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Oberbürgermeister Peter Feldmann fuhr die Bahn zusammen mit Kindern aus dem Depot heraus.

Nahverkehr

Fahrzeugbeschaffung für das Frankfurter U-Bahn-Netz abgeschlossen

Künstler Holger Wüst hat den Wettbewerb „Frankfurt-Bahn“ gewonnen. Sein Entwurf zeigt einen Arbeiter mit dem Presslufthammer, eine Postkarte datiert auf den 4. Juli 1968 als Erinnerung an die erste U-Bahn-Fahrt in Frankfurt, und verknüpft ihre Geschichte mit der der Gastarbeiter in der Stadt.

Einen Kunstwettbewerb für die Schüler der Städelschule hatte die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ausgeschrieben, weil der letzte Wagen der U-Bahnserie U5 ein ganz besonderer Wagen werden sollte. So erfährt „der Chef“ jetzt im Vorbeifahren der U-Bahn, dass „Lol heute mal zu Hause bleibt“. In vergangene Zeiten fühlen sich viele ältere Frankfurter versetzt, wenn sie auf der gleichen U-Bahn lesen können: „Fahrpreis steigt… Lohn nicht – Streik!“ Damals, in den 1970er Jahren wurde gegen die Erhöhung der Fahrpreise noch gekämpft.

Nur wenige Fahrgäste dürften sich an das Original erinnern, wenn sie den Mann mit dem Presslufthammer sehen, der mit blankem Oberkörper den Bau der U-Bahn vorantreibt. Das Original, das dieser Idee zugrunde liegt, zeigte am Ende der 1960er Jahre, als die U-Bahnlinien 1, 2 und 3 durch Frankfurts Boden getrieben wurde, eine jüngere Dame mit blankem Oberkörper und dem Satz: „Oben ohne, unten mit“. Zu sexistisch für die heutige Zeit.

Die Jury wählte den Entwurf des Frankfurter Künstlers Holger Wüst für den neuen „letzten“ Wagen der U5-Serie aus, weil er „ein streitfreudiges, selbstbewusstes Frankfurt“ darstelle, so Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Tatsächlich ist es Wüst gelungen, mit seinen Zitaten aus den Anfängen der Frankfurter U-Bahn eine ironische Distanz zu den fast 50 Jahren zu schaffen, die die U-Bahn jetzt bereits unter Frankfurt und dem Main die Stadtteile verbindet.

Mit Stolz berichtet die VGF, dass der im Jahr 2006 geschlossene Vertrag über die neue U-Bahn-Serie „eine der größten zusammenhängende Fahrzeugbeschaffungen Deutschlands“ gewesen sei. Insgesamt fahren 224 dieser U-Bahnserie auf Frankfurts unterirdischen Schienen. Die VGF hat für die

224 Bahnen

rund 500 Millionen Euro investiert.

In den Zügen dieser Bauserie wurden zum ersten Mal Klimaanlagen eingebaut, was bei den heißen Sommern der letzten Jahre eine kluge Vorausschau war. Über die langen Jahre, die diese U-Bahnzüge in Frankfurt gefahren werden, wurden weitere Neuerungen ausprobiert. So zum ist zum Beispiel in einigen Wagen ein akustisches Signal eingebaut, das es sehbehinderten oder blinden Fahrgästen auf dem Bahnsteig erleichtern soll, die Türen zu finden. Um das Quietschen in den Kurven zumindest zu minimieren, werden bereits seit 2016 sogenannte Radschallabsorber mit einem Kostenaufwand von 1,3 Millionen Euro eingebaut. Aber nicht nur in Frankfurt werden die U-Bahnwagen der Serie U5 eingesetzt. Auch die Verkehrsbetriebe in Bursa (Türkei), die Düsseldorfer Rheinbahn und auch die Kölner Verkehrsbetriebe setzen den „Frankfurter Wagen“ ein.

Neues gab es auch über die Straßenbahnen in Frankfurt zu berichten. Die VGF bereitet zurzeit eine europaweite Ausschreibung vor, um ein Nachfolgefahrzeug für die „S“-Wagen zu finden. Historisch werden die Straßenbahnen Frankfurts immer mit einem Buchstaben des Alphabets bezeichnet. Das soll auch bei der neuen Bestellung, die einen Wert von mehr als 100 Millionen Euro haben soll, so bleiben. Damit werden in einiger Zeit dann „T“-Wagen durch Frankfurts Straßen fahren.

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