Die 37-jährige Maite Kelly beginnt an diesem Wochenende mit ihrer Zusatztournee. Am morgigen Sonntag tritt sie in der Stadthalle Aschaffenburg auf
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Die 37-jährige Maite Kelly beginnt an diesem Wochenende mit ihrer Zusatztournee. Am Sonntag tritt sie in der Stadthalle Aschaffenburg auf.

Das große EXTRA TIPP-Interview

Sängerin Maite Kelly: „Ich bin eine Löwen-Mama“

  • VonDirk Beutel
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An diesem Wochenende startet Maite Kelly mit ihrer Zusatztournee durch. Das zweitjüngste Kind der berühmten Kelly Family erzählt, wie das Leben als Mutter ins Showbusiness passt, ob es ein neues Geschwisterprojekt geben könnte und was die Kellys mit Frankfurt verbinden. Von Dirk Beutel

Frau Kelly, Sie starten jetzt Ihre „Sieben Leben für dich“-Zusatztournee. Hätten Sie mit so einem Erfolg gerechnet?

Es ist unglaublich. Ich wollte immer ein großartiges Album abliefern. Leider weiß man vorher nie, wie das Publikum darauf reagiert. An eine Tournee habe ich zum Beispiel gar nicht gedacht. Aber ich wusste, als wir das Album fertig hatten, dass es etwas Besonderes ist und es hoffentlich die Chance bekommt, gehört zu werden. Wir hatten das große Glück, mit Showproduzent Michael Jürgens zusammen zu arbeiten. Er hat mich schon unterstützt, als ich noch kein Musiklabel hatte. Und irgendwie, ich kann es nicht beschreiben...als hätten die Menschen gehofft, dass ich etwas in der Pipeline habe und etwas nachlegen kann. Diese Erwartung habe ich gespürt. Also legen wir nach.

Was fasziniert Sie selbst so an der Schlager-Musik?

Ich bin mit Schlager aufgewachsen, in einer folkloristischen Schlager-Popband. Ich habe ja schon als Kind in den großen TV-Shows mit Mireille Mathieu oder Romina Power agiert. Ich war umgeben von solchen Stars und habe deren Musik sozusagen mit der Muttermilch aufgenommen. Und es gibt, außer im Schlager, kein anderes Genre, in dem die Künstler so viel füreinander schreiben. Ich war zum Beispiel unheimlich stolz darauf, eine Single für Maria Voskania zu schreiben. Mehr als alles andere. Komischerweise. Das verbindet aber die Schlagermusiker untereinander. Da gibt es eine Wir-Philosophie.

Wie passt Ihr stressiges Leben im Showbusiness mit Ihrem Leben als Mutter zusammen?

Ich bin zuerst Frau, Mutter und dann Künstlerin. Meine Berufung widerspricht also nicht meiner Mutterschaft. Und Druck habe ich keinen. Ich bin mein eigener Chef. Ich habe keinen Plattendeal im herkömmlichen Sinne. Ich mache alles selbst. Mein Unternehmen habe ich zu Hause. Was andere Leute im Büro machen, mache ich, wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind. Das ist eigentlich ganz leicht. Mein Buch „Die Hummel Bommel“ habe ich mit meinem Kind an meiner Brust geschrieben. Wir leben sowieso in einer neuen Zeit. Frauen arbeiten heute anders. Ich komme aus einer Hippie-Familie. Da wurde das Unternehmen gelebt. Und ich habe immer die Philosophie meines Vaters angenommen, dass man als Künstler diese Freiheit hat, für sich herauszusuchen, wann man der Musik den freien Lauf lässt. 

Ich bin sehr diszipliniert. Ich gehe auf keine Partys. Ich glaube an gute Inhalte. Und die sind durch nichts aufzuhalten. Ich mache auch nicht diese ganzen Schlagerfestivals mit. Ich bin tatsächlich 250 Tage im Jahr zu Hause. Das wird einige überraschen. Aber die Gabe einer Mutter besteht ja darin, Superkräfte zu entwickeln. Ich muss nicht bei jedem Dorffest dabei sein, damit ein Song gut ist. Überpräsenz ist gar nicht so gut. Was ich aber machen muss, ist inhaltlich auf den Punkt zu kommen. Und dafür habe ich die Zeit zwischen acht und 14 Uhr.

Code

Auch die Kelly Family startet in unvollständiger Formation gerade durch. Bereuen Sie es, nicht dabei zu sein?

Ich freue mich für sie. Das erfolgreiche Comeback war wünschenswert für alle Seiten. Wir sind nach wie vor eine große Familie. Wir waren bei zwei TV-Shows zusammen. Sie mit der Musik der Kelly Family und ich mit meiner. Privat verstehen wir uns sowieso und man gönnt sich gegenseitig den Erfolg. Die Kellys haben immer handgemachte Musik gemacht, die von Herzen kommt und ich habe eben ein bisschen mehr Disco-Beats dabei, aber letztlich komponiere ich alles genauso, wie ich es als Kind gelernt habe.

Mit wem von Ihren Geschwistern haben Sie am meisten Kontakt?

Jimmy, Patricia, Paddy und Joey. Die anderen wohnen weit weg und sind schwierig zu erreichen. Das muss man differenzieren. Nur weil wir nicht zusammen arbeiten, heißt das noch lange nicht, dass wir uns nicht verstehen. Und die kennen mich alle. Die wissen, was für eine Löwen-Mama ich bin und dass ich beim Comeback nicht dabei sein werde. Ich habe zu Angelo gesagt, dass ich nicht weiß, was mit meiner neuen Platte alles auf mich zukommt. Ich mache keine halben Sachen, deshalb habe ich mich für eine Sache entschieden. Die haben ja Kellys genug und sind auch ohne mich erfolgreich. Die brauchen mich nicht.

Ihr Bruder Jimmy hat in einem Interview gesagt, er habe zu Zeiten, als Sie auf der Straße spielten, am liebsten auf der Zeil in Frankfurt musiziert. Was verbindet Sie mit dem Rhein-Main-Gebiet?

Als Kind durfte ich ja nicht auf der Straße dabei sein. Ich war zu klein. Obwohl ich wollte. Aber wenn die großen Kinder zurückkamen erzählten sie immer, dass Frankfurt ein Hot Spot ist. Die Frankfurter haben uns ganz schnell ins Herz geschlossen. Sie sind sehr sensibel für Musik und der Frankfurter ist nicht nur großzügig, er hört auch zu. Dort war immer Publikum, das lange stehen geblieben ist. Für uns Straßenmusiker war das ein unglaublich berührendes Erlebnis. Der Frankfurter ist nicht überherzlich, oder überemotional, aber er hat eine tolle Balance zwischen Kopf und Herz.

Können Sie sich ein anderes Geschwisterprojekt als die Kelly Family vorstellen?

Na klar. Wir teilen uns ja auch gegenseitig die Songs. Wir sind nach wie vor diese Songschreiber-Truppe, die sich offen untereinander befeuert oder kritisiert. Aber ein gemeinsames Projekt muss aus sich selbst heraus entstehen. So wie das Duett mit Roland Kaiser. Da hatte kein PR-Mann oder eine Plattenfirma die Finger im Spiel. 

Wir haben zusammen hinter der Bühne bei Carmen Nebel die schlechteste Minestrone der Welt auf einer Bierbank gelöffelt. Ich habe ihn angesprochen und gesagt, dass ich bei meinem Song „Sag doch nicht Hello“ an ihn denken müsse und fragte ihn, wem ich das Lied schicken solle, damit er es sich einmal anhört. Er sagte nur: ‘An mich Maite. An mich’. Ein paar Tage später rief er mich an und sagte: ‘Der Song ist gut. Wann können wir uns treffen, um ein paar Zeilen durchzugehen’? So etwas kann man nicht planen. So etwas muss einfach passieren.

Auch Jimmy Kelly hat kürzlich im großen EXTRA TIPP-Interview über sein Leben und seine Karriere geplaudert: „Ich bin kein Joghurt und mag keiner sein!“

Bilder

Heute und früher: Die Topmodels der 90er Jahre

Naomi Campbell, Claudia Schiffer und Elle MacPherson genießen den ganz großen Auftritt bei einer Restaurant-Eröffnung im Jahr 1994. Was wurde aus den Supermodels? © AFP
2016 Forbes Women's Summit
Christy Turlington: Entdeckt wurde sie schon im zarten Alter von 13, bei einem Reitwettbewerb. Zehn Jahre später zählte Christy Turlington zu den fünf erfolgreichsten Supermodels der Welt. Das Gesicht der bildhübschen Kalifornierin war auf über 1.000 Magazin-Covern zu sehen. © AFP
SAFRICA\FASHION
Auch wenn die Modebranche als notorisch oberflächlich verschrien ist: Für Christy Turlington (ganz rechts) gilt das gewiss nicht. 1999 beendete die Amerikanerin ihr Studium der Literatur und Philosophie. Sportlich ist die 47-jährige PETA-Unterstützerin und zweifache Mama obendrein, wie man sieht. Tägliches Yoga und Laufen sind ihr Schönheitselexier. Darüberhinaus engagiert sich das bildhübsche Ex-Model auch noch sozial. © AFP
Cindy Crawford
Cindy Crawford: Der sinnliche Leberfleck über der Lippe war ihr Markenzeichen, die vier Jahre (1991 bis 1995) andauernde Ehe mit Richard Gere war vielleicht die glamouröseste des Jahrzehnts. Unter den Supermodels der 90er war Cindy Crawford gewissermaßen das Super-Supermodel. Zumindest das bestbezahlte: Im Jahr 1995 betrug das Jahreseinkommen der US-Amerikanerin laut Forbes rekordverdächtige 6,9 Millionen US-Dollar. © AFP
Cindy Crawford
Heute strahlt Cindy Crawford im Blitzlichtgewitter wie eh und je. Gelernt ist gelernt. Kaum zu glauben, dass die auch als Moderatorin und Schauspielerin tätige US-Schönheit am 20. Februar 2016 ihren 50. Geburtstag feierte. Für Aufsehen in der Modelwelt sorgt derzeit übrigens ihre Tochter Kaia Gerber. Schon mit 14 Jahren stand sie für die Kinderkollektion des Modehauses Versace vor der Kamera. © AFP
Claudia Schiffer
Claudia Schiffer: Sie galt als zuverlässig und diszipliniert – und als prinzipienfest: Oben-ohne-Fotos gibt es von Claudia Schiffer bis heute nicht. Trotzdem war die Karl-Lagerfeld-Muse in den 90-ern das gefragteste deutsche Supermodel. Sie zierte über 500 Magazintitel und machte auch durch ihren berühmten Freund Schlagzeilen: Zwei Jahre lang war die schöne Blonde mit dem US-Magier David Copperfield verlobt. Auf dem oberen Foto bewundern die beiden eine Wachsfigur des Zauberkünstlers bei Madame Tussaud’s in Las Vegas. © AFP
Claudia Schiffer
Dass 2013 ihre ProSieben-Castingshow Fashion Hero floppte: Claudia Schiffer wird es verschmerzt haben. Das Privatvermögen der 45-Jährigen wird vom Forbes Magazine auf 55 Millionen US-Dollar geschätzt. Seit 2002 ist die gebürtige Rheinbergerin mit dem US-Regisseur Matthew Vaughn verheiratet. Die beiden haben drei Kinder. © AFP
Elle McPherson
Ihren Durchbruch als Zeitschriftenmodel feierte Elle Macpherson schon in den 80er-Jahren. Der Ehrfurcht gebietende Spitzname der Australierin hallte aber auch noch durchs Folgejahrzehnt: Sie wurde wegen ihrer Traummaße schlicht „The Body“ genannt. © AFP
Elle McPherson
Mit 52 Jahren zählt Elle Macpherson noch immer zu den prominentesten Stars ihrer australischen Heimat. 1999 erschien sogar eine Briefmarke, auf der sie abgebildet war. Seit 2010 führt die zweifache Mutter durch die TV-Castingshow Britain’s Next Top Model. © AFP
Helena Christensen
Helena Christensen: Im Reizwäsche-Katalog Victoria’s Secret war sie jahrelang die Hauptattraktion: Helena Christensen, pures Danish Dynamite. Karl Lagerfeld vergötterte ihre Beine, Gianni Versace beteuerte, sie habe den schönsten Körper der Welt. Wer die gebürtige Kopenhagenerin im Musikvideo von Chris Isaak sah, weiß, warum Wicked Games bis heute als erotischster MTV-Clip aller Zeiten gilt. © AFP
Helena Christensen
Mit 47 Jahren hat Helena Christensen nichts an Ausstrahlung eingebüßt. Und gleich mehrere berufliche Standbeine nach der Modelkarriere hat sie sich auch geschaffen. Christensen, seit 2008 liiert mit dem Musiker Paul Banks von der Indierockband Interpol, engagiert sich im Kampf gegen Brustkrebs, arbeitet als Fotografin sowie als Designerin ihrer Modefirma Christensen & Sigersen. In New York führt sie ein Geschäft für Mode und Antiquitäten. Eine selbstbewusste Frau, die verzaubert. Oder in den Worten von Sänger Chris Isaak: What a wicked thing to do, to make us dream of you! © AFP
Linda Evangelista
Linda Evangelista: Sie war nicht nur eine der anmutigsten Erscheinungen im Model-Business der 90-er, sondern auch die wohl wandelbarste: Linda Evangelista, Kanadierin mit italienischen Wurzeln, erhielt deshalb den ehrenvollen Spitznamen „Chamäleon“. Überdies verdanken wir ihr das schönste Bonmot der Supermodels-Ära: „Für weniger als 10 000 Dollar am Tag stehen wir gar nicht erst auf.“ © AFP
Linda Evangelista
Linda Evangelista strahlt ganz ohne Zweifel auch mit 51 Jahren noch das gewisse Etwas aus. Dennoch hat sie sich inzwischen vom Modelbusiness zurückgezogen. Heute widmet sich die Kanadierin ganz der Erziehung ihres neunjährigen Sohnes Augustin James. Vater ist der französische Manager François-Henri Pinault, heutiger Ehemann der Schauspielerin Salma Hayek. © AFP
Naomi Campbell
Naomi Campbell: Ihre Wutausbrüche und Starallüren waren in der Szene berüchtigt. Doch in den 90er-Jahren kamen an der Britin Naomi Campbell trotzdem keine Modefotografen und Designer vorbei. Auch nicht der berüchtigte Playboy und Formel-1-Teamchef Flavio Briatore, der mit der Tochter einer jamaikanischen Balletttänzerin eine Liaison unterhielt. © AFP
Naomi Campbell
Schier unglaublich, wie makellos sich die auch als Schauspielerin und Sängerin aktive Britin mit 46 Jahren den Kameras präsentiert. Skandale und Gerichtstermine gibt es noch immer zuhauf, aber eben auch noch genügend Modeljobs. © AFP
US-SUPERMODELS/FASHION CAFE
Supermodels unter sich: Auf diesem Foto aus dem Jahr 1995 tummeln sich von links nach rechts:  Claudia Schiffer, Elle Macpherson, Buti, Naomi Campbell, and Christy Turlington. © AFP
Tatjana Patitz
Sie vermissen die deutschen Supermodels der 90er? Bitte, hier kommt die erste: Tatjana Patitz (rechts mit Modelkollegin Helena Christensen) zählte in den 80er- und frühen 90er-Jahren zu den gefragtesten Schönheiten der Welt. Entdeckt wurde sie von Fotografenlegende Peter Lindbergh. Die berühmtesten Liebespartner der gebürtigen Hamburgerin: Richard Gere, Johnny Depp, Pierce Brosnan und Seal. © dpa
Tatjana Patitz
Mit den Schattenseiten des schillernden, aber auch harten Model-Business hat Tatjana Patitz in verschiedenen Interviews abgerechnet. Seit der Trennung vom amerikanischen Geschäftsmann Jason Johnson im Jahr 2009 erzieht die heute 50-Jährige den gemeinsamen Sohn alleine. © AFP

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