Der Menschenrechtsaktivist Joo Il Kim zu Besuch bei der Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt, mit IGfM-Sprecher Martin Lessenthin und CDU-Bundestagsabgeordneter Matthias Zimmer.
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Der Menschenrechtsaktivist Joo Il Kim zu Besuch bei der Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt, mit IGfM-Sprecher Martin Lessenthin und CDU-Bundestagsabgeordneter Matthias Zimmer.

Koreaner bei Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt 

Versklavt: In Korea werden Soldaten gefoltert

Frankfurt – Nordkorea war das Thema bei einer Pressekonferenz der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte mit Sitz in Bergen-Enkheim. Zu Gast war Joo Il Kim, ehemaliger Hauptmann der nordkoreanischen Armee, der 2005 aus Nordkorea geflohen ist und derzeit in London lebt. Von Sabine Hagemann

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Die Vorwürfe, die die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) gegen das nordkoreanische Regime erhebt, wiegen schwer: Versklavung, planmäßige Mangelernährung und Verfolgung aus politischen Gründen waren nur einige Menschenrechtsverletzungen, von denen IGfM-Sprecher Martin Lessenthin in Bergen-Enkheim bei einer Pressekonferenz berichtete. In diesem Zusammenhang wurden auch die Rollen von China und EU-Mitgliedsland Polen beleuchtet. 

Fundierte Einblicke in das sehr verborgene, abgeschottete Land Nordkorea gewährte Joo Il Kim, der als Hauptmann in der nordkoreanischen Armee gedient hatte und dem 2005 die Flucht gelang. Der Christ und Menschenrechtsaktivist lebt derzeit in London und gründete dort die Zeitung FreeNK. „Häufig werde ich gefragt, ob die Situation in Nordkorea unter Kim Jong-un nicht besser geworden sei“, sagte Joo Il Kim. Dies müsse er verneinen. 

Es sei eher schlimmer geworden, denn Kim Jong-un, der das Land nach seinem Großvater Kim Il-Sung und Vater Kim Jong Il bereits in dritter Generation regiert, habe seinen Bruder und seinen Onkel ermorden lassen, sagte Joo Il Kim.Im Land herrsche eine Hungersnot, 30 Prozent der Soldaten seien unterernährt und versuchen, aus dem Militär auszubrechen. Joo Il Kim ist dies gelungen. Er überquerte in einer Augustnacht eine seichte Stelle in einem Fluss während die Wachposten schliefen. Den Schall seiner Schritte auf den Steinen dämpfte er mit seiner Kleidung, schilderte Joo Il Kim seine Flucht. 

Verräter werden noch prämiert

Nicht jeder Geflüchtete hat so viel Glück. „China schickt geflüchtete Nordkoreaner sofort wieder zurück“, erzählte Joo Il Kim und führte aus, dass Chinesen, die nordkoreanische Flüchtlinge melden, sogar mit einer Prämie belohnt werden. Den abgeschobenen Flüchtlingen drohen laut Recherchen der IGfM in Nordkorea Folter und Arbeitslager. Der Schlüssel zur Beendigung des Elends liegt laut Lessenthin in Peking. Xi Jinping, Staatspräsident der Volksrepublik China, soll nach Ansicht des IGfM-Sprechers erwirken, dass Flüchtlinge im chinesischen Grenzgebiet nicht mehr bedroht werden und keine Prämien mehr für ihren Verrat gezahlt werden. 

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Unicef-Botschafter David Beckham (r.) und die Sänger und Schauspielerin Priyanka Chopra in New York. Foto: Alba Vigaray
Unicef-Botschafter David Beckham (r.) und die Sänger und Schauspielerin Priyanka Chopra in New York. Foto: Alba Vigaray © Alba Vigaray
David Beckham macht sich für Unicef stark. Foto: Alba Vigaray
David Beckham macht sich für Unicef stark. Foto: Alba Vigaray © Alba Vigaray
Orlando Bloom in New York. Foto: Alba Vigaray
Orlando Bloom in New York. Foto: Alba Vigaray © Alba Vigaray
Die britische Schauspielerin Millie Bobby Brown in New York. Foto: Alba Vigaray
Die britische Schauspielerin Millie Bobby Brown in New York. Foto: Alba Vigaray © Alba Vigaray
Schauspieler Jackie Chan (l.) mit Juan Carlos Moran Menjivar, dem Opfer einer Landmine. Foto: Alba Vigaray
Schauspieler Jackie Chan (l.) mit Juan Carlos Moran Menjivar, dem Opfer einer Landmine. Foto: Alba Vigaray © Alba Vigaray

„Das wäre ein humanitärer Akt, der nichts kostet“, so Lessenthin. Das Thema Zwangsarbeit griff der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Zimmer auf, der zudem Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses ist. Arbeitssklaven aus Nordkorea würden nicht nur in Russland, beispielsweise in der Holzindustrie, ausgebeutet, auch das EU-Mitgliedsland Polen bediene sich solcher Machenschaften. „Das so etwas in der EU passiert, hat mich erschüttert“, sagte Zimmer. 

Der Oberbürgermeister von Krakau habe laut Zimmer auf die Anfrage aus Frankfurt zu diesem Thema geäußert, dass die Kommune nicht eingreifen könne. Dies müsse auf EU-Ebene geklärt werden, hieß es weiter. „So ein Vorgehen unterstützt die nordkoreanische Führung“, kritisierte Zimmer und ergänzte: „Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt muss darauf hinweisen, dass Zwangsarbeit innerhalb von Europa nicht geduldet wird. Es wirft einen Schatten auf die partnerschaftlichen Beziehungen Frankfurts zu Krakau“, so Zimmer.

Laut Lessenthin sind es häufig Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischer Beteiligung, die den Markt der Arbeitssklaven kontrollieren. In Polen arbeiten diese häufig in Werften, oft werden sie aber auch im arabischen Raum, zum Beispiel beim Bau von Sportstätten, eingesetzt. „Die Arbeitssklaven werden kaserniert und überwacht. Sie sind in umzäunten Baracken untergebracht und werden vom Rest der Bevölkerung abgeschirmt. 

Häufig behält das Regime die Familienangehörigen als Geiseln und Druckmittel. Von ihrem Lohn sehen die Arbeiter nur zehn Prozent“, zeichnet Lessenthin ein düsteres Bild. „Die moderne Sklaverei wird von modernen Diktatoren in die Welt gebracht und die Länder machen aus Profitgier mit“, so der IGfM-Sprecher.

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Quelle: extratipp.com

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