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Sam Kamran ist Betreiber des „Café Hauptwache“. Das Bild entstand in der Vor-Corona-Zeit. Wenn wieder Normalität herrscht, soll dort, wie in allen anderen seiner Gastronomiebetriebe, kein Fleisch mehr auf der Speisekarte stehen.

Frankfurts Wirt Sam Kamran stellt Restaurants auf vegetarisch und vegan um

„Mein größter Irrtum war, dass Fleisch gesund ist!“

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Frankfurt – Sam Kamran, einer der bekanntesten Wirte Frankfurts, will kein Fleisch mehr in seinen Restaurants anbieten. Für ihn ist der Konsum dieser Produkte Hauptgrund für die jetzige Situation. Von Oliver Haas

Inmitten einer der größten Krisen der Gastronomie-Szene schlug diese Nachricht wie eine Bombe ein: Der bekannte Frankfurter Wirt Sam Kamran verkündet, dass er fortan in seinen Restaurants kein Fleisch mehr verkaufen will. Er ist Inhaber des „Café Hauptwache“, der „Pizzeria Montana“ und „Fletchers Better Burger“. Kamran glaubt, dass 80 Prozent aller Seuchen, wie auch das Corona-Virus, durch Fleischkonsum entstehen. „Es wird so viel Antibiotika in die Tiere gepumpt. Es ist doch klar, dass sich irgendwelche Viren entwickeln. Ich möchte schon lange in meinen Restaurants auf Fleisch verzichten. Aber wenn du acht Millionen Euro Umsatz im Jahr machst und 170 Mitarbeiter hast, ist das schwierig, wenn viele Gäste Fleisch essen.“ Die Corona-Ausnahmesituation will er nun nutzen. „Jetzt werden wir lange keine Touristen als Gäste haben. Und das ist die Gelegenheit für den Wechsel.“

Überwiegend positive Reaktionen

Auf seiner Veröffentlichung bei Facebook ist der weit überwiegende Teil der Kommentare positiv. Es hagelt Daumen hoch, Herzchen und viele Dankesbekundungen. Aber nicht jeder ist begeistert. Einer schreibt „I love Steaks, was soll der Quatsch?“Ein anderer: „Sorry, jetzt hast du mich als Kunden verloren!“ Offenbar Einzelfälle, denn laut Kamran läuft die Pizzeria Montana seit der Umstellung besser denn je. „Die rennen uns die Bude ein.“ Er gibt aber auch zu: „In einer Pizzeria ist das einfach zu machen. In den anderen Läden wird es schwieriger, da werden manche Kunden wegbleiben. Doch der Gastronom will dennoch an seiner Entscheidung festhalten. So soll sein Laden „Fletchers Better Burger“ an der Hauptwache komplett eingestampft und gar zu einem rein veganen Restaurant umgewandelt werden. Hierfür sucht er einen kreativen Küchenchef, der sich mit veganen Speisen gut auskennt.

Ethischer Aspekt war der Hauptgrund

Für seine Entscheidung, Fleisch von den Speisekarten zu streichen, sei der ethische Aspekt und das Tierleid der wichtigste Grund, warum er künftig nicht mehr so weitermachen will wie bisher. Er wählt drastische Worte: „Die Afrikaner wurden versklavt, die Juden in Unmengen abgeschlachtet und jetzt töten wir weltweit 60 Milliarden Tiere jährlich. Wir züchten sie auf die asozialste Weise.“

Außerdem sei auch der gesundheitliche Aspekt ein Grund dafür. „Mein größter Irrtum war, dass Fleisch gesund ist! Aber man muss ja dazu lernen und was ändern. Ich kann jedem nur den Dokumentarfilm „The Game Changers“ auf Netflix empfehlen. Darin wird alles prima erklärt.“ In der US-Produktion äußern sich Sportstars wie Lewis Hamilton oder Schauspieler wie Arnold Schwarzenegger zu den Vorteilen pflanzlicher Ernährung.

Tierrechtsorganisation Peta begrüßt die Entscheidung

Rückendeckung bekommt Kamran von der Tierrechtsorganisation Peta. „Das ist ein vorbildlicher Schritt zum Wohl der kollektiven Gesundheit. Unser Appetit auf Fleisch, Milch und Eier kann zu Erkrankungen führen, die vom Tier auf den Menschen übergehen können. Denn in Tierställen werden massenweise Tiere auf engstem Raum inmitten ihrer eigenen Exkremente zusammengepfercht – sie sind wahre Brutstätten für tödliche Keime“, sagt Ilana Bollag, Petas Expertin für Klima und Ernährung.

Quelle: extratipp.com

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