Jutta Maria Baisch bietet Mehrwegbecher an.
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Jutta Maria Baisch bietet Mehrwegbecher an.

Generation „To Go“ wird umweltbewusst

Mit Bambus gegen Einwegbecher und Pappmüll

  • Janine Drusche
    VonJanine Drusche
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Region Rhein-Main – 210 Millionen Pappbecher werden in Hessen pro Jahr verbraucht. Nicht nur wegen der Umwelt weist die Initiative BecherBonus in der Region auf Mehrwegbecher hin. 120 Filialen in Rhein-Main beteiligen sich bisher an der Rabatt-Aktion für mitgebrachte Pötte. Von Janine Drusche

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Die Lebensmittel-to-go-Kultur hinterlässt Spuren in der Umwelt: Allein in Hessen werden laut Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe 210 Millionen Pappbecher im Jahr verbraucht. „Das sind 34 pro Kopf“, sagt der Experte. In Deutschland sind es knapp drei Milliarden. „Alle gestapelt würden einen 300.000 Kilometer hohen Turm ergeben und die Erde fast sieben Mal umrunden“, beschreibt Fischer das Ausmaß der Einweg-Becher. 29.000 Tonnen Papier, also 64.000 Tonnen Holz aus 43.000 Bäumen, plus 1,5 Milliarden Liter Wasser werden für die Herstellung benötigt. „Fast alles Neumaterialien und kaum abbaubar“, ärgert sich Fischer. Der enthaltene Kunststoff Polyethylen verschmutze außerdem den Boden, gehe in die Nahrungskette über.

Mit „BecherBonus“ hat die hessische Umweltministerin Priska Hinz 2016 eine Initiative für weniger Bechermüll ins Leben gerufen. „Ein Bonus für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel, das ist Ziel der Initiative“, sagt die Ministerin: „Wir wollen in Cafés, Bäckereien und Tankstellen den Bechermüll reduzieren.“ Ein Nachlass von zehn Cent soll Kunden motivieren, Mehrwegbecher zu benutzen. Seit dem Start der Initiative machen 414 Filialen in Hessen mit, darunter inhabergeführte Läden und große Ketten.

Nachhaltig, natürlich, neu: Bodentrends der Messe Domotex

Nachhaltig, natürlich, neu gemischt: Bodentrends der Domotex
Natürliche Farben und Muster sind und bleiben ein Trend im Bodendesign - auch bei flachgewebten Teppichen, wie zum Beispiel der Hersteller Edelgrund zeigt. © dpa / Edelgrund
Nachhaltig, natürlich, neu gemischt: Bodentrends der Domotex
Einen Boden, der an den Spieleklassiker Tetris erinnert, zeigt der britische Hersteller Piccolo Group. Der Belag besteht aus blauen und grauen Teppichplanken. © dpa / The Piccolo Group
Nachhaltig, natürlich, neu gemischt: Bodentrends der Domotex
Parkett, in das sich Teppichstreifen legen lassen: Dieses Konzept eines variabel gestaltbaren Fußbodens hat die Berliner Designerin Hanne Willmann erdacht. © dpa / Studio Hanne Willmann
Nachhaltig, natürlich, neu gemischt: Bodentrends der Domotex
Nicht nur Parkett, auch Teppichplanken lassen sich im Fischgrätmuster verlegen, wie Hersteller Florbo Flooring zeigt. © dpa / Florbo Flooring
Nachhaltig, natürlich, neu gemischt: Bodentrends der Domotex
Hersteller experimentieren mit Materialmischungen: Im Linoleumboden Marmoleum Cocoa des niederländischen Herstellers Florbo Flooring sind geschrotete Kakaobohnenschalen hineingemischt. © dpa / Forbo Flooring
Nachhaltig, natürlich, neu gemischt: Bodentrends der Domotex
Es muss nicht alles aus Holz sein: Hersteller Bonum Wood aus Litauen zeigt auf der Domotex seinen Parkettboden Minoa, in dem Stege aus Messing integriert sind. © dpa / UAB

„Insgesamt beteiligen sich etwa 90 Filialen in Frankfurt, Offenbach, im Hoch- und Main-Taunus-Kreis an der Initiative“, sagt Franziska Richter vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Auch das Studentenwerk ist mit 30 Ausgabestellen dabei. Und wöchentlich melden sich mehr an.“ Wie viel Müll durch die Aktion bisher gespart wurde, ist nicht klar: „Da Kaffeebecher beim Müllaufkommen nicht getrennt erfasst werden, kann ich dazu nichts sagen. Die Rückmeldungen aus den Betrieben zeigen aber, dass Alternativen gut angenommen werden, besonders in Frankfurt“, sagt Richter.

Gründerpreis für möglichst wenig Müll

Eine Alternative bietet auch Babak Norooz: Er hat 2012 mit seiner Firma NoWaste den Gründerpreis der Stadt Hanau für seine Mehrweg-Becher aus Stärke, Wachs und Fett bekommen. „Sie sind bio, unbedenklich und abbaubar“ sagt der Unternehmer, der auf wenig bis keinen Müll setzt. „Doch Nachhaltigkeit beginnt nicht mit einem Produkt, sondern beim Verbraucher, bei uns“, sagt er.

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Natürliche Farben und Muster sind und bleiben ein Trend im Bodendesign - auch bei flachgewebten Teppichen, wie zum Beispiel der Hersteller Edelgrund zeigt. © dpa / Edelgrund
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Einen Boden, der an den Spieleklassiker Tetris erinnert, zeigt der britische Hersteller Piccolo Group. Der Belag besteht aus blauen und grauen Teppichplanken. © dpa / The Piccolo Group
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Parkett, in das sich Teppichstreifen legen lassen: Dieses Konzept eines variabel gestaltbaren Fußbodens hat die Berliner Designerin Hanne Willmann erdacht. © dpa / Studio Hanne Willmann
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Nicht nur Parkett, auch Teppichplanken lassen sich im Fischgrätmuster verlegen, wie Hersteller Florbo Flooring zeigt. © dpa / Florbo Flooring
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Hersteller experimentieren mit Materialmischungen: Im Linoleumboden Marmoleum Cocoa des niederländischen Herstellers Florbo Flooring sind geschrotete Kakaobohnenschalen hineingemischt. © dpa / Forbo Flooring
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Es muss nicht alles aus Holz sein: Hersteller Bonum Wood aus Litauen zeigt auf der Domotex seinen Parkettboden Minoa, in dem Stege aus Messing integriert sind. © dpa / UAB

Jutta Maria Baisch bietet ebenfalls seit einem Jahr in ihrer Cafébar am Offenbacher Wochenmarkt kompostierbare Mehrwegbecher aus Bambus und Maismehl an. „Viele denken, Pappbecher würden recycelt. Das stimmt aber nicht immer. Nur etwa ein Prozent wird wiederverwertet.“ Baisch stören auch die giftigen Weichmacher, die ins Blut gelangen, und das „Schweinegeld“, das sie in die Wegwerf-Becher steckt. Deshalb schlägt die Barista auf Kaffee im Pappbecher 20 Cent drauf. „Die kommen in einen gesonderten Topf und machen die Bambusbecher für andere Kunden günstiger.“

Rabatt für Mehrweg-Becher

Umgekehrt bekommen Mehrweg-Mitbringer einen Rabatt auf Getränke. Besonders ärgert sich die

Mehrweg-Kaffeebecher sind praktisch und umweltfreundlich.

Offenbacherin, wenn Leute draußen mit dem Einwegbecher tratschen. Espresso im Becher verweigert sie ganz: „Den kann man an der Theke trinken.“ Mittlerweile bringt ein Drittel ihrer Laufkundschaft Mehrwegbecher mit. „Ich habe sie mir gut erzogen, es werden immer mehr“, freut sich Baisch.

Maßnahmen gegen Müll in Offenbach sind wichtig, wurde doch in der Lederstadt 2015 7.000 mal illegal Müll abgelagert: Versinkt Offenbach im Müll?

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