SkyRun

Familie Zürn und der Treppenlauf

Für den Flörsheimer Bernd Zürn erfüllte sich beim SkyRun auf den Frankfurter Messeturm ein vorgezogener Geburtstagswunsch zum 80., den er am 26. September feiert. Seine beiden Söhne Stefan und Christian sowie Enkel Erik rannten mit ihm 1202 Treppenstufen hinauf auf den Frankfurter Messeturm.

Bernd Zürn mit seinen Söhnen und seinem Enkel zählten zu den 1040 Treppenläufer beim SkyRun im Frankfurter Messeturm, der unter der Regie des Kelkheimers Michael Lederer unter dem Motto Charity und World Cup zum zwölften Mal ausgetragen wurde. Im Starterfeld befanden sich Weltklasse-Profis und Freizeitsportler, Firmenläufer, Feuerwehrleute, DRK-Helfer und 151 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, die beim Kids-Cup in Teams die Höhe von 32 Stockwerken meisterten.

Dr. Christian Riedl aus Erlangen verwies als bester deutscher Treppenläufer in 6:26,1 Minuten den Österreicher Jakob Mayer mit einer halben Minute Vorsprung auf Platz zwei. Bei den Frauen gewann Zuzanna Kielak aus Polen in 9:26,1 Minuten vor Monika Carl von der LG Welfen (9:28,5).

Der Zürn-Nachwuchs schlug sich beachtlich in dem riesigen Teilnehmerfeld. Obwohl sich die sportlich fitten Söhne des noch 79-Jährigen eher auf das Fahrradfahren als auf das Laufen konzentrieren, waren sie besten heimischen Läufer: Der 52 Jahre alte Stefan Zürn erreichte den 48. Platz in 9:35,3 Minuten. Sein 46 Jahre alter Bruder Christian wurde 51. in 9:35,9 Minuten. Der 17 Jahre alte Enkel Erik erreichte Platz 235 in 12:52,8 Minuten. Zwischen Söhnen und Enkel rangierte Senior Bernd, der aber den Sprösslingen einiges voraus hat: Er stürmte gleich fünfmal auf den Messeturm und wurde Deutscher Meister in der Altersklasse M 80. Dazu gehört man auch schon, wenn man erst im Laufe des Jahres 80 wird.

Bernd Zürn brauchte beim ersten seiner fünf Rennen in die 61. Etage 12:37,8 Minuten und erreichte damit Platz 219 in der Gesamtwertung unter insgesamt 916 Teilnehmern. Noch vier Mal stellte er sich dann mit Erfolg dieser Herausforderung. Auf die Frage, wie das mit fast 80 Jahren ohne spezielles Training noch geht, sagt er: „Das ist anders als ein Marathon. Das ist eine Belastung, die nur eine kurze Zeit dauert.“ Den fünften Sturm auf den Turm schaffte er in 13:57,0 Minuten, die anderen Zeiten liegen zwischen der besten und dieser Zeit. Doch damit nicht genug: Der Senior, der für BUND Flörsheim startet, wurde deutscher Meister in der Klasse M 80. Er ist seinem langjährigen Lauf-Freund Manfred Klittich aus Eschborn dankbar, dass der trotz Rückenprobleme mitgelaufen ist: „Wenn der Manfred nicht angetreten wäre, wäre ich kein deutscher Meister, denn es müssen mindestens drei Läufer am Start sein.“

Zweiter bei den Deutschen Meisterschaften in der Klasse M 70 wurde Dr. Jürgen Frei, der mittlerweile für die TSG Altenhain startet, in 13:08,9 Minuten. Frei, in der Gesamtwertung auf Platz 252, rannte wie Bernd Zürn fünf Mal auf den Messeturm.

Gute Plätze in dem Riesenfeld der Männer erreichten auch der Kelkheimer Rudolf Felix (112. in 10:43,4 Minuten), Thilo Folberth aus Liederbach (141./11:12,6), Manuel Schiewe von der SG DJK Hattersheim (150./11:21,1, Kevin Susnjar vom EMS Sports Club Eschborn (173./11:44,9) und Torsten Koepke aus Kelkheim (192./12:07,0).

Schnellste Frau aus den heimischen Vereinen war Corinna Pasche-Colloseus vom TV Eschborn als Vierte in 9:50,4 Minuten, die damit Zweite bei den deutschen Meisterschaften W40 wurde. Vordere Platzierungen erreichten auch Cathrin Fischer aus Kriftel (29./12:57,5/5. deutsche Meisterschaft W 30), Natalie Braun von der TG Zeilsheim (34./13:26,9/3. deutsche Meisterschaft W40), Birgit Himmler von der SG Nied (44./14:03,3), Christina Schmakowski aus Bad Soden (49./14:16,8), Dunja Susnjar vom ESM Sports Club Eschborn (50./14:17,1), Sandra Spangenberg aus Hattersheim (62./14:56,8) und Suanne Kraus von der SG Nied (76./17:21,8).

Auch zahlreiche Feuerwehren aus dem heimischen Bereich waren beim Turm-Lauf vertreten. Beim Messe-Turm Kids-Cup belegte das Team TriKids Höchster SV III den ersten Platz.

Die schweißtreibende Nummer auf dem Frankfurter Messegelände hat sich gelohnt. Alle setzten sich für einen guten Zweck ein, denn 43 000 Euro können aus dem Laufspektakel für mit einer Querschnittlähmung geborenen jungen Menschen gespendet werden, die in der Arbeitsgemeinschaft für Querschnittgelähmte mit Spina bifida Rhein-Main-Nahe e.V. (ARQUE) zusammengeschlossen sind. Der frühere fünfmalige deutsche Meister auf den Mittelstrecken Michael Lederer aus Kelkheim ist Zweiter Vorsitzender der ARQUE.

(mir)

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