Eine Ryanair-Maschine wartet auf Passagiere - vielleicht auch bald in Frankfurt.
+
Eine Ryanair-Maschine wartet auf Passagiere - vielleicht auch bald in Frankfurt.

Harte Kritik am Billigflieger

Landtag streitet über Ryanair am Frankfurter Flughafen

Wiesbaden - Die geplanten Anreize des Frankfurter Flughafens für Billigflieger wie die irische Airline Ryanair haben im hessischen Landtag für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Der flughafenpolitische SPD-Sprecher Marius Weiß: „Ryanair zahlt absolute Niedriglöhne und unterläuft Sozialstandards.“

Low-Cost-Carrier seien „nicht per se Teufelszeug“. Der Flughafenbetreiber Fraport hätte jedoch die Zusammenarbeit mit einer anderen Billigfluglinie suchen sollen, die anständig mit ihrem Personal umgehe.

Fraport will sein Geschäft mit neuen Angeboten für Billigflieger ausbauen, was bei etablierten Airlines auf harsche Kritik stößt. Ryanair plant, von März 2017 an zwei Maschinen in Frankfurt zu stationieren. Das hessische Wirtschaftsministerium prüft derzeit eine geplante neue Gebührenstaffel der Fraport, die unter anderem Anreize für neue Kunden schaffen soll. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) kündigte an, bald über die neue Entgeltordnung entscheiden zu wollen.

Lesen Sie auch:

Mann verprügelt Steward und will ins Flugzeug pinkeln

Dabei spielten die Sozialstandards einzelner Airlines keine Rolle. „Ryanair ist gewiss kein Arbeitgeber, wie ich ihn mir wünsche“, erklärte Al-Wazir. „Aber ein Verkehrsflughafen steht allen zugelassenen Luftfahrtunternehmen offen.“ Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Heiko Kasseckert, verwies auf Entwicklungen hin zu Low-Cost-Anbietern innerhalb der europäischen Luftfahrtbranche. Frankfurt dürfe sich von diesem Trend nicht abhängen lassen. Kasseckert erklärte jedoch auch, die Arbeitspraxis von Ryanair kritisch zu sehen.

Vorgaben müssten für alle „fair“ sein

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jürgen Lenders, nannte die Anreize für Neukunden eine „wirtschaftlich nachvollziehbare“ Entscheidung. „Es ist nicht die Aufgabe der Politik, den Menschen vorzuschreiben, wohin sie fliegen, wie sie fliegen und mit welcher Fluggesellschaft sie fliegen.“

Allerdings müssten die Vorgaben für alle Airlines fair sein, betonte Lenders. „Es kann nicht sein, dass einige Fluggesellschaften sich Vorteile dadurch verschaffen, dass sie sich rechtlichen oder tariflichen Verpflichtungen entziehen.“

Die Vorsitzende der Linken-Fraktion, Janine Wissler, kritisierte, zusätzlicher Flugverkehr sollte nicht subventioniert werden. Wenn die Nachfrage da sei, dann gebe es die Flüge ohnehin. dpa/lhe

Lesen Sie auch: Umstrittene Klausel: Ryanair will Entschädigungen erschweren

Fotos: Das neue Holiday Inn Frankfurt Airport

Erste Einblicke in die Planungen.
Erste Einblicke in die Planungen. © Holiday Inn/nh
Erste Einblicke in die Planungen.
Erste Einblicke in die Planungen. © Holiday Inn/nh
Erste Einblicke in die Planungen.
Erste Einblicke in die Planungen. © Holiday Inn/nh
Erste Einblicke in die Planungen.
Erste Einblicke in die Planungen. © Holiday Inn/nh
Erste Einblicke in die Planungen.
Erste Einblicke in die Planungen. © Holiday Inn/nh
Erste Einblicke in die Planungen.
Erste Einblicke in die Planungen. © Holiday Inn/nh

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare