Solche Hordengatter sollen Biker auf illegalen Trails ausbremsen. Hubertus Behler-Sander vom Königsteiner Forstamt hofft auf die Einsicht der unbelehrbaren Fahrer.
+
Solche Hordengatter sollen Biker auf illegalen Trails ausbremsen. Hubertus Behler-Sander vom Königsteiner Forstamt hofft auf die Einsicht der unbelehrbaren Fahrer.

Wald und Tiere leiden unter Rowdys

Illegale Mountainbike-Pisten sorgen für Ärger in Rhein-Main

  • VonDirk Beutel
    schließen

Region Rhein-Main – Sie rasen mitten durch den Wald. Dabei zerstören sie auf illegalen Pisten die Natur und stören das Rotwild. Während organisierte Biker sich um ein Miteinander mit Forstverwaltung und Waldnutzern bemühen, sind einzelne schwarze Schafe weder einsichtig noch zu fassen. Von Dirk Beutel

Lesen Sie auch:

Darum bekamen 50 Mountainbiker von Schafskot Durchfall

Es ist der Rausch der Geschwindigkeit. Der Adrenalin-Kick, sich seinen Weg mit hohem Tempo durch unwegsames, dicht bewachsenes Gelände zu bahnen. Und manchem Mountainbike-Fahrer ist offenbar jedes Mittel recht, um auf seine Kosten zu kommen. Dabei schrecken die Fahrer auch vor illegal angelegten Waldstrecken nicht zurück. Besonders beliebt ist – wegen seiner Gefälle – der Taunus. Und dort sind die Rowdys ein bekanntes Problem: „Sie sind ein Thema, mit zunehmender Relevanz“, sagt die Sprecherin des Landesbetriebs Hessen Forst, Petra Westphal. Die Strecken gelten als gefährlich. „Vor etwa 20 bis 30 Jahren hatten die Fahrräder nicht die Technik, dass man mit ihnen ins Gelände hätte gehen können“, sagt Westphal. Heute schon. 

Hubertus Behler-Sander vom Forstamt Königstein: „Die Biker fahren durch Wildwiesen und Rückzugsgebiete für Rotwild, das dort beim Fressen gestört wird.“ Die Folge: Das Wild wird erschreckt, nervös, sucht sich andere Nahrungsquellen und knabbert Baumrinden an. An den betroffenen Stellen beginnen dann Fichten und Buchen an zu faulen. Aber die Wald-Rowdys haben noch mehr drauf: „Da werden Wurzeln freigelegt und Bäume beschädigt, um daraus Sprungschanzen und Hindernisse wie für eine Motocross-Strecke zu bauen“, sagt die Abteilungsleiterin Stadtforst im Frankfurter Grünflächenamt, Tina Baumann. Vor allem der Bereich des Frankfurter Stadtwaldes bei Oberursel sei ein Schwerpunkt. Zumindest solche krassen Bauaktivitäten sind im Zuständigkeitsbereichs des Forstamtes Königstein zurückgegangen, seit es den legalen Bikepark am Großen Feldberg gibt. „Wir haben ja ein Interesse daran, dass ein Miteinander im Wald funktioniert“, sagt Behler-Sander. Deshalb werde derzeit an einem Flowtrail gearbeitet, der vom Großen Feldberg runter zum Waldgasthof „Fuchstanz“ führt. 

Bilder: Park für Extrem-Mountainbiker eröffnet

Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet.
Mountainbike-Park auf dem Feldberg eröffnet. © dpa

Mit im Boot sind die Gravity Pilots. Ein Mountainbike-Verein, der sich um eine Zusammenarbeit und eine gemeinsame Waldnutzung bemüht. Ebenso wie die Deutsche Initiative Mountain Bike (DIMB): „Die DIMB lehnt illegalen Streckenbau ab. Wir halten unsere Mitglieder dazu an, nur auf Wegen zu fahren“, sagt Heiko Mittelstädt. Doch es sind einzelne Hobbyfahrer, die durch den Wald brettern und ihren Kick abseits legaler Wege suchen. Auch in der Nacht. „Die Tendenz ist bei uns steigend. Es gibt keinen Waldbereich, der verschont wird“, sagt Baumann. Deshalb könne man mit legalen Trails nur einen Teil erreichen. Den unbelehrbaren Rest könne man dagegen nur schwer erwischen. „Die sind schnell und tragen Helme. Damit sind sie kaum zu identifizieren“, sagt Behler-Sander. Als einigermaßen probates Mittel haben sich neben Geldbußen auch Hordengatter erwiesen, die die illegalen Wege sperren und die Biker ausbremsen. „Aber die suchen sich neue Pfade oder zerstören die Gatter.“ 

Baumann betont: „Wir wollen die Biker nicht aus dem Wald haben. Jede Freizeitbeschäftigung wird gerne gesehen. Voraussetzung ist aber die Rücksichtnahme auf andere und die Natur.“ Auch die DIMB versucht der schwierigen Lage Herr zu werden. Mittelstädt: „Wir informieren immer wieder. Wir klären die Fahrer auf, dass das Bauen solcher Strecken sowohl einen Eingriff in das Eigentumsrecht als auch in den Naturschutz ist. Und wir machen klar, dass die illegalen Bautätigkeiten weniger Mountainbiker dem Ruf aller Mountainbiker schaden.“ Dass man das Problem komplett lösen kann, glaubt keiner der Betroffenen so recht. „Es sollte längst zu jedem durchgedrungen sein, dass ein solches Verhalten nicht erwünscht ist. Es liegt im Ermessen des jeweiligen Waldbesitzers die Geldbußen zu erhöhen. Das ist eine Maßnahme, die wir überlegen. Aber so weit sind wir noch nicht.“

Von Packesel bis E-Mobil: Die Trends bei Fahrrädern

Gepäck ohne Träger: Packtaschen wie hier von Ortlieb schränken wenig in der Beweglichkeit ein (ab 55 Euro). Foto: Inga Kjer
Gepäck ohne Träger: Packtaschen wie hier von Ortlieb schränken wenig in der Beweglichkeit ein (ab 55 Euro). © Inga Kjer
Alternative für den Arbeitsweg: E-Bikes bieten sich etwa für Pendler an - hier von Flyer (ab 4400 Euro, ab Herbst). Foto: Inga Kjer
Alternative für den Arbeitsweg: E-Bikes bieten sich etwa für Pendler an - hier von Flyer (ab 4400 Euro, ab Herbst). © Inga Kjer
Einfacher auf den Berg: Downhill-Mountainbikes sind inzwischen auch mit Elektromotor zu haben - hier ein Modell von Haibike (erhältlich ab Herbst ab rund 8000 Euro). Foto: Inga Kjer
Einfacher auf den Berg: Downhill-Mountainbikes sind inzwischen auch mit Elektromotor zu haben - hier ein Modell von Haibike (erhältlich ab Herbst ab rund 8000 Euro). © Inga Kjer
Nachwachsende Fahrradteile: Ein Bambusrahmen wie hier beim Fahrrad von MyBoo kann Stahl und Alu ersetzen (ab 3200 Euro, ab Januar 2017). Foto: Inga Kjer
Nachwachsende Fahrradteile: Ein Bambusrahmen wie hier beim Fahrrad von MyBoo kann Stahl und Alu ersetzen (ab 3200 Euro, ab Januar 2017). © Inga Kjer
Weniger Gewicht und Verschleiß: Eine 1x12-Kettenschaltung wie hier von Sram bietet viele Vorteile (Komplettgruppe ab 1300 Euro). Foto: Inga Kjer
Weniger Gewicht und Verschleiß: Eine 1x12-Kettenschaltung wie hier von Sram bietet viele Vorteile (Komplettgruppe ab 1300 Euro). © Inga Kjer
Frische Farben: Austauschbare Polsteraufsätze für den Sattel sorgen für Abwechslung (hier von Selle Royal, Set ab 70 Euro). Foto: Inga Kjer
Frische Farben: Austauschbare Polsteraufsätze für den Sattel sorgen für Abwechslung (hier von Selle Royal, Set ab 70 Euro). © Inga Kjer
Für Einkauf und Picknick: In der Thermobox von Ortlieb für den Gepäckträger kommt das Bier schön kühl an (100 Euro, ab Frühjahr 2017). Foto: Inga Kjer
Für Einkauf und Picknick: In der Thermobox von Ortlieb für den Gepäckträger kommt das Bier schön kühl an (100 Euro, ab Frühjahr 2017). © Inga Kjer
Für Individualisten: Rucksäcke im Fahrradkurier-Stil lassen sich mit eigenen Motiven bedrucken (von Ortlieb, ab 130 Euro). Foto: Inga Kjer
Für Individualisten: Rucksäcke im Fahrradkurier-Stil lassen sich mit eigenen Motiven bedrucken (von Ortlieb, ab 130 Euro). © Inga Kjer
Klingel im Kupfer-Look: Elegante Accessoires wie hier von Knog peppen das Bike auf (20 Euro, ab Oktober). Foto: Inga Kjer
Klingel im Kupfer-Look: Elegante Accessoires wie hier von Knog peppen das Bike auf (20 Euro, ab Oktober). © Inga Kjer
Schutz vor Teile-Diebstahl: Neue Schutzkappen für Muttern öffnen sich nur, wenn das Fahrrad liegt - hier ein Modell von Abus (ab 30 Euro im Frühjahr 2017 erhältlich). Foto: Inga Kjer
Schutz vor Teile-Diebstahl: Neue Schutzkappen für Muttern öffnen sich nur, wenn das Fahrrad liegt - hier ein Modell von Abus (ab 30 Euro im Frühjahr 2017 erhältlich). © Inga Kjer
Fixer Packesel: Lastenräder mit E-Motor leisten gerade in der Stadt als Kinder- oder Einkaufswagen gute Dienste - hier ein Modell von Riese & Müller (ab 4000 Euro). Foto: Inga Kjer
Fixer Packesel: Lastenräder mit E-Motor leisten gerade in der Stadt als Kinder- oder Einkaufswagen gute Dienste - hier ein Modell von Riese & Müller (ab 4000 Euro). © Inga Kjer

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare