Damit 2021 trotz Corona-Krise besser wird

Frankfurt: Experten verraten Wege zum Glück

  • Christian Reinartz
    vonChristian Reinartz
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In der Coronakrise scheint die Suche nach dem Glück fast aussichtslos. Hier verraten drei Experten, wie man selbst noch in der dunkelsten Stunde das Glück finden kann.

Das Glück ist ein rares Gut in Zeiten der Pandemie. Corona hat das öffentliche Leben in die Knie gezwungen, die Menschen dürfen sich nicht mehr nahe sein und selbst Weihnachten und Silvester waren nur mit strengen Auflagen möglich. Da fällt es den meisten schwer, überhaupt noch Glück zu empfinden. Doch es gibt viele Wege, wie man etwas einfacher zum ganz persönlichen Glücklichsein gelangen kann.

Da gibt es den weltlichen, wissenschaftlichen Weg, den spirituellen Weg der Achtsamkeit und den vom Glauben an Gott geprägten Weg. Sie sind so vielfältig und unterschiedlich, dass es keinen richtigen und keinen falschen gibt. Deshalb geben drei Experten in Sachen Glückssuche den Lesern Tipps, die helfen sollen, selbst in den kommenden schweren Monaten etwa Glück für sich zu finden.

Der weltliche Weg

Ernst Fritz-Schubert, Glücksforscher und Erfinder des Schulfachs Glück.

Ernst Fritz-Schubert, Glücksforscher und Erfinder des Schulfachs Glück:
Psychologen beschreiben Glück als Hochmomente der guten Gefühle, die durch die Befriedigung von Bedürfnissen ausgelöst werden. Dazu gehören Gefühle der Geborgenheit, satt zu sein oder auch sexuelle Befriedigung. Allerdings kann nicht alles immer befriedigt werden, sondern wir müssen auch negative Erfahrungen hinnehmen, wie jetzt in der Corona-Pandemie. Durch sie lernen wir, dass nicht pausenlos Glücksgefühle vorherrschen. Die Fülle des Lebens bleibt unberechenbar mit Gegensätzen und Widersprüchen und das ist gut so. Wie fade wäre Freude, wenn wir nicht Angst, Wut oder Trauer kennen würden. So gesehen ist Glück das Talent, Höhen und Tiefen zu meistern. Sicher sind manche Menschen lebenslustiger und offener als andere. Und manchmal kommt es auf äußere Umstände an. Aber vergessen wir nicht, dass es jeder in der Hand hat, Glückskompetenz zu entwickeln. Hilfreich ist, sich auf das zu besinnen, was man schon hat, etwa auf eigene Stärken oder wichtige Menschen. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass materielle Dinge oft weniger geeignet sind, glücklich zu machen als schöne Erlebnisse und gute Erfahrungen.

Der Weg der Achtsamkeit

Meditations- und Yoga-Lehrerin Tatjana Fuchs.

Meditations- und Yoga-Lehrerin Tatjana Fuchs vom Frankfurter Programmhaus:
Der Weg zum Glück liegt für mich darin, Tag für Tag zu mehr Bewusstheit zu gelangen. Den gegenwärtigen Augenblick mit allen Sinnen klar und wach wahrzunehmen, ohne uns in Bewertungen und Emotionen zu verlieren oder das Bedürfnis zu haben, Menschen und Situationen ändern zu müssen. Denn das bringt uns immer ganz schnell aus unserer Mitte und Gelassenheit heraus. Wir sind dann unglücklich und gefühlt abhängig von äußeren Zuständen. Meine erste und wichtigste Empfehlung ist immer das Atmen. Drei tiefe und bewusste Atemzüge bringen uns sofort zurück in unser Feld und wir werden automatisch ruhiger. Wir spüren den Körper als wahre Sicherheit, das Zuhause-Sein in uns. Atmen ist immer und überall anwendbar. Wir brauchen nur uns selbst dafür und es bringt uns unmittelbar zurück in eine Neutralität, zu Stabilität und innerem Frieden. Die Perspektive kann sich verändern. Unser Sein ist aus sich heraus glücklich, friedlich und neutral. Durch die Verbundenheit mit dem Körper entsteht Zufriedenheit und Dankbarkeit. Das bedeutet Glück.

Der Weg des Glaubens

Bruder Paulus Terwitte vom Kapuzinerkloster Liebfrauen in Frankfurt.

Bruder Paulus Terwitte vom Kapuzinerkloster Liebfrauen in Frankfurt:
Ich gehöre zu denen, die mit christlichen Gewohnheiten aufgewachsen sind. In ihnen konnte ich das Glück ahnen, das sie ausdrücken. Wie könnten aber Sie diesem Glücklichsten allen Glücks näherkommen? Zähmen Sie Ihre Erwartungen an das Leben, an den Nachbarn und auch an sich. 2021 liegt das Glück eher in der ruhigen Lebensprozession als im Springen hierhin und dorthin. Wertschätzen Sie die Hand, die Sie hält. 2021 wird ein Jahr, in dem Beziehungen noch mehr in die Tiefe wachsen, als dass sie vermehrt werden. Wecken Sie Dialekt, Gerüche und Szenen der Heimat, die Sie geprägt hat. 2021 wird ein Jahr, in dem wir uns der Verantwortung stellen aus dem, woher wir kommen und wohin wir gelangen (wollen). Schauen Sie auf einen Kirchturm mit seinem Kreuz und seinen Glocken. 2021 könnte ein glückliches Jahr werden, in dem Sie mit Ihren Vorfahren Sinn und Glauben als Motoren für ein Glück wieder zum Laufen bringen, das Ihnen niemand und nichts nehmen kann. Und wenn es läutet vom Kirchturm her: Es sind Glückstöne, die verkünden, das kein noch so schweres Kreuz uns das Glück nehmen kann, stets an Gottes Hand zu gehen

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