Auf dem Hanauer Freiheitsplatz wurde am Freitag vor einer Woche ein 38-Jähriger zusammengeschlagen und schwer verletzt.
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Auf dem Hanauer Freiheitsplatz wurde am Freitag vor einer Woche ein 38-Jähriger zusammengeschlagen und schwer verletzt.

Aggressive junge Männer treten in Gruppen auf

Nach Schlägereien in Hanau: Polizei ist alarmiert

Hanau - Gewaltbereite junge Männer halten die Polizei in Hanau in Atem: Im Schlosspark konnte eine Massenschlägerei in letzter Minute verhindert werden, vor einer Woche wurde ein 38-Jähriger in der Innenstadt angegriffen und schwer verletzt. Die Polizei sagt den Schlägern den Kampf an. Von Kristina Bräutigam

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Die Stadt Hanau kommt nicht aus den Schlagzeilen: Anfang März hatten sich rund 150 junge Männer am Hanauer Schlossgarten getroffen. Mit Mühe gelingt es der Polizei, eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen – afghanischen Flüchtlinge und türkischstämmige Hanauer – zu verhindern. Die Stimmung ist aggressiv, stundenlang flammen die Streitigkeiten in der Innenstadt wieder auf. Knapp zwei Wochen später bleibt es nicht bei Drohgebärden: Eine Gruppe von 30 Hanauern schlägt sich mit 70 Jugendlichen auf dem Barbarossamarkt in Gelnhausen. Die Polizei vermutet, dass die Gruppen sich vorher verabredet haben. Die Stimmung ist wieder aggressiv, auch Waffen kommen zum Einsatz. Insgesamt vier Personen werden verletzt, ein Mann schwer. 

Am Freitagabend dann der nächste Gewaltexzess: Ein 38-jähriger Passant wird vor einem Restaurant auf dem Hanauer Freiheitsplatz von vier Männern brutal zusammengeschlagen. „Es war vermutlich nur eine Nichtigkeit, ein Anrempler“, sagt Rudi Neu, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Der Bruchköbeler erleidet massive Gesichtsverletzungen. Es besteht die Gefahr, dass er erblindet. Offenbar hatten die Männer gezielt Streit gesucht: Sie sollen weitere Beteiligte per Handy zur Schlägerei hinzugerufen haben. Laut Zeugenaussagen prügelten sich daraufhin zehn bis 30 Männer, darunter deutsche sowie ausländische Männer. Als die Streife eintrifft, sind die meisten Schläger geflüchtet. In der Nacht auf Donnerstag verhaftete die Polizei einen 19-Jährigen Hanauer. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl in anderer Sache vor. Ob es sich um den Haupttäter handelt, wird derzeit ermittelt. 

Im Polizeipräsidium Südosthessen nimmt man die Fälle ernst, warnt allerdings vor Panikmache: „Es gab zwei Massenschlägereien in kurzer Zeit und eine, die wir verhindern konnten. Hanau hat kein Prügel-Problem“, erklärt Sprecher Rudi Neu. Ob es nach der jüngsten Schlägerei Zusammenhänge mit vorigen Auseinandersetzungen gibt, werde derzeit geprüft. Es handele sich offenbar um Gruppen, die in wechselnder Zusammensetzung auftreten. Allerdings gebe es unter den jungen Männern, die im Alter zwischen 16 und 25 Jahren sind, „zwei, drei Kandidaten, die zum harten Kern gehören, und keine Unbekannten sind“, wie Neu erklärt. Diese Intensivtäter stehen unter Beobachtung. 

Polizei verstärkt ihre Präsenz 

An den kommenden Wochenenden will die Polizei ihre Präsenz massiv verstärken. Zur Unterstützung werden Kollegen der Bereitschaftspolizei sowie Zivilstreifen in der Hanauer Innenstadt unterwegs sein. Der erhöhte Personaleinsatz sei auch im Ernstfall nötig, sagt Rudi Neu, da der Respekt gegenüber den Beamten meist zu wünschen übrig lasse

Der Polizeisprecher appelliert auch an die Bürger: „Sobald Ihnen etwas komisch oder bedrohlich vorkommt, zögern Sie nicht und rufen Sie die Polizei.“ Sorgen, in Hanau nicht mehr sicher zu sein, müssten sich die Bürger nicht machen, betont Rudi Neu. Allerdings sei damit zu rechnen, dass es in den kommenden Monaten nicht unbedingt ruhiger wird. Je wärmer das Wetter, desto mehr Menschen ziehe es erfahrungsgemäß abends in die Innenstadt.

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„So einfach wie effektiv ist ein Schlag mit der ausgestreckten Handfläche direkt auf die Nase des Gegners. Tut unheimlich weh und gibt Zeit für die Flucht.“
„So einfach wie effektiv ist ein Schlag mit der ausgestreckten Handfläche direkt auf die Nase des Gegners. Tut unheimlich weh und gibt Zeit für die Flucht.“ © rz
„Fingerstechen ist eine sehr wirkungsvolle Methode. Am besten mit den Daumen in die Augenhöhlen des Angreifers drücken. Er wird sofort zurückweichen.“
„Fingerstechen ist eine sehr wirkungsvolle Methode. Am besten mit den Daumen in die Augenhöhlen des Angreifers drücken. Er wird sofort zurückweichen.“ © rz
„Wird eine Frau von hinten gepackt, kann sie gut ihre Ellenbogen einsetzen und sie dem Angreifer ins Gesicht rammen. Die Kraft, die dahinter steckt ist enorm.“
„Wird eine Frau von hinten gepackt, kann sie gut ihre Ellenbogen einsetzen und sie dem Angreifer ins Gesicht rammen. Die Kraft, die dahinter steckt ist enorm.“ © rz
„Ein gezielter Schlag gegen den Kehlkopf ist äußerst wirkungsvoll, aber auch gefährlich. Eine Frau, die vergewaltigt werden soll, sollte das aber nicht kümmern.“
„Ein gezielter Schlag gegen den Kehlkopf ist äußerst wirkungsvoll, aber auch gefährlich. Eine Frau, die vergewaltigt werden soll, sollte das aber nicht kümmern.“ © rz
„Ein Schlag mit der flachen Hand direkt aufs Ohr, lässt den Gegner in der Regel taumeln, weil es sein Gleichgewicht stört. Jetzt ist genug Zeit, um wegzulaufen.“
„Ein Schlag mit der flachen Hand direkt aufs Ohr, lässt den Gegner in der Regel taumeln, weil es sein Gleichgewicht stört. Jetzt ist genug Zeit, um wegzulaufen.“ © 
„Effektiver als alles andere ist der Tritt in den Unterleib. Wichtig ist, die Scheu abzulegen und mit aller Kraft zuzutreten. Ist der Täter nah, einfach das Knie hochziehen.“
„Effektiver als alles andere ist der Tritt in den Unterleib. Wichtig ist, die Scheu abzulegen und mit aller Kraft zuzutreten. Ist der Täter nah, einfach das Knie hochziehen.“ © rz

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Quelle: extratipp.com

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