Robert Kovac ließ einen Räuber nicht weit kommen.
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Robert Kovac ließ einen Räuber nicht weit kommen.

72-Jähriger in Frankfurt überfallen

Eintrachts Co-Trainer fing den Dieb: Anklage erhoben

Frankfurt - Nicht nur Fußball, auch Zivilcourage stehen bei Eintracht Frankfurts Co-Trainer hoch im Kurs: Robert Kovac schnappte Anfang Mai einen Dieb, nachdem dieser im Westend einen Rentner überfallen hatte. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Ein Sprecher des Fußball-Bundesligisten hatte den Vorfall damals bestätigt. Das 72 Jahre Opfer des Überfalls kam der Polizei zufolge direkt von einer Sparkasse, als es in der Freiherr-vom-Stein-Straße von dem 28-jährigen Dieb von hinten attackiert und zu Boden gestoßen wurde. Der Senior erlitt dabei leichte Verletzungen. In seiner Angst händigte der Rentner die gerade am Automaten abgehobenen 40 Euro aus. 

Kovac war zu diesem Zeitpunkt mit seinem Hund unterwegs und hatte die Szene beobachtet. Er rannte dem Flüchtenden hinterher und holte ihn ein. Bis zum Eintreffen der Polizei hielt Eintrachts Co-Trainer den Mann fest. „Da sieht man, dass er durchtrainiert ist“, sagte der Polizeisprecher. Der mutmaßliche Täter war erst wenige Stunden vor dem Überfall vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe wegen Diebstahls und Nötigung verurteilt, dabei aber aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

„Zivilcourage ist wichtig. Aber ich weiß natürlich nicht, ob ich immer so handeln würde“, twitterte Robert Kovac. „Das kommt immer auch auf die Situation an. Ich bin aber froh, dass es so ausgegangen ist.“ Eintrachts Co-Trainer ist für seinen Einsatz in der Zwischenzeit mit der Hessischen Medaille für Zivilcourage ausgezeichnet worden.

Am Freitag erhob die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den 28-Jährigen. Der Mann müsse sich demnächst vor dem Amtsgericht Frankfurt wegen räuberischer Erpressung und Körperverletzung verantworten, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Ein Termin zur Verhandlung steht derzeit noch nicht fest.

Im Stadion haben die Fans der Eintracht derzeit wenig Grund zur Freude. Beim letzten Spiel sind sie auf dem Guthaben ihrer Bezahlkarten sitzen geblieben. Betreiber Payment Solutions steht nämlich kurz vor der Insolvenz. red/dpa/lhe

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