Jasmin Rose hat in ihrer Wohnung rund 100 Pflanzen.
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Jasmin Rose hat in ihrer Wohnung rund 100 Pflanzen.

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Wie die 21-jährige Jasmin zur „Plantfluencerin“ wurde

  • Julia Oppenländer
    vonJulia Oppenländer
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Efeu rankt sich vom Regal, das Sofa verschwindet zwischen Palmen: Immer öfter holen sich Menschen die Natur nach Hause. Gezeigt wird das dann im Internet. Hier verrät Jasmin Rose, die als sogenannte „Plantfluencerin“ auf Instagram aktiv ist, warum sie ihren urbanen Dschungel so liebt.

  • Jasmin Rose ist als „Plantfluencerin“ auf Instagram aktiv
  • Die 21-Jährige hat rund 100 Pflanzen in der Wohnung
  • Rose muss aber auch immer wieder Rückschläge hinnehmen

Region Rhein-Main – Jasmin Rose: Mit diesem Namen war der Weg zur stolzen Pflanzenmama quasi vorherbestimmt. Seit ihrem Einzug vor zwei Jahren in die eigenen vier Wände in der Nähe von Frankfurt wächst ihre Pflanzenfamilie stetig. „Ich mochte Pflanzen schon immer und habe da gemerkt, dass ich sie lieber als irgendwelche andere Deko um mich habe. Am liebsten habe ich große, dunkle Blätter mit vielen Grüntönen“, sagt die 21-Jährige. Mit rund 100 Gewächsen teilen sie und ihr Freund sich inzwischen die Wohnung – die meisten sind selbstgekauft in Gärtnereien der Region, manche hat sie über Kleinanzeigen, Privatverkäufe oder spezialisierte Online-Shops ergattert.

„Vor kurzem habe ich mir sogar eine Pflanze aus Indonesien bestellt“, sagt sie. Seit Anfang des Jahres interessiert sie sich auch für die selteneren Arten. Und die können auch ganz schön ins Geld gehen: „Für eine Monstera Monkey Leaf mit Gendefekt, da sind die Blätter weißlich, zahlt man schonmal 1000 Euro. Das ist wirklich verrückt. Aber ich habe auch schon 175 Euro ausgegeben – für eine Anthurium Warocqueanum.“ Die zählt jetzt zu ihren absoluten Lieblingen. Und bei denen schaut die Pflanzenmama ganz genau hin, ob es ihnen gut geht oder Schädlinge in der Nähe sind.

„Plantfluencerin“ Jasmin Rose findet immer mehr Anhänger

Mittlerweile teilt die 21-Jährige die grünen Mitbewohner auch mit der Welt: Auf Instagram gibt’s regelmäßig Pflanzen-Updates. „Das kam mit der Langeweile im Corona-Lockdown. Da hatte ich viel Zeit übrig und weil mir das Grüne gefehlt hat, kamen auch viele neue Pflanzen dazu.“ Nach nur zwei Monaten hat Jasmin Rose als „Plantfluencerin“ (engl. plant = Pflanze + Influencer) mit ihren Fotos bereits die 1000-Follower-Marke geknackt, täglich kommen weitere Fans dazu. „Ich bin selbst überwältigt, wie groß das Interesse ist. Und wir tauschen uns viel miteinander aus. Wenn ich zum Beispiel Rat brauche zu einer meiner Pflanzen, frage ich rum und es kann mir immer jemand helfen.“

Mit einigen Gleichgesinnten steht sie fast täglich in Kontakt, hat sich sogar schon privat mit ihnen getroffen. „Sie sind wie Freunde geworden. Dabei sprechen wir nicht nur über unsere Pflanzenliebe, aber es ist immer ein guter Einstieg!“ Und auch bei Familien und Freunden kommt der grüne Daumen an. „Die sind immer total begeistert von meinem Dschungel in der Wohnung. Vor allem meine Mama ist stolz, die hat auch einen großen Garten. Denn als ich noch zuhause gewohnt habe, hat sie sich immer um die zwei Pflanzen in meinem Zimmer kümmern müssen. Jetzt verstehen viele nicht, dass die Pflanzen bei mir so lange überleben.“ Doch abseits der perfekten Instagram-Welt muss auch die 21-Jährige Rückschläge hinnehmen: „Ich schmeiße leider immer wieder mal Pflanzen weg. Gerade im Herbst, wenn Krabbelviecher und Schädlinge in die Wohnung kommen und ich die nicht rechtzeitig entdecke.“

Jasmin Rose achtet auch auf Nachhaltigkeit

Auch sonst macht sich Jasmin Rose viele Gedanken um ihre botanischen Schützlinge. Aktuell beschäftigt sie sich unter anderem mit dem Thema Nachhaltigkeit. „Früher dachte ich: Das ist grün, das ist eine Pflanze, das muss ja auf jeden Fall nachhaltig sein“, sagt sie. Inzwischen weiß sie es besser. Wenn exotische Pflanzen um den halben Globus nach Deutschland reisen, ist ihr CO2-Abdruck enorm. „Mittlerweile habe ich mich in das Thema eingelesen und auch Dokus dazu gesehen – seitdem ist mein Pflanzenkonsum auch extrem zurückgegangen.“

Von Julia Oppenländer

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