Einen Hund sollte man nie allein im Auto zurücklassen.
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Einen Hund sollte man nie allein im Auto zurücklassen.

Tierärztin erklärt, warum schon milde Temperaturen Tiere töten können

Todesfalle Auto: Ab 15 Grad wird’s für Hunde gefährlich!

  • Janine Drusche
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Region Rhein-Main – Schon milde Temperaturen können für Hunde gefährlich sein, wenn sie allein im Auto gelassen werden. Tierärztin Dörte Röhl hat dem EXTRA TIPP erklärt, was mit den Vierbeinern dann geschieht. Von Janine Drusche

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Panisch guckt Wuffi durch die Scheibe eines parkenden Autos: Er hechelt schnell, die Zunge ist blau, dann taumelt er durch den Innenraum: Der Hund ist überhitzt. „Da muss man eingreifen!“, sagt Tierärztin Dörte Röhl. Sie ist Fachreferentin bei der Tierrechtsorganisation Peta. „Dieses Jahr ist schon ein Hund in Deutschland an Überhitzung im Auto gestorben“, ärgert sie sich. Dabei ist noch gar kein Sommer. Die Auswirkungen seien von Rasse zu Rasse verschieden, tagesformabhängig, „aber Hunde können nach wenigen Minuten im heißen Auto sterben“, warnt die Expertin.

„Wer einen Hund mit diesen Anzeichen sieht, sollte den Besitzer suchen, die Polizei rufen oder zur Not selbst das Tier befreien“, sagt Röhl. Michael Malkmus, vom Polizeipräsidium Südosthessen: „In Einzelfällen ist das Zerschlagen einer Autoscheibe zur Tierrettung gerechtfertigt.“ Die Dunkelziffer der sterbenden Hunde durch Hitze im Sommer sei hoch.

Tierärztin Dörte Röhl erklärt, was mit den Hunden passiert

Schon ab 15 Grad Celsius kann es für kurznasige Hunde, wie den Mops oder die französische Bulldogge im Auto gefährlich werden. Normale Hunde halten etwas mehr aus. Ab 20 Grad wird’s aber auch für diese gefährlich. In einer Wohnung oder draußen ist das kein Problem, doch im Auto kann die Luft nicht gut zirkulieren. Innerhalb weniger Minuten kann es deshalb in einem Wagen zu einer sprunghaften Erwärmung kommen, wenn die Sonne darauf scheint. Der Innenraum gleicht dann sprichwörtlich einem Backofen. Der Vierbeiner wird also quasi langsam gebacken, wenn ihm niemand hilft.

Ersticken kann schnell gehen

Der Hund besteht wie der Mensch hauptsächlich aus Eiweiß. In einer Bratpfanne gerinnt dieses bereits ab 43 Grad. Wuffi ist aber im Auto höheren Temperaturen ausgesetzt: Das Blut in den Adern des Tieres beginnt erst langsam, bei steigender Temperatur schneller, zu gerinnen. Ist Wuffi zu starker Hitze im engen Raum eines Autos ausgesetzt, veratmet er schnell die Luft im Inneren. Auch ein spaltbreit geöffnetes Fenster ändert daran nicht viel. Der Hund bekommt Atemnot und kann innerhalb kürzester Zeit ersticken.

Beim Bluthund gibt die Nase den Ton an

Der Bluthund hat seinen eigenen Kopf. Sklavischen Gehorsam kann man im nicht anerziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Der Bluthund hat seinen eigenen Kopf. Sklavischen Gehorsam kann man im nicht anerziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde sind trotz ihres Namens sehr sensibel und feinfühlig. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde sind trotz ihres Namens sehr sensibel und feinfühlig. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde haben eine besonders gute Spürnase. Deshalb wurden die Tiere ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde haben eine besonders gute Spürnase. Deshalb wurden die Tiere ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Wegen ihres speziellen Charakters eignen sich Bluthunde eher für fortgeschrittene Halter. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Wegen ihres speziellen Charakters eignen sich Bluthunde eher für fortgeschrittene Halter. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad erziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad erziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde werden auch Bloodhound oder Chien de St. Hubert (Sankt Hubertus-Hunde) genannt. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde werden auch Bloodhound oder Chien de St. Hubert (Sankt Hubertus-Hunde) genannt. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz

Da Hunde kaum Schweißdrüsen haben, ist Hitze für sie viel schneller gefährlich, als für erwachsene Menschen. Nur an Pfoten und der Nase kann Wuffi Schweiß absondern. Er versucht, durch Hecheln die trockene Hitze im Auto zu regulieren. Ist die Umgebungstemperatur zu hoch, schafft der Organismus des Vierbeiners das nicht mehr, die körperlichen Mechanismen versagen, da die Organe keinen Sauerstoff mehr bekommen. Es kommt zum Schock, Organ- und Herzversagen.

Bei diesen Anzeichen sofort handeln!

Sind Hunde in überhitzten Autos eingesperrt, reagieren ihre Körper entsprechend. Wuffi wird unruhig, hechelt stark, taumelt umher, bekommt eine blaue Zunge und wird schließlich bewusstlos, bevor er stirbt. Zeigt ein Hund eines dieser Anzeichen in einem verriegelten Auto, herrscht Alarmstufe Rot! Je heißer es im Wagen ist, desto kürzer ist die Überlebensdauer des Vierbeiners. Wenn er nicht qualvoll verenden soll, muss er sofort aus dem Auto raus, in den Schatten gebracht werden. Er braucht Wasser – nicht zu kalt, denn das könnte zum Schock führen. Auch wenn Wuffi den Auto-Backofen erstmal überstanden hat, kann er immer noch in den nächsten Tagen an den Folgeschäden sterben!

Und so können Hundehalter ihre Liebsten außerdem schützen: Training für Hunde hilft.

Beim Bluthund gibt die Nase den Ton an

Der Bluthund hat seinen eigenen Kopf. Sklavischen Gehorsam kann man im nicht anerziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Der Bluthund hat seinen eigenen Kopf. Sklavischen Gehorsam kann man im nicht anerziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde sind trotz ihres Namens sehr sensibel und feinfühlig. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde sind trotz ihres Namens sehr sensibel und feinfühlig. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde haben eine besonders gute Spürnase. Deshalb wurden die Tiere ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde haben eine besonders gute Spürnase. Deshalb wurden die Tiere ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Wegen ihres speziellen Charakters eignen sich Bluthunde eher für fortgeschrittene Halter. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Wegen ihres speziellen Charakters eignen sich Bluthunde eher für fortgeschrittene Halter. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad erziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde lassen sich nur bis zu einem gewissen Grad erziehen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz
Bluthunde werden auch Bloodhound oder Chien de St. Hubert (Sankt Hubertus-Hunde) genannt. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
Bluthunde werden auch Bloodhound oder Chien de St. Hubert (Sankt Hubertus-Hunde) genannt. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn © Markus Scholz

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