Ein Fahrrad steht im 2016 eröffneten Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof. Doch das ist nicht genug. Die Nachfrage ist gering.
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Ein Fahrrad steht im 2016 eröffneten Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof. Doch das ist nicht genug. Die Nachfrage ist gering.

Verkehr

Fahrrad-Parkhaus floppt in Frankfurt

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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Angebot am Hauptbahnhof wird kaum angenommen

Frankfurt -Selbst der Fahrradboom, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, hat nicht geholfen: Das Fahrradparkhaus südlich des Hauptbahnhofs entpuppt sich als Flop. Lediglich 20 Dauerparker gibt es dort auf den 420 Stellplätzen. Das räumt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) ein. Er reagiert damit auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Stadtverordneten Horst Reschke.

Eingerichtet wurde das Fahrradparkhaus 2016 im Erdgeschoss des damals neu gebauten Parkhauses an der Mannheimer Straße an der Ecke Stuttgarter Straße. Das Parken eines Drahtesels kostet dort einen Euro pro Tag, die Monatskarte zehn, die Jahreskarte 100 Euro. Betrieben werden das Park- und Fahrradparkhaus von der indirekt städtischen Betriebsgesellschaft PBG. Seine Fahrradwerkstatt im Parkhaus hat der Frankfurter Verein inzwischen wieder geschlossen.

"Der Magistrat hat beim Bau des Parkhauses die Chance genutzt, Fahrradabstellplätze in Bahnhofsnähe zu schaffen", betont Dezernent Oesterling. Nur dadurch habe überhaupt eine gesicherte Fahrradabstellmöglichkeit installiert werden können. Es sei aber von vornherein klar gewesen, "dass die Anbindung des Hauptbahnhofes für den Radverkehr noch deutliche Schwächen aufzeigt". In der Tat: Das Fahrradparkhaus liegt zwar direkt neben dem Fernbusbahnhof. Allerdings sind nur die Gleise 1 und 1a auf kurzem Weg erreichbar. Zu den übrigen Gleisen müssen Fahrgäste weit laufen - bis zur S- und U-Bahn sind es mehr als 400 Meter. Nicht nur: Fahrradwege sind rund um den Hauptbahnhof Mangelware, obwohl dort besonders viel motorisierter Verkehr rollt und besonders viele städtische und Fernlinienbusse. Wollen Radfahrer zu den nächstgelegenen Radspuren in der Gutleut- oder der Mainzer Landstraße, müssen sie auf normalen Straßen fahren.

Anbindung des

Bahnhofs verbessern

"Der Magistrat ist bemüht, die Anbindung des Hauptbahnhofs für den Radverkehr sukzessive zu verbessern", kündigt Oesterling an. Im Frühjahr werde die Fahrradspur vom Baseler Platz durch die Baseler Straße bis in die Straße Zum Hauptbahnhof verlängert. Dies gehöre zum Maßnahmenpaket aus dem Rad-Entscheid, betont der Dezernent.

Ein Radweg in der Gegenrichtung wird hingegen wohl erst mit dem bis Mitte des Jahrzehnts vorgesehenen Umbau des Bahnhofsvorplatzes realisiert, so die Planungen der Stadt. Pläne für ein näher an den Gleiszugängen liegendes Fahrradparkhaus oder eine -tiefgarage gibt es aktuell nicht. Die Bahn AG hat zuletzt ihre Pläne zum Bau einer Fahrradtiefgarage an der Nordseite des Hauptbahnhofs in der Poststraße zu den Akten gelegt.

Die Pläne sahen vor, die frühere Posthalle unterhalb der Gleise 23 und 24 für eine halbe Million Euro und 700 Fahrräder umzubauen. Doch auch diese Tiefgarage hätte zu weit weg gelegen von den Hauptverkehrsströmen, weshalb die Bahn das Projekt stoppte - diese Zeitung berichtet im Herbst darüber.

Fernbahntunnel

als neue Chance

Eine neue Chance für eine zentraler gelegene Fahrradtiefgarage könnte sich nach Einschätzung von Fachleuten durch den vom Bund geplanten Bau des Fernbahntunnels bis 2030 ergeben. Für diesen muss auch ein zusätzlicher unterirdischer Bahnhofsteil im südlichen Bahnhofsbereich gebaut werden. Darin könnte auch eine Rad-Garage samt bequemer, direkter Zufahrt vorgesehen werden. Dennis pfeiffer-GOldmann

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