Immer schön Abstand halten! Im Offenbacher Fetisch-Club Grande Opera knistert die Erotik trotz Abstandsregelung. Statt Körperkontakt setzen die Gäste noch mehr auf sexy Outfits. Fotos: rz

Grande Opera: So funktioniert der Fetisch-Club in der Corona-Krise

Erotik auf Abstand

Abstandhalten im Fetisch-Club? Klingt absurd! Dennoch hat die Offenbacher Grande Opera, einer der bekanntesten Szene-Clubs Deutschlands, wieder offen und setzt alle Regelungen penibel durch – die Erotik kommt dabei nicht zu kurz und die Gäste sind nach langer Zeit des Wartens euphorisch. Von Christian Reinartz

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Offenbach – Die Corona-Krise hat den Offenbacher Fetisch-Club Grande Opera mindestens so hart getroffen wie die Gastronomie. Doch trotz Lockerungen kann das bisherige Treiben dort noch nicht wieder stattfinden. Denn Fetisch und Abstand passen irgendwie gar nicht zusammen. „Im Grunde können wir nur einen kleinen Teil dessen veranstalten, was hier sonst abgeht“, sagt Laura Mina. Sie schmeißt zusammen mit Inhaber Jean-Christoph Uhl den Fetisch-Club, der schon seit Jahren deutschlandweit bekannt ist und jedes Wochenende, aber auch unter der Woche hunderte Fetisch-Fans anzieht. In der Grande Opera oder auch GO genannt, geht es nämlich neben Trinken und Essen vor allem um eines: Den Fetisch und das Spiel mit der Erotik. „Das ist zur Zeit natürlich nicht möglich“, erklärt Laura Mina. „Da geht ganz klar die Sicherheit vor.“

Dennoch haben sich die Macher ein Konzept ausgedacht, um ihren Gästen wenigstens etwas von dem Fetisch-Zauber der vergangenen Tage bieten zu können. „Im Grunde sind wir jetzt ein Restaurant und servieren 300 verschiedene Gin-Tonics“, sagt Laura Mina. „Nur ziehen sich unsere Gäste eben ganz besonders an und bieten dadurch den anderen etwas für die Augen. Das ist supererotisch und hilft, die Zeit zu überbrücken, bis wieder körperlicher Kontakt möglich ist.“

Zu den Stammgästen der GO zählen der 53-jährige Micha und seine 47-jährige Frau Bibi. Die beiden sind heilfroh, dass die Grande Opera wieder geöffnet hat. „Wir waren richtig auf Entzug“, sagt Bibi. „Nirgendwo außer hier kann man seine Neigung doch offen zeigen.“ Das habe den beiden extrem gefehlt. Ihren Mann Micha stört es auch nicht, dass zur Zeit noch kein Körperkontakt möglich ist. „Es ist diese besondere Stimmung hier und die Unterhaltung mit Gleichgesinnten, die uns so gefehlt hat. Nach dieser langen Durststrecke zählt nur, dass wir wieder hier sind. Und irgendwann werden wir ja auch wieder in die Spielzimmer dürfen. Bis dahin genießen wir das Essen und die tollen Outfits der anderen Gäste.“

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