Wildschweine vermehren sich derzeit häufiger, als normal. Sie dringen sogar in Oberursels Wohngebiete vor.
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Wildschweine vermehren sich derzeit häufiger, als normal. Sie dringen sogar in Oberursels Wohngebiete vor.

Bürger sollen Hecken stutzen - Jäger und Nabu dagegen

Wildschweine machen sich im Oberurseler Wohngebiet breit

  • Janine Drusche
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Wildschwein-Plage: In Oberursel trampeln die Tiere durchs Wohngebiet. Die Stadt will jetzt handeln, die Methoden aber gefallen Jägern und Naturschutzbund nicht. Die Wildschwein-Population ist im Rhein-Main-Gebiet zu stark angestiegen. Von Janine Drusche

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Oberursel – Die Tiere kommen immer näher an die Menschen heran, wühlen sich durch Grundstücke und Gärten. In Oberursel hat sich die Lage im Stierstadter Feld derart verschärft, dass viele Grundstückseigentümer und Anwohner Angst haben. Experten gehen von 50 Wildschweinen aus, denen die zugewachsenen Grundstücke mit wilden Sträuchern und Hecken Lebensraum mit Verstecken bieten. Auch Komposthaufen und Fallobst ziehen laut Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum das Wild an. Und das zerstört landwirtschaftliche Flächen, versetzt Menschen in der Dämmerung in Angst. 

Nun will die Stadt handeln: Rückschnitt und Auslichtung an Bäumen sowie tägliche Jagd auf Schwarzwild soll die Anzahl der Tiere verringern. Gehölzflächen sollen im Unterholz zurückgeschnitten werden, um keinen Rückzugsort mehr zu schaffen, Obst fachgerecht geerntet werden, damit es keine Wildschweine anzieht. „Wildwuchs auf den Flächen, und damit den Lebensraum der Tiere zu beseitigen, ist wichtig. Denn kommt es zu Schäden, sind Grundstückseigentümer und Jagdgenossenschaft haftbar“, warnt Brum. Auch Artenschutzflächen müssen teilweise eingezäunt werden.

Die Gründe für die Überpopulation der Wildschweine sieht Werner Stippler, Vorsitzender des Jagdklubs Main-Taunus, in der Veränderung der Landwirtschaft: „Die milderen Winter, das enorme Angebot an Eicheln und Bucheckern als Nahrung helfen den Tieren.“ Zudem stören Sportler und freie Hunde, die im Wald unterwegs sind, den Biorhythmus. „In der Phase, wo Wildschweine eigentlich ruhen, werden sie ständig aufgeschreckt. Dadurch pflanzen sie sich häufiger fort als das eine Mal, was im Jahr normal für sie ist“, sagt der Hofheimer. 

Durch den gewohnten Geruch der Menschen im Wald, scheuten sich die Tiere nicht in bebauter Umgebung zu wühlen, wenn im Kompost oder Garten Futter abfallen könnte. Die Schweine dort zu bejagen, sei wegen der Nähe zu den Häusern schwierig. „Und im Wald gibt es zwar keine Abschussgrenze, doch wir können die Nachttiere in der Dämmerung nur schwer finden“, sagt der 77-Jährige. Drückjagden mit mehreren Jägern finden nun jedes Wochenende statt.

Die Methoden der Stadt Oberursel findet Stippler aber teilweise daneben: „Von Rückschnitten an Hecken halte ich gar nichts, es gibt schließlich eine Vielfalt von Arten, die davon auch betroffen wäre. Vögel könnten sich dann zum Beispiel auch nicht mehr verstecken.“ Stippler rät eher, Hecken und Bäume stabil einzuzäunen. Streuobstwiesen zu verändern, mag der Jagd-Experte nicht, denn: „Wenn man bewusste Natur-Inseln schafft, sollten diese auch so belassen werden.“ 

Die Wirtschaft dürfe nicht immer im Vordergrund stehen: „Man muss die Natur auch mal akzeptieren“, sagt Stippler, Jäger seit fast 50 Jahren: „Die Wildschwein-Dichte wird automatisch reduziert, wenn Menschen im Wald nicht mehr so viel Unruhe stiften.“ Auch Mark Harthun, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Nabu Hessen, hält von den meisten Maßnahmen der Stadt Oberursel gegen die Plage nichts. „Wir können ja nicht die Landschaft an die Schweine, sondern müssen die Schweine an die Landschaft anpassen.“ Wertvolle Naturstrukturen zu beseitigen, sei nicht der richtige Weg. „Das zerstört die Landschaft“.

Vor rund zwei Jahren waren sich Jäger und Umweltschützer einig, wie mit einer Plage von zu vielen Tieren umzugehen sei: Sie forderten sowohl bei den Waschbären als auch bei Wildschweinen: Esst sie auf!

Fotos: Frettchen Bruno aus Obertshausen vermisst

Ein Foto von Frettchen Bruno.
Ein Foto von Frettchen Bruno. © nh
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam
Ein Foto von Frettchen Bruno.
Ein Foto von Frettchen Bruno. © nh
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge.
Seit mehr als einer Woche wird Frettchen Bruno in Obertshausen vermisst. Seine Besitzerin ist in großer Sorge. © Kristina Bräutigam

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