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In der Graf-von-Stauffenberg-Allee ist schon alles für die neue Bushaltestelle vorbereitet.

Busstreckenerweiterung in Frankfurt

So fährt der 29er auf dem Riedberg

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Viele Wege führen auf den Riedberg – das trifft nicht nur auf die Straßen, sondern auch auf den öffentlichen Nahverkehr zu. So verbinden die U-Bahn-Linien U 8 und U 9 Frankfurts jüngsten Stadtteil

Viele Wege führen auf den Riedberg – das trifft nicht nur auf die Straßen, sondern auch auf den öffentlichen Nahverkehr zu. So verbinden die U-Bahn-Linien U 8 und U 9 Frankfurts jüngsten Stadtteil mit der Innenstadt, Nieder-Eschbach und Ginnheim. Der Riedberg selbst wird derzeit allerdings nur durch eine Buslinie erschlossen – die Nummer 29. Viel zu wenig finden die CDU- und die Grünen-Fraktion im Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) und forderten in der jüngsten Sitzung des Stadtteilparlamentes die Einrichtung einer zweiten Linie. Im besten Falle sogar eine Ringbuslinie, die die sieben Quartiere des Stadtteils miteinander verbinden soll.

Dieser Forderung kommt die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq zwar nicht nach, allerdings soll die Linie 29 zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2015 um fünf Haltestellen erweitert werden. Und somit den derzeit entstehenden Westflügel an das Liniennetz anschließen. „Diese Änderung legen wir mit der Fahrplanvorlage dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vor. Das sollte auf einer der Sitzungen vor der Sommerpause passieren“, sagt Traffiq-Sprecher Klaus Linek. In diesem Verfahren würden auch die Ortsbeiräte beteiligt.

„Hans-Leistikow-Straße“, „Ernst-Balser-Straße“, „Hans-Poelzig-Straße“, „Lucy-Hillebrandt-Straße“ und „Uni Campus Riedberg“ heißen die fünf neuen Stationen, deren Standorte schon jetzt auf der Graf-von-Stauffenberg- und der Carl-Hermann-Rudloff-Allee erkennbar sind durch die taktilen Bodenindikatoren auf dem Gehweg, die sich farblich von dem restlichen Asphalt unterscheiden. Wegen der fünf neuen Haltestellen und der geänderten Linienführung muss allerdings ein Stopp weichen. Der Annette-Kolb-Weg auf der Altenhöferallee fällt als Haltestelle weg.

Den Verlust „der doch sehr wichtigen Haltestelle“ sieht Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU) kritisch. „Die Leidtragenden sind die Schüler des Gymnasiums. Entweder nehmen sie die verlängerte Fahrzeit in Kauf oder sie steigen eine Haltestelle zuvor aus und laufen zur Schule. Und die Bewohner rund um den Annette-Kolb-Weg“, regt sie an, die Streckenführung doch noch einmal zu überdenken oder die Linie 28 bis zum Riedbergzentrum zu verlängern. Ebenso wenig zufrieden ist sie mit der verlängerten Fahrzeit, die die fünf neuen Haltstellen unweigerlich mit sich bringen. So braucht der Bus schon jetzt von „Nieder-Erlenbach“ bis ins „Nordwestzentrum“ eine Stunde und drei Minuten – weswegen viele Menschen am Riedbergzentrum in die U-Bahn umsteigen. „Auch wenn der Anschluss des Westflügels an den Nahverkehr positiv ist, so wünschen wir als CDU uns weiter eine Ringbuslinie auf dem Riedberg“, fasst Friedrich zusammen.

Hoffnung auf eine zweite Buslinie über den Riedberg, vielleicht sogar die gewünschte Ringbuslinie, machte Klaus Linek derweil wie bereits erwähnt nicht. „Für die schnelle Verbindung haben wir die U 8 und die U 9. Das reicht“, so der Sprecher. Auch an den Taktzeiten, meist alle 20 Minuten, in den Spitzenzeiten auch einmal alle 10 oder 15 Minuten, soll sich bei der Linie 29 nichts ändern. Ebenso wie an der Größe des Busses. Wie bisher sollen Midi- und keine Gelenkbusse auf der Strecke eingesetzt werden.

Während die Buslinie also erweitert werden soll, wird die U 9 zwischen „Nieder-Eschbach“ und „Ginnheim“ auch weiterhin mit einem Wagen unterwegs sein. Obwohl mittlerweile zwischen dem „Riedberg“ und „Nieder-Eschbach“ deutlich mehr Schüler pendelten als noch bei Einführung der Linie vor vier Jahren. „Das Gymnasium besuchen 1000 Schüler, wir haben neun fünfte Klassen. Das wird auch im nächsten Schuljahr nicht besser. Hinzu kommen 300 Schüler der Neuen Gymnasialen Oberstufe, im Sommer werden es 500 sein. Alle kommen mit dem öffentlichen Nahverkehr, wir brauchen einen Wagen mehr“, begründete Susanne Kassold (SPD) einen entsprechenden Antrag von SPD und FDP.

Mittlerweile der dritte in dieser Form, zuletzt wurde ein entsprechender Vorstoß vor eineinhalb Jahren gewagt. Auch wenn der Antrag vom Ortsbeirat einstimmig verabschiedet wurde, den zweiten U-Bahn-Wagen wird es trotzdem nicht geben. 170 Steh- und Sitzplätze fasst ein Wagen. Nach den Zählungen von Traffiq gibt es allerdings nur eine Fahrt am Tag, bei der die Passagierzahl an diese Grenze stößt. 140 Personen sind mit der Bahn, die um 7.03 Uhr in „Nieder-Eschbach“ losfährt, bis „Niederursel“ unterwegs. Zwischen „Kalbach“ und dem „Riedberg“ wurden 80 Personen gezählt. „Aus unserer Sicht rechtfertigen diese Zahlen keinen zweiten Wagen“, so Linek. Definiert werden die sogenannten Kapazitätsgrenzen durch den Nahverkehrsplan. Nach diesem dürfen im Stundenmittel nicht mehr als 65 Prozent aller Steh- und Sitzplätze besetzt sein. Beim Viertelstundentakt der U 9 würde also die Besetzung von vier Fahrten zugrunde gelegt. „Diese Grenze wurde nicht erreicht, die Aufstockung ist nicht notwendig“, so Linek.

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