Arbeitnehmer fehlen in der Region seltener wegen Krankheit, als im Hessendurchschnitt. Dafür sind die Zahlen der eingereichten Krankschreibungen hoch. Foto: pic-unique - Fotolia.com
+
Arbeitnehmer fehlen in der Region seltener wegen Krankheit, als im Hessendurchschnitt. Dafür sind die Zahlen der eingereichten Krankschreibungen hoch.

Weniger krank auf dem Land

Gesundes Rhein-Main-Gebiet: Wir fehlen weniger als der Rest!

Region Rhein-Main – Im Rhein-Main-Gebiet fehlen Arbeitnehmer seltener wegen Krankheit, als anderswo in Hessen. Das geht aus dem Gesundheitsreport der AOK hervor. Von Christian Reinartz

Während im Hessendurchschnitt jeder Arbeitnehmer im Durchschnitt 19,9 Krankheitstage anhäufte, sind es etwa in der Stadt Offenbach nur 19,2 Arbeitsunfähigkeitstage. In Frankfurt sind es immerhin 19,4 Tage, im Kreis Offenbach sogar nur 18,7. Im Taunus sind die Menschen noch gesünder. So verzeichnet der Hochtaunuskreis nur 17,9 Fehltage. Am unteren Ende folgt der Main-Taunus-Kreis mit 17,8 Krankheitstagen.

Weniger gut schlugen sich die Arbeitnehmer bei den Krankenstandszahlen. Während im Bundesdurchschnitt 4,9 Prozent der Arbeitnehmer nicht arbeiten konnten, waren es in Offenbach 5,2 Prozent, im Landkreis Offenbach immerhin noch 5,1 Prozent und in der Stadt Frankfurt sogar 5,3 Prozent. Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis hingegen lagen mit 4,9 Prozent genau im Durchschnitt.

Lesen Sie dazu auch:

Zunahme an psychischen Erkrankungen

Ärztin reist zusammen mit Patienten

Er kämpft sich aus dem Rollstuhl

Auch bei den eingereichten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zeigt sich ein klares Gefälle von Stadt zu Landkreis. Während in Offenbach auf 100 Versicherte 175,2 Krankmeldungen abgegeben wurden, waren es in Frankfurt sogar 178,9. Weniger waren es im Landkreis Offenbach mit 161,1. Auch im Hochtaunuskreis waren es mit 163,9 deutlich weniger als in Frankfurt und Offenbach. Im Main-Taunus-Kreis mit 166,3 ebenso.

Menschen in der Stadt sind häufiger krank

Warum in den Städten offenbar mehr Menschen krankheitsbedingt fehlen, ist nicht geklärt. Stephan Gill, Sprecher der AOK Hessen, versucht aber eine Erklärung. „Wir vermuten, dass die Ansteckungsgefahr in der Stadt einfach höher ist, als in ländlicheren Gebieten.“ Bei einer Grippe etwa sei es in der Stadt wahrscheinlicher, sich anzustecken.

Kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Die Ärztin und Journalistin Martina Frei hat sich in ihrem Buch "Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen" unglaublichen Fallgeschichten aus der Medizin gewidmet. Eine kleine Auswahl der kuriosesten Krankheiten und Heilungen finden Sie hier. © dpa
Achterbahnfahren kuriert Schwindel und Übelkeit - zumindest im Fall eines 42-jährigen Wissenschaftlers. Nach einer Fahrt mit der "Oachkatzelbahn" im Wolfratshausener "Märchenwald" war er beschwerdefrei. Die Beschleunigungskräfte hatten kleine, abgerissene Kristalle, die auf seinen Rezeptoren im Innenohr saßen und für die Gleichgewichtsstörung verantwortlich waren, irgendwohin gewirbelt, wo sie nicht mehr störten. © dpa
Einem Engländer ging das gekläffe seines Hundes derart auf die Nerven, dass er einen Pantoffel nach ihm warf. Doch statt den Hund traf er seine Frau am Auge. Die 86-Jährige, die am grauen Star litt, konnte plötzlich wieder gut sehen. Der Schuh hatte ihre getrübte Augenlinse aus der Sehachse befördert. © dpa
Eines Morgens meldete sich eine aufgebrachte 18-Jährige in einer Klinik - sie war völlig blau angelaufen. Die Ärzte sahen darin ein Symptom für akuten Sauerstoffmangel. Ein alkoholgetränkter Tupfer löste schließlich das Problem: Bei der jungen Kanadierin hatte über Nacht die neue blaue Bettwäsche abgefärbt. © dpa
Zu viel Fernsehen schadet der Gesundheit - im Fall einer 45-jährigen Amerikanerin sogar so sehr, dass die Frau mit Druck im Kopf, Verwirrung, Übelkeit und Blackouts zu kämpfen hatte. Besonders schwer verliefen die Attacken während ihrer Lieblingssendung, einem Klatschmagazin mit Moderatorin Mary Hart. Tests ergaben, dass die Patientin auf die Stimme von Hart allergisch war - Ärzte nennen das Phänomen "audiogene Epilepsie". © dpa
"Der Kuss war leidenschaftlich. Was danach kam, ein Albtraum", beschreibt Frei einen anderen Fall. Eine 20-Jährige rang nach einem Gute-Nacht-Kuss ihres Freundes nicht nur um Luft, sondern beinahe auch um ihr Leben. Der junge Mann hatte eine Stunde zuvor Shrimps gegessen. Was er nicht wusste: Seine noch recht neue Liebe war allergisch gegen Krustentiere. © dpa
Die Wiedervereinigung hatte bei einer 72-jährigen Ostdeutschen sogar gesundheitliche Folgen: Nach der Wende bekam die Diabetikerin ein neues Blutzuckermessgerät. Plötzlich waren die Werte trotz höherer Medikamentendosis viel zu hoch. Im Gespräch mit einem Arzt stellte sich heraus, dass das Gerät den Wert in Milligramm pro Deziliter anzeigte. In der DDR rechnete man aber mit der Einheit Millimol. © dpa
Eine völlig abgemagerte 21-Jährige gab Medizinern ein großes Rätsel auf. Die junge Frau litt unter starkem Durchfall und Bauchschmerzen, eine Essstörung konnte allerdings ausgeschlossen werden. Erst als die Patientin kaugummikauend zum nächsten Termin erschien, ging dem Arzt ein Licht auf: Die Frau hatte zu viel Sorbitol - ein Zuckerzusatzstoff, der in Kaugummis und Süßigkeiten enthalten ist - im Organismus. Bei übermäßigem Verzehr führt der Stoff zu Durchfall und Abmagerung. © dpa
Eine Seniorin wollte nach einem anstrengenden Einkaufsmarathon am Ausgang eines Ladens eine kleine Pause einlegen. Beinahe hätte sie das ihr Leben gekostet, denn sie hatte sich ausgerechnet zwischen zwei Pfosten des Anti-Diebstahl-Systems ausgeruht. Der Grund: Das Warensicherungssystem hatte den Herzschrittmacher der alten Dame außer Gefecht gesetzt. © dpa
Demi-Lee Brennan bekam mit neun Jahren eine neue Leber. Die Chirurgen hatten bei einer Transplantation in so jungen Jahren mit Komplikationen gerechnet, nicht aber damit, dass das Mädchen neun Monate später eine andere Blutgruppe haben würde. Sie hatte tatsächlich die Blutgruppe ihres Spenderorgans angenommen - die Abstoßungsgefahr war damit für immer gebannt. © dpa
Ein australischer Straußenfarmer brach eines Tages nach einem Ausflug ins Outback zusammen. Seine Muskelschwäche verschlimmerte sich derart, dass er künstlich beatmet werden musste. Der Grund: Der 44-Jährige hatte täglich vier bis zehn Liter Coca-Cola getrunken. Der Softdrink hatte dazu geführt, dass der Mann Unmengen von Kalium über den Urin ausschied und so unter extremem Mangel litt. © dpa
Ein 46-Jähriger wurde am Flughafen festgenommen, weil die Detektoren angeschlagen hatten. Der Mann hatte aber weder Waffen noch Sprengstoff bei sich. Schuld war eine Therapie mit radioaktivem Jod, der er sich wenige Wochen zuvor wegen seiner Schilddrüsen-Überfunktion unterzogen hatte. © dpa
Mit einer neuen Leber bekam ein Australier auch eine "Second-Hand-Allergie": Das Organ stammte von einem 15-Jährigen, der negativ auf Erdnüsse reagiert hatte. Auf seine Leibspeise Cashewnüsse musste der 60-Jährige fortan verzichten. © dpa
Einem 67-jährigen Briten mit Problemen beim Wasserlassen gab ein Arzt folgenden Tipp: Er solle während der Pinkelpausen einen Kopfstand machen. Dies würde die Blasensteine, die seinen Harnausgang versperrten, verschieben. © dpa
Wellness-Oasen sind ein eher harmloses Terrain. Eine 53-Jährige klagte allerdings nach einem Besuch über schreckliche Schmerzen im Oberbauch. Ärzte fanden heraus, dass sich unterhalb des Zwerchfells Luft angestaut hatte. Später gab die Frau zu, sich im Whirlpool auf eine der Düsen gesetzt zu haben. Die Luft drang durch die Scheide in die Gebärmutter und von dort über die Eileiter in den Bauchraum. Das Problem löste sich nach wenigen Tagen in Luft auf. © dpa
Diese und weitere medizinische Kuriositäten finden Sie in Martina Freis neuem Buch "Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen. Unglaubliche Fallgeschichten aus der Medizin." Erschienen ist es bei Eichborn 2010. Es hat 224 Seiten und kostet 16,95 €. © Eichborn

Zudem gebe es im Krankheitsfall auf dem Land bessere Regenerationsmöglichkeiten. „Dort ist es oft stressfreier als in der Stadt“, sagt Gill. Dennoch betont der Kassen-Sprecher: „Der Unterschied ist insgesamt eher gering.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare