Kommentar

Wahlergebnis zeigt die Arroganz der Macht

  • Axel Grysczyk
    VonAxel Grysczyk
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Um wieder erfolgreich zu sein, muss man verstehen, warum man verloren hat. Damit tun sich die Parteien in Deutschland nach der Bundestagswahl schwer. Und das könnte zum Problem werden. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Verloren haben nur die Parteien, die zuletzt in der Regierung waren. Die SPD hat für sich erkannt, dass sie in die Opposition muss, um ihr Profil wieder zu stärken. Dabei war es doch gerade die SPD, die in der abgelaufenen Legislaturperiode ihre zentralen Anliegen durchgesetzt hat. Unter anderem Rente mit 63, Mindestlohn und Mietpreisbremse waren SPD-Ideen. Immer unter dem Vorsatz, Deutschland müsse gerechter werden. 

Blöd nur, dass zumindest der Mindestlohn und die Mietpreisbremse nichts verbessert haben. Dazu kommt, dass die SPD mit ihren schon damals mickrigen 25,7 Prozent sechs Ministerposten bekommen hat. Wie kommt man da auf die Idee, davon zu reden, man sei nicht wahrgenommen worden? Und die CDU/CSU hat ein noch absurderes Wahlfazit: Man habe gar nicht verloren, sondern alle Ziele erreicht. 

Es ist genau diese Arroganz, die die Wähler satt haben. Dazu kommt, dass die letzte Regierung keine für die meisten Wähler nachvollziehbare politische Antwort auf die Flüchtlingskrise gefunden hat.Zudem fehlen Antworten auf die sich rasend verändernde Gesellschaft. Unter diesen Vorzeichen wird sich die Parteienlandschaft nicht nur weiter verändern, sondern die Kluft zwischen Politik und Wählern wird sich auch noch weiter vergrößern.

Dass Parteien jüngere Wähler nicht im Fokus haben, kritisiert Axel Grysczyk in einem anderen Kommentar.

Einfach bescheuert: So flach sind die Wahlplakate in Offenbach

„Wähl den Babo“ – Muhsin Senol vom Forum Neues Offenbach: Der Babo ist in einem Rapperlied und auf türkisch „der Boss“. Senol beteuert junge Menschen ansprechen zu wollen und hat dafür „Babo“ auserkoren, weil’s das Jugendwort 2013 war. Daher wären auch folgende Sprüche möglich: „Wählt nicht das Krampfadergeschwader und die Pommespanzer der anderen Parteien, wählt mich, den Captain Obvious“ oder „Weg mit den Hasenhirnen mit ihren Hirnblähungen, wählt den Checker!“
„Wähl den Babo“ – Muhsin Senol vom Forum Neues Offenbach: Der Babo ist in einem Rapperlied und auf türkisch „der Boss“. Senol beteuert junge Menschen ansprechen zu wollen und hat dafür „Babo“ auserkoren, weil’s das Jugendwort 2013 war. Daher wären auch folgende Sprüche möglich: „Weg mit den Hasenhirnen mit ihren Hirnblähungen, wählt den Checker!“ © Kristina Bräutigam
„Digital first. Bedenken second“ – FDP: Die FDP hatte schon immer einen Hang zur Albernheit. Für immer im Gedächtnis blieb in diesem Zusammenhang die 18-Prozent-Kampagne der Partei. „Digital first. Bedenken second“ ist nun der Höhepunkt! Dazu ein selbst verliebter Spitzenkandidat Christian Lindner, der lässig an der Wand lehnend, in sein Smartphone schaut. Wer’s zum ersten Mal sieht, glaubt an Satire oder einen Spaß des politischen Gegners. Aber nein, die FDP meint’s ernst. Selten wurden politische Inhalte so hanswurstig wie bei der FDP verkauft.
„Digital first. Bedenken second“ – FDP: Die FDP hatte schon immer einen Hang zur Albernheit. „Digital first. Bedenken second“ ist nun der Höhepunkt! Dazu ein selbst verliebter Spitzenkandidat Christian Lindner, der lässig an der Wand lehnend, in sein Smartphone schaut. Wer’s zum ersten Mal sieht, glaubt an Satire oder einen Spaß des politischen Gegners. Aber nein, die FDP meint’s ernst. Selten wurden politische Inhalte so hanswurstig wie bei der FDP verkauft. © Kristina Bräutigam
„Offenbach stärken – gemeinsam geht’s“ – Felix Schwenke (SPD) – Mit wenigen Worten viel ausdrücken – eine riesige Herausforderung. In Offenbach haben sich Felix Schwenke und die SPD entschieden davon distanziert. Ruhig mal wieder auf etwas Abgedroschenes setzen, heißt die Devise. „Gemeinsam geht’s“ – da schwingt ein bisschen „Wir schaffen das“ mit.
„Offenbach stärken – gemeinsam geht’s“ – Felix Schwenke (SPD) – Mit wenigen Worten viel ausdrücken – eine riesige Herausforderung. In Offenbach haben sich Felix Schwenke und die SPD entschieden davon distanziert. Ruhig mal wieder auf etwas Abgedroschenes setzen, heißt die Devise. „Gemeinsam geht’s“ – da schwingt ein bisschen „Wir schaffen das“ mit. © Kristina Bräutigam
Finanzkartell abschaffen – Deutsche Mitte: Angst bekommt, wer die Plakate der Partei Deutsche Mitte anschaut. Hier lauert das Böse in Form von Finanzkartellen, Pharmalobby und Kriegstreibern. Die Bildsprache ist passenderweise sehr gruselig, ein Kraken hat die Weltkugel im Griff, die Medien hängen an den Fäden eines Marionettenspielers. Gegründet wurde die Partei übrigens von Verschwörungsideologe Christoph Hörstel.
Finanzkartell abschaffen – Deutsche Mitte: Angst bekommt, wer die Plakate der Partei Deutsche Mitte anschaut. Hier lauert das Böse in Form von Finanzkartellen, Pharmalobby und Kriegstreibern. Die Bildsprache ist passenderweise sehr gruselig, ein Kraken hat die Weltkugel im Griff, die Medien hängen an den Fäden eines Marionettenspielers. Gegründet wurde die Partei übrigens von Verschwörungsideologe Christoph Hörstel. © Kristina Bräutigam
XXL – Peter Freier (CDU): Auch mit T-Shirt-Größen kann man in Offenbach Politik machen. CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Freier zeigt sich von seiner ganz privaten Seite und gibt seine eigene Preis. Vielleicht wirbt er aber auch für Kleiderspenden, denn Politikberater haben einst herausgefunden, dass nur, wer gut angezogen, auch glaubwürdig ist.
XXL – Peter Freier (CDU): Auch mit T-Shirt-Größen kann man in Offenbach Politik machen. CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Freier zeigt sich von seiner ganz privaten Seite und gibt seine eigene Preis. Vielleicht wirbt er aber auch für Kleiderspenden, denn Politikberater haben einst herausgefunden, dass nur, wer gut angezogen, auch glaubwürdig ist. © Kristina Bräutigam
„Für die Befreiung der Frau“ – MLPD: Die MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) bietet ein Potpourri politischer Forderungen. Auch die „Befreiung der Frau“ liegt den Ultralinken am Herzen. Gerade weil in Deutschland Frauen wenig Rechte haben wird der Forderung mit dem Zusatz „Konsequent“ Nachdruck verliehen. Wenn irgendwo Frauen gefangen gehalten werden – haltet aus, die MLPD holt euch da raus!
„Für die Befreiung der Frau“ – MLPD: Die MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) bietet ein Potpourri politischer Forderungen. Auch die „Befreiung der Frau“ liegt den Ultralinken am Herzen. Gerade weil in Deutschland Frauen wenig Rechte haben wird der Forderung mit dem Zusatz „Konsequent“ Nachdruck verliehen. Wenn irgendwo Frauen gefangen gehalten werden – haltet aus, die MLPD holt euch da raus! © Kristina Bräutigam
„Entweder Schluss...“ – Die Grünen – „Entweder Schluss mit Kohle oder Schluss mit Klima“ lautet der Slogan der Grünen. Die Grünen prophezeien also, dass alle möglichen Wetterzustände an einem Ort verschwinden. Nichts ist mehr: Keine Sonne, kein Wind, einfach nichts mehr. Kurzum, alles Leben und der ganze Planet verschwinden. Und das alles wegen den Kohlekraftwerken in Deutschland, wer hätte das gedacht?
„Entweder Schluss...“ – Die Grünen – „Entweder Schluss mit Kohle oder Schluss mit Klima“ lautet der Slogan der Grünen. Die Grünen prophezeien also, dass alle möglichen Wetterzustände an einem Ort verschwinden. Nichts ist mehr: Keine Sonne, kein Wind, einfach nichts mehr. Kurzum, alles Leben und der ganze Planet verschwinden. Und das alles wegen den Kohlekraftwerken in Deutschland, wer hätte das gedacht? © Kristina Bräutigam
Martin Schulz (SPD) – SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wurde immer mal wieder vorgeworfen, dass er inhaltlich wenig zu bieten hat. Er steht dazu: Keine Inhalte, kein Programm, einfach nur Martin Schulz – das muss reichen.
Martin Schulz (SPD) – SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wurde immer mal wieder vorgeworfen, dass er inhaltlich wenig zu bieten hat. Er steht dazu: Keine Inhalte, kein Programm, einfach nur Martin Schulz – das muss reichen. © Kristina Bräutigam

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