Die Messgeräte der offiziellen Messstation überwachen die Zusammensetzung der Luft.
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Die Messgeräte der offiziellen Messstation überwachen die Zusammensetzung der Luft.

Umweltbundesamt legt Messwerte vor

Gefährliche Atemgifte: Dicke Luft in Frankfurt und Offenbach

Frankfurt/Berlin - Vor allem veraltete Dieselmotoren, Industrieanlagen und Heizluft sorgen aktuell in sieben hessischen Städten für mehr als nur dicke Luft. Das Umweltbundesamt hat alarmierende Werte veröffentlicht - und die zeigen auch eine Gefahr für die Anwohner.

Problematisch sind besonders die Werte für Stickstoffdioxid (NO2). Der Stoff gilt als gefährliches Atemgift und darf laut EU-Grenzwert bei nur 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft liegen. In sieben Städten ermittelten die offiziellen Messstationen Überschreitungen, Offenbach lag mit 39 Mikrogramm nur knapp darunter. Laut den Experten sind für die hohen Werte vor allem alte Dieselfahrzeuge verantwortlich. Sie fordern deshalb die Einführung einer blauen Plakette. Gleichzeitig rüsten die Deutschen ihre alten Autos nur selten mit Rußpartikelfiltern nach - trotz Förderprämie

Die umrühmliche Liste der gemessenen Höchstwerte führt Darmstadt an. Die Messstelle Hügelstraße erfasste einen Wert von 55 Mikrogramm. Wiesbaden liegt mit 53 beziehungsweise 51 Mikrogramm gleich zwei Mal drüber, in Frankfurt ist besonders die Friedberger Landstraße mit 52 Mikrokramm NO2 pro Kubikmeter Luft belastet. Auch für Marburg, Gießen und Fulda ergaben die Messungen Überschreitungen des EU-Grenzwerts. 

Besser sah es dagegen bei der allgemeinen Feinstaub-Belastung aus. Die Europäische Union gibt als Grenzwert vor, dass 50 Mikrogramm nicht an mehr als 35 Tagen überschritten werden dürfen. Hessen hielt diese Vorgabe ein. Beim empfohlenen jährlichen Mittelwert von 20 Mikrogramm lagen allerdings sowohl Kassel (24) und Frankfurt (23) als auch Darmstadt, Gießen und Wetzlar (jeweils 21) darüber. 

Über den Cocktail aus Schadstoffen und Giften, denen Menschen in Rhein-Main täglich ausgesetzt sind, hatte der EXTRA TIPP erst vor knapp einem Jahr ausführlich berichtet. Auch ein aufrüttelndes Interview mit Dorothee Saar, der Leiterin des Bereichs Luftreinhaltung der deutschen Umwelthilfe, zum Thema stieß auf große Resonanz bei den Lesern. dpa/lhe/skk

Bilder

Gefährlicher Smog in China

Schals und Atemmasken gehören in Peking mittlerweile zum Stadtbild. Foto: Ole Spata/Archiv
Schals und Atemmasken gehören in Peking mittlerweile zum Stadtbild. Foto: Ole Spata/Archiv © Ole Spata
Nur zu erahnen: Pekings Skyline im allgegenwärtigen Smog. Foto: Diego Azubel/Archiv
Nur zu erahnen: Pekings Skyline im allgegenwärtigen Smog. Foto: Diego Azubel/Archiv © Diego Azubel
Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv
Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv © Adrian Bradshaw
Nicht ohne Maske: Atemschutz gehört in Peking mittlerweile zum Alltag. Foto: Rolex Dela Pena/Archiv
Nicht ohne Maske: Atemschutz gehört in Peking mittlerweile zum Alltag. Foto: Rolex Dela Pena/Archiv © Rolex Dela Pena
Dichter Smog hat in Nord- und Zentralchina erneut das öffentliche Leben teilweise zum Erliegen gebracht. Foto: Andy Wong
Dichter Smog hat in Nord- und Zentralchina erneut das öffentliche Leben teilweise zum Erliegen gebracht. Foto: Andy Wong © Andy Wong
Der zunehmende Autoverkehr lässt die Luftbelastung in China dramatisch steigen. Foto: Rolex Dela Pena
Der zunehmende Autoverkehr lässt die Luftbelastung in China dramatisch steigen. Foto: Rolex Dela Pena © Rolex Dela Pena
An vielen Tages des Jahres liegt Peking unter einer Glocke aus Smog. Foto: How Hwee Young
An vielen Tages des Jahres liegt Peking unter einer Glocke aus Smog. Foto: How Hwee Young © How Hwee Young

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