Kommentar

Politischen Affen brüllen lassen

  • Axel Grysczyk
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Deutschland wird von internationalen Machthabern ignoriert, düpiert und heftig kritisiert. Die neuen Macho-Machthaber wie Donald Trump, Benjamin Netanjahu oder Recep Tayyip Erdogan nennen unsere Politik katastrophal, laden uns aus oder bezeichnen uns als Nazis. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

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Doch wenn nach ein paar Wochen das nach innen gerichtete Verbal-Säbelrasseln verstummt ist und wieder ein Stück mehr seriöse Politik gemacht wird, dann wird wieder rumgewinselt und erzählt, wie wichtig Deutschland als Wirtschaftspartner ist. Die fast wöchentlichen Drohungen aus der Türkei, den Flüchtlingspakt aufzukündigen sind dann passé. Und Donald Trump schwärmt auf einmal über den Besuch von Angela Merkel in Washington, als er ihr noch einen Handschlag verwehrte: „Wir hatten eine unglaubliche Chemie.“ 

In dieser Woche hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein Treffen mit Außenminister Sigmar Gabriel abgesagt, weil der sich erdreistet hatte, sich mit Kritikern der israelischen Regierung unterhalten zu wollen. Wenn sich Israel immer mehr abkapselt – zur Obama-Administration gab es kaum mehr Berührungspunkte –, dann ist irgendwann der Punkt erreicht, und sie kommen wieder angewinselt. 

Glaubwürdigkeit verspielen

Es ist beruhigend mit anzusehen, wie sich diese Machthaber aufblasen und dann um Verständnis flehen wie kleine Jungs, die zu spät zum Essen kommen, weil sie Fußballspielen waren. Nicht nur, dass sie Glaubwürdigkeit verspielen und ihr Land bei wichtigen Entscheidungen isolieren, sie verspielen auch Zukunftschancen für ihre Bevölkerung. Daher: Brüllen lassen! Die Macho-Machthaber beruhigen sich schnell, es ist nichts politisch Wichtiges dahinter!

Ein weiterer Kommentar von Redaktionsleiter Axel Grysczyk: Bundeswehr macht Werbung für den Untergang.

Erdogan gewinnt Referendum - Wiederspruch von Opposition

Der türkische Staatschef Erdogan spricht zum Ausgang des Referendums. Foto: Lefteris Pitarakis
Der türkische Staatschef Erdogan spricht zum Ausgang des Referendums. Foto: Lefteris Pitarakis © Lefteris Pitarakis
Anhänger der AKP stehen in Ankara vor der Partei-Zentrale. Foto: Michael Kappeler
Anhänger der AKP stehen in Ankara vor der Partei-Zentrale. Foto: Michael Kappeler © Michael Kappeler
Unterstützer der AKP schwenken Flaggen in Istanbul. Foto: Emrah Gurel
Unterstützer der AKP schwenken Flaggen in Istanbul. Foto: Emrah Gurel © Emrah Gurel
Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kommt neben seiner Frau Emine aus dem Wahllokal und winkt zum Volk. Foto: Michael Kappeler
Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kommt neben seiner Frau Emine aus dem Wahllokal und winkt zum Volk. Foto: Michael Kappeler © Michael Kappeler
Der türkische Präsident Erdogan spricht beim Wahlkampfabschluss. Foto: Michael Kappeler
Der türkische Präsident Erdogan spricht beim Wahlkampfabschluss. Foto: Michael Kappeler © Michael Kappeler
Wahlkampfabschluss bei Istanbul. Die Türken entscheiden heute über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems, das Staatspräsident Erdogan mehr Macht verleihen würde. Foto: Emrah Gurel
Wahlkampfabschluss bei Istanbul. Die Türken entscheiden heute über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems, das Staatspräsident Erdogan mehr Macht verleihen würde. Foto: Emrah Gurel © Emrah Gurel
Der türkische Oppositionsführer und CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu gibt einer Frau in Ankara die Hand. Foto: AP/dpa
Der türkische Oppositionsführer und CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu gibt einer Frau in Ankara die Hand. Foto: AP/dpa © Uncredited
Eine Frau kommt in Istanbul aus einer Wahlkabine. Foto: Emrah Gurel
Eine Frau kommt in Istanbul aus einer Wahlkabine. Foto: Emrah Gurel © Emrah Gurel
Die Türken stimmen über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems ab. Foto: Depo Photos
Die Türken stimmen über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems ab. Foto: Depo Photos © Dha - Depo Photos
Wähler warten vor einem Wahllokal. Foto: Michael Kappeler
Wähler warten vor einem Wahllokal. Foto: Michael Kappeler © Michael Kappeler

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