Mehr als 20.000 Menschen gelten nach Einschätzung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) als krankhafte Glücksspieler
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Mehr als 20.000 Menschen gelten nach Einschätzung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) als krankhafte Glücksspieler.

Wolfgang Schmidt-Rosengarten über das Hessische Spielhallengesetz

Spielsucht-Experte: „Das Gesetz ist der richtige Weg“

Region Rhein-Main - Mit dem Hessischen Spielhallengesetzt soll die Spielsucht bekämpft werden. Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS), begrüßt das Vorgehen. Von Kristina Bräutigam

Mehr als 20.000 Menschen gelten nach Einschätzung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) als krankhafte Glücksspieler, weitere 20.000 Hessen haben ein problematisches Glücksspielverhalten. Begrüßen Sie das Gesetz, durch das vermutlich hunderte Spielhallen schließen müssen?

Es ist in unserem Sinne. Die Politik hat 2006 durch Novellierung der Spielverordnung erlaubt, dass eine Spielhalle nach der anderen öffnet. Die Zahl ist regelrecht explodiert. Dass die Politik jetzt eingreift, ist gut. Wir wissen: Je mehr Spielhallen es gibt, desto mehr Menschen spielen. Und desto wahrscheinlicher ist es, dass jemand spielsüchtig wird.

Hilft das Gesetz wirklich, die Spielsucht einzudämmen?

80 Prozent der Klienten, die sich wegen Glücksspielsucht in Therapie begeben, spielen an Geldspielautomaten. Von diesen Geräten geht das höchste Risiko aus. Das muss man minimieren, indem man das Angebot reglementiert.

Viele Spielhallen behaupten, den den Spielerschutz sehr ernst zu nehmen, auf auf Suchtberatungsangebote hinzuweisen.

Wir fragen seit Jahren hessenweit unsere Beratungsstellen ab. Bisher gab es nicht einen Klienten, der vom Mitarbeiter einer Spielhalle geschickt wurde.

Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS).Geldspielgeräte gibt es seit mehr als 60 Jahren, auch damals haben Menschen gespielt.

Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS).

Die Geräte, die früher in der Kneipe hingen, kann man mit den heutigen Geldspielgeräten nicht vergleichen. Früher hat man eine Mark eingeworfen und fünf gewonnen. Heute werden Summen in der Höhe eines Monatsgehalts verspielt. Wenn die Geräte wirklich der Unterhaltung, dem Vergnügen dienen sollen, wie die Branche sagt, soll sie Gewinn- und Verlustmöglichkeiten zurückschrauben. Aber daran hat die Automatenindustrie kein Interesse.

Haben Sie Mitleid mit Unternehmen, die jetzt um ihre Existenz bangen?

Wir kümmern uns um die Hilfe-Seite, nicht um die wirtschaftliche Seite. Und die Branche hatte fünf Jahre Zeit, das Gesetz umzusetzen.

Warum das Hessische Spielhallengesetz für viele Spielhallen das Aus bedeuten könnte, berichtet ein Betreiber aus Offenbach.

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Bei "Gigi Gnomo" von Huch & Friends müssen die Spieler verlorene Schätze finden. Doch Vorsicht: Wer nicht aufpasst, wird verzaubert. Foto: HUCH! & friends
Bei «Gigi Gnomo» von Huch & Friends müssen die Spieler verlorene Schätze finden. Doch Vorsicht: Wer nicht aufpasst, wird verzaubert. Foto: HUCH! & friends © HUCH! & friends
Bei "Dream Islands" von Schmidt Spiele versuchen die Spieler als Reiseleiter Wünsche ihrer Gäste zu erfüllen. Keine leichte Aufgabe - denn jeder will etwas anderes. Foto: Schmidt Spiele
Bei «Dream Islands» von Schmidt Spiele versuchen die Spieler als Reiseleiter Wünsche ihrer Gäste zu erfüllen. Keine leichte Aufgabe - denn jeder will etwas anderes. Foto: Schmidt Spiele © Schmidt Spiele
Buchstaben würfeln, schnell denken und Wörter legen - darum geht es bei "Speed Dice" von Amigo. Foto: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH
Buchstaben würfeln, schnell denken und Wörter legen - darum geht es bei «Speed Dice» von Amigo. Foto: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH © AMIGO Spiel + Freizeit GmbH
"Dream Islands" von Schmidt Spiele kostet rund 21 Euro und kann mit der ganzen Familie gespielt werden. Foto: Schmidt Spiele
«Dream Islands» von Schmidt Spiele kostet rund 21 Euro und kann mit der ganzen Familie gespielt werden. Foto: Schmidt Spiele © Schmidt Spiele
Das Tastspiel "Ausgefuchste Meisterdiebe" kostet knapp 25 Euro, Kinder ab etwa sieben Jahren können mitspielen. Foto: www.heidelbaer.de
Das Tastspiel «Ausgefuchste Meisterdiebe» kostet knapp 25 Euro, Kinder ab etwa sieben Jahren können mitspielen. Foto: www.heidelbaer.de © www.heidelbaer.de
Bei dem Spiel "Raben Schubsen" versucht jeder Spieler die eigenen Figuren auf der Mauer zu positionieren. Die Raben des Gegners sollen hingegen herrunterfallen. Foto: moses. Verlag
Bei dem Spiel «Raben Schubsen» versucht jeder Spieler die eigenen Figuren auf der Mauer zu positionieren. Die Raben des Gegners sollen hingegen herrunterfallen. Foto: moses. Verlag © moses. Verlag
Bei "Monkey Beach" von Ravensburger müssen die Spieler zwölf Schätze suchen und ihre Beute einsammeln, bevor der Vulkan ausbricht. Foto: Ravensburger/Heidi Velten
Bei «Monkey Beach» von Ravensburger müssen die Spieler zwölf Schätze suchen und ihre Beute einsammeln, bevor der Vulkan ausbricht. Foto: Ravensburger/Heidi Velten © Heidi Velten
Beim Spiel "Ausgefuchste Meisterdiebe" vom Heidelberger Spielverlag muss jeder Dieb gesuchte Gegenstände finden. Das Diebesgut wird ertastet. Bild: www.heidelbaer.de Foto: www.heidelbaer.de
Beim Spiel «Ausgefuchste Meisterdiebe» vom Heidelberger Spielverlag muss jeder Dieb gesuchte Gegenstände finden. Das Diebesgut wird ertastet. Bild: www.heidelbaer.de Foto: www.heidelbaer.de © www.heidelbaer.de

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