Zwar lässt es sich so leichter atmen, aber wer seine Schutzmaske unter der Nase trägt, gefährdet sich und andere. Foto: rf

Immer öfter sitzen Atemmasken unter der Nase / Arzt: „So bringt das gar nichts“

Viele Menschen sind zu doof, die Maske richtig zu tragen!

Eine der stärksten Waffe im Kampf gegen Corona ist die Schutzmaske. Doch immer mehr Menschen tragen diese nur unter der Nase. Ihre Begründung: Es atmet sich leichter. Damit bringen sie sich und andere leichtfertig in Gefahr. Von Christian Reinartz

Region Rhein-Main – Der Name sagt es eigentlich schon: Mund-Nasen-Schutz! Doch das ist für viele Menschen scheinbar zu hoch. Sie tragen ihren Atemschutz grundsätzlich unter der Nase – und verseuchen damit die Umgebung mit ihren Viren und Bakterien. Dass sie so auch selbst nicht geschützt sind, ist ihnen entweder egal, oder sie verstehen es nicht. Fakt ist aber: Die Zahl derer, die den Mund-Nasen-Schutz falsch nutzen, wächst.

Den Gesundheitsämtern bereitet das Sorgen. Dr. Bernhard Bornhofen vom Stadtgesundheitsamt in Offenbach kennt diese Unart zur Genüge. „Die Menschen machen sich offenbar nicht klar, dass sie damit sich und andere gefährden“, sagt der Mediziner. Im Grunde sei das so, als ob man gar keinen Atemschutz trage. „Das bringt so gar nichts.“

Denn: Viren und Bakterien werden auch durch die Nase ausgeschieden. Und zwar schon beim normalen Ausatmen. Lediglich die ausgestoßenen Partikel, etwa beim Husten, würden so mehr oder weniger zurückgehalten werden. Was aus der Nase kommt, ist aber für die Menschen im Umfeld genauso gefährlich. Bornhofen stellt auch klar: „Auch, wenn Masken ohnehin keinen kompletten Schutz bieten. Wer seine Maske unter der Nase trägt, atmet infektiöse Partikel in der Luft ein und kann sich so auch infizieren.“

Die Gründe, warum die Menschen die Masken falsch tragen, sind offenbar vielfältig. Da gibt es die Senioren, die unter der Maske so schlecht Luft bekommen, dass ihnen schwindlig wird. Aber es gibt eben auch die große Mehrheit derer, die das Masketragen als lästig empfinden und es sich aus Bequemlichkeit etwas angenehmer machen wollen, ohne sich im Klaren zu sein, welche Folgen dieser Leichtsinn haben kann. Für die Senioren hat Bornhofen einen Tipp. „Wer unter einer Maske schlecht Luft bekommt, kann das mit seinem Arzt besprechen und abklären lassen“, rät der Mediziner. Oft erhielten solche Patienten dann ein Attest, das sie vom Tragen der Masken befreit.

Für die zweite Gruppe hat Bornhofen indes wenig Verständnis. „Das ist schon verantwortungslos. Diese Leute denken nur an sich und nicht an die anderen Menschen um sie herum, die sie anstecken könnten.“

Dass dieser Trend nicht abflauen wird, scheint jetzt schon gesichert zu sein. Denn die Ordnungsämter in Rhein-Main haben das Problem nicht mal auf dem Schirm. „Für uns zählt sicher immer zuerst bei Kontrollen, ob die Abstandsregeln eingehalten werden“, sagt der Frankfurter Ordnungsamtssprecher Ralph Rohr. Zwar informiere man die Menschen auch über den ordnungsgemäßen Sitz der Maske. Aber das geschehe wenn überhaupt nur am Rande. Geahndet wird ein falsch aufgezogener Mundschutz offenbar nirgendwo in Rhein-Main.

Beim Stadtgesundheitsamt in Offenbach will man jetzt prüfen, ob man die Bevölkerung besser aufklären kann. Bornhofen: „Das würde angesichts der vielen falsch getragenen Masken Sinn machen.“

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