auch das entsprechende Gebotsschild - weißes Rad auf blauem Grund - darauf hinweist. © Kay Tkatzik
Helme können bei Unfällen schützen, sind in Deutschland für Fahrradfahrer aber nicht vorgeschrieben. Foto: Gregor Bresser/pd-f.de/dpa
Helme können bei Unfällen schützen, sind in Deutschland für Fahrradfahrer aber nicht vorgeschrieben. © Gregor Bresser
Stopp dem Irrtum: Einige Missverständnisse und Unklarheiten rund um das Fahrradfahren halten sich hartnäckig. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn/dpa
Stopp dem Irrtum: Einige Missverständnisse und Unklarheiten rund um das Fahrradfahren halten sich hartnäckig. © Bodo Marks
Je mehr Gänge, desto besser? Das gilt heute nicht mehr generell. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn
Je mehr Gänge, desto besser? Das gilt heute nicht mehr generell. © Inga Kjer

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