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Rund 200 Trauergäste nahmen heute an der Trauerfeier für Marcel Reich-Ranicki auf dem Frankfurter Hauptfriedhof teil.

Am Hauptfriedhof in Frankfurt

200 Gäste erweisen Marcel Reich-Ranicki die letzte Ehre

Frankfurt - Rund 200 Trauergäste haben auf dem Frankfurter Hauptfriedhof Abschied von dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki genommen. An der Trauerfeier am Donnerstagnachmittag nahm auch Bundespräsident Joachim Gauck teil.

Die Rednerliste reichte von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bis zu TV-Entertainer Thomas Gottschalk. Der "Literaturpapst" Reich-Ranicki war vergangene Woche im Alter von 93 Jahren in Frankfurt gestorben.

Beigesetzt wird Reich-Ranicki erst in einigen Wochen. Wie auch seine Frau Teofila, die 2011 starb, hat sich der Literaturkritiker eine Feuerbestattung gewünscht. Die Urnenbeisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden. Im Oktober ist in der Paulskirche eine öffentliche Gedenkfeier geplant.

Bilder der Abschiedsfeier

Abschiedsfeier: Gauck erweist Reich-Ranicki die letzte Ehre

Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Hier trauert sein Sohn Andrew Ranicki mit seiner Frau Ida Thompson. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch Volkier Bouffier. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch Bundespräsident Joachim Gauck (m.). © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch Bundespräsident Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährin Daniela Schadt (2.v.l.). © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch TV-Entertainer Thomas Gottschalk. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch Literaturkritiker Hellmuth Karasek mit seiner Frau Armgard Seeger und Tocher Laura. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth, Frank Schirrmacher, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Salomon Korn und Entertainer Thomas Gottschalk. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch natürlich sein Sohn Andrew Ranicki, hier mit Entertainer Thomas Gottschalk. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch der Frankfurter OB Peter Feldmann. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch Hessens Ministerpräsident Volkier Bouffier. © dpa
Marcel Reich-Ranicki ist ungefähr eine Woche nach seinem Tod von rund 200 Trauergästen verabschiedet worden. Die Feier fand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. Zu den Gästen zählte auch der Präsident des Zentralrates der Juden Dieter Graumann. © dpa

Der scharfzüngige Reich-Ranicki, der in Polen als Sohn einer jüdischen Familie geboren wurde, wuchs in Berlin auf. Zusammen mit seiner Frau überlebte er das Warschauer Ghetto und kehrte 1958 nach Deutschland zurück. Das Paar hat einen Sohn, der als Mathe-Professor im schottischen Edinburgh lebt. Einem Millionenpublikum wurde der Kritiker mit der ZDF-Sendung "Das Literarische Quartett" bekannt. 1999 veröffentlichte er seine Autobiografie "Mein Leben".

dpa

Bilder aus Reich-Ranickis Leben

Marcel Reich-Ranicki ist tot - Bilder seines Lebens

Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Polen geboren. Der Sohn einer jüdischen Familie machte 1938 in Berlin Abitur, die Nazis wiesen ihn dann aber nach Polen aus. Im Warschauer Ghetto gelang ihm 1943 mit seiner Frau Teofila (Tosia), die er dort geheiratet hatte, die Flucht. Seine Eltern und die seiner Frau wurden Opfer des Holocaust. © dpa
Februar 1981: Marcel Reich-Ranicki (r) im Gespräch mit dem Schriftsteller Siegfried Lenz (l). © dpa
Juni 1983: Der Kritiker gratuliert der Stuttgarter Schriftstellerin Friederike Roth zum Ingeborg-Bachmann-Preis. © dpa
März 1993: Marcel Reich-Ranicki erhält von Bürgermeister Klaus Bähr (r) den Hermann-Sinsheimer-Preis der Stadt Freinsheim. © dpa
Juli 1991: Die vier Literaturkritiker in der Kulisse der ZDF-Sendung "Das literarische Quartett": die österreichische Publizistin Sigrid Löffler (v.l.n.r.), der deutsche Literaturkritiker Hellmuth Karasek, der deutsche Schriftsteller  Ulrich Greiner und "Literaturpapst" Marcel Reich-Ranicki. © dpa
Dezember 1992: Marcel Reich-Ranicki (r) erhält vom hessischen Ministerpräsidenten Hans Eichel (l) die Wilhelm-Leuschner-Medaille. © dpa
April 1995: Der Literaturkritiker mit Schriftsteller Günter Grass (r) vor Beginn des Literaturforums im jüdischen Gemeindezentrum. © dpa
Dezember 2001: Reich-Ranicki mit seinem Sohn Andrew (r) und dessen Frau Ida Thompson im Berliner Schloss Bellevue nach seinem letzten Auftritt in "Das literarische Quartett". © dpa
August 2002: In der Frankfurter Paulskirche hält er den Goethepreis für sein Lebenswerk in der Hand. © dpa
Oktober 2003: Der deutsche Literaturkritiker vor einer "Fototapete" in seinem eigenen Wohnzimmer. © dpa
Februar 2006: Ehrendoktorhut der Universität Tel Aviv. © dpa
Mai 2008: Marcel Reich-Ranicki und seine Frau Teofila. Die polnisch-deutsche Künstlerin starb am 29. April 2011. © dpa
Mai 2008: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ehrt den Autor für sein journalistisches Lebenswerk im Schauspielhaus in Hamburg. © dpa
Oktober 2008: Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises sollte Marcel Reich-Ranicki mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden. Doch er weigerte sich, ihn anzunehmen. © dpa
Juni 2008: Seine Autobiografie "Mein Leben" wurde verfilmt. In der Rolle des jungen Reich-Ranicki: Matthias Schweighöfer (Bild links). Rechts hinten:  Das "Original". © dpa
Am 18. September 2013 verstarb Marcel Reich-Ranicki im Nellinistift in Frankfurt am Main. © dpa

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