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Ist es gut, dass hunderten Spielhallen das Aus droht?

Spielhallengesetz: Ein Pro und Kontra

Region Rhein-Main - Ist das Hessische Spielhallengesetz gut, weil es Spielsucht verhindert? Oder werden hier sinnlos Existenzen zerstört, indem Spielhallen dicht gemacht werden? Die EXTRA TIPP-Redaktion liefert ein Pro und Kontra.

Kontra von Kristina Bräutigam

Es ist gut, dass die Politik etwas gegen die Glücksspielsucht unternimmt. Das Hessische Spielhallengesetz ist allerdings scheinheilig. Die Politik selbst war es, die mit Novellierung der Spielverordnung im Jahr 2006 einen Boom der Spielhallen überhaupt erst möglich gemacht hat. Auch Städte und Kommunen wehrten sich nicht, als Spielhallen wie Pilze aus dem Boden schossen. Die Steuereinnahmen wurden angesichts klammer Stadtsäckl schließlich gern eingestrichen. Jetzt, zehn Jahre später, sollen die Spielhallen wieder verschwinden.

Doch der Kahlschlag trifft nicht nur düstere Spielhöllen, in denen sich niemand um Spielerschutz kümmert. Er trifft auch Familienunternehmen wie das der Stangs, die seit über 70 Jahren mit dem Glücksspiel ihr Geld verdient, sich strikt an Auflagen hält, 40 Mitarbeiter beschäftigt. Vor allem aber wird das Problem der Glücksspielsüchtigen durch das Gesetz nicht gelöst. Im Gegenteil: Statt im geschützten, sozialen Raum der Spielhallen werden Spieler in illegalen Hinterzimmern, im Internet oder einem der hundert Sportwetten-Büros weiterzocken. Gegen diese boomende Branche hat Hessen bis heute keine Lösung gefunden. Die Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Spielsucht hat die Politik längst verspielt.

Pro von Axel Grysczyk

Der Staat hat die Aufgabe, seine Bürger zu schützen und Unheil von ihnen abzuwenden. Und daher ist es nur richtig und gut, wenn die Zahl der Spielhallen per Gesetz ausgedünnt wird. Denn Spielsucht ist keine leichte Erkältung. Wer spielsüchtig ist, ruiniert sich und seine Familie, verliert die soziale Bindung und ist zum Schluss ein seelisches Wrack. Der erste Schritt ist daher, die Möglichkeiten des Suchtauslebens einzudämmen. 

Ähnlich ist der Staat auch beim Rauchen vorgegangen. Das Rauchen in der Öffentlichkeit wurde erschwert sowie an sich verteuert und somit schrittweise unattraktiv gemacht. Die Folge: Weniger Menschen rauchen. Und das ist für alle Beteiligten gesünder. Es ist paradox, wenn man glaubt, bei anderen Süchten muss man nicht so vehement vorgehen, weil der Staat oder die Kommune doch da noch ein paar Euro verdienen könnte. Eine Existenz oder gar ein Vermögen auf der Basis der Krankheit seiner Kunden aufzubauen – das ist nicht redlich. Schafft Spielhallen komplett ab! Das ist kein Kulturgut, das wir in dieser Gesellschaft brauchen. Es gibt aufrichtigere Freizeitbeschäftigungen als auf blinkende Automaten zu schauen. Und wenn es erstmal solche Angebote gar nicht mehr gibt, steigt die Chance, dass es weniger Spielautomaten-Süchtige gibt.

Der EXTRA TIPP hat mit einem Spielhallen-Betreiber aus dem Rhein-Main-Gebiet gesprochen. Er bangt um seine Existenz.

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