Ab August 2017 sollen Schüler mit ihren Fahrkarten in ganz Hessen unterwegs sein.
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Ab August 2017 sollen Schüler mit ihren Fahrkarten in ganz Hessen unterwegs sein.

Vereinbarung wird am Freitag unterzeichnet

Neues Schülerticket kommt! Für einen Euro durch ganz Hessen

Frankfurt - Auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrates haben die Gesellschafter des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) in der vergangenen Woche der Einführung eines hessenweiten Schülertickets zugestimmt, jetzt hat auch der Nordhessische Verkehrsverbund nachgezogen. Damit kann das Ticket kommen.

Nachdem zwischenzeitlich auch der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) für den Kreis Bergstraße sein Okay gegeben hat, hat am Donnerstag der Aufsichtsrat des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) eine positive Entscheidung gefällt. Am Freitag werden Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und die Geschäftsführer der Verkehrsverbünde eine Vereinbarung unterzeichnen. 

„Wir haben den Weg für das Schülerticket frei gemacht", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des RMV, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Das Schülerticket Hessen ist ein unschlagbar günstiges Angebot. Der RMV hat mit der Einführung der CleverCard früh gezeigt, dass Angebotsvereinfachungen und Fahrpreissenkungen dazu führen, dass mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen. Das Schülerticket Hessen folgt genau diesem Prinzip und greift die positiven Erfahrungen auf, die insbesondere die Stadt Frankfurt damit gemacht hat. Wir weiten die Leistung zu einem Hessenticket aus und senken zugleich den Preis. Wir sind damit bundesweit Vorreiter.“ 

Wer kann das neue hessenweite Schülerticket nutzen?

Das Angebot richtet sich laut Peter Feldmann an Schüler, Auszubildende, Wehr- und Freiwilligendienstleistende sowie an Teilnehmer an freiwilligen sozialen Jahren. Das Schülerticket soll ihre Jahreskarten ersetzen. Die bisherigen Wochen- und Monatskarten werden laut Verkehrsministerium auch weiterhin angeboten.

Ab wann gibt es das neue hessenweite Schülerticket?

Die Einführung des neuen Schülertickets in Hessen ist zum kommenden Schuljahr geplant. Das heißt: Ab August 2017 soll es genutzt werden können. 

Wie hoch ist der Preisunterschied zwischen CleverCard und Schülerticket?

Eine CleverCard kostet in Frankfurt beispielsweise bislang 417,90 Euro für ein ganzes Jahr, für den Hochtaunuskreis 409 Euro und die kreisweite CleverCard im Landkreis Fulda sogar 520 Euro.

Das neue Schülerticket kostet dagegen als Jahreskarte 365 Euro und löst im RMV die Angebote für Schüler und Auszubildende, CleverCard und CleverCard kreisweit, ab. Mit ihm können Nutzer hessenweit für umgerechnet einen Euro am Tag Busse und Bahnen nutzen. 

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Ulrich Krebs aus dem Hochtaunuskreis unterstrich die Attraktivität des Tickets: „Das Schülerticket bedeutet für die meisten Schüler eine Fahrpreissenkung." Zudem habe die kommunale Familie in intensiven Verhandlungen mit dem Land erreicht, dass keine zusätzlichen Belastungen auf die kommunalen Aufgabenträger zukämen. „Damit ist sichergestellt, dass die finanziellen Risiken durch das Land abgedeckt sind." 

Wie wird das neue Schülerticket finanziert?

Das Land Hessen stellt in der dreijährigen Pilotphase zur Einführung des Schülertickets rund 20 Millionen Euro pro Schuljahr zur Verfügung, um damit die Einnahmeausfälle der Verkehrsverbünde aufgrund der gesenkten Ticketpreise auszugleichen. Der hessische Städtetag begrüßt das geplante landesweite Schülerticket zwar, befürchtet aber auch zusätzliche Kosten für die Kommunen. Diese müsste dann das Land Hessen tragen, forderte der Städtetag am Donnerstag nach einer Sitzung in Fulda. Kosten für das Schülerticket, die über die derzeitigen Schülerbeförderungskosten hinausgingen, könnten und wollten die Städte und Gemeinden in Hessen nicht übernehmen, sagte der Städtetagspräsident und Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghard.

Ein Sprecher des Verlehrsministeriums versuchte allerdings zu beruhigen: Sollten die 20 Millionen Euro des Landes nicht reichen, sei den Kommunen bereits zugesichert worden, dass ihnen keine Mehrbelastung entstünde. „Damit ist die Finanzierung gesichert.“

Stimmen zur Einführung des Schülertickets

„Im vergangenen Sommer war es noch ein Traum von mir“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Jetzt stehen wir kurz davor, ihn wahr zu machen. Ein hessenweites Schülerticket - eine Flatrate für Bus und Bahn. Für einen Euro am Tag. So etwas gibt es bislang nirgends. Das Angebot ist einfach und günstig zugleich. Ich bin mir sehr sicher, dass das Schülerticket ein echter Renner wird. Und klar ist auch: Wer so ein Ticket erstmal in der Tasche hat, wird es dann auch regelmäßig nutzen." 

Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV: „Ein landesweit gültiges Schülerticket ist die folgerichtige Weiterentwicklung der CleverCards des RMV. Es ist richtig und sinnvoll diese Erfolgsgeschichte auf ganz Hessen auszuweiten. Wir setzen damit klare Anreize für die Nutzung von Bus und Bahn gerade auf Wegen in der Freizeit und stärken den ÖPNV."

Auch für Touristen und Ausflügler gibt es seit März ein neues Angebot im Nahverkehr: Mit der RheinMainCard fahren sie nicht nur billiger, sie hält auch Vergünstigungen bei vielen Sehenswürdigkeiten in und um Frankfurt bereit. red/skk

Bilder

Fotos: Bäppi zeigt die schönsten Ecken Frankfurts

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Bäppi zeigt jungen schwulen Flüchtlingen die Frankfurter Altstadt mit den vielen Museen. © Janine Drusche
Der Stadtverordnete zeigt auf den Tagungsraum im Kaisersaal des Römers.
Der Stadtverordnete zeigt auf den Tagungsraum im Kaisersaal des Römers. © Janine Drusche
Mitten auf dem Römerberg finden sich viele Sehenswürdigkeiten und Statuen. „Und bald sogar im Condit Couture meine eigene Praline“, sagt Bäppi.
Mitten auf dem Römerberg finden sich viele Sehenswürdigkeiten und Statuen. „Und bald sogar im Condit Couture meine eigene Praline“, sagt Bäppi. © Janine Drusche
Den Frankfurter Dom darf man in Frankfurt nicht verpassen. Bäppi möchte auch den Flüchtlingen einen Besuch in der ehemaligen Stiftskirche anbieten.
Den Frankfurter Dom darf man in Frankfurt nicht verpassen. Bäppi möchte auch den Flüchtlingen einen Besuch in der ehemaligen Stiftskirche anbieten. © Janine Drusche
An der Staufenmauer geht es bei Bäppis Stadtführung vorbei...
An der Staufenmauer geht es bei Bäppis Stadtführung vorbei... © Janine Drusche
...um am Ende auf der Einkaufsmeile Zeil zu landen.
...um am Ende auf der Einkaufsmeile Zeil zu landen. © Janine Drusche

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