Finanzchef Axel Hellmann (links) und Präsident Peter Fischer (rechts) zeichneten Roland Koch (Mitte) mit der Ehrenmitgliedschaft der Eintracht aus.
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Finanzchef Axel Hellmann (links) und Präsident Peter Fischer (rechts) zeichneten Roland Koch (Mitte) mit der Ehrenmitgliedschaft der Eintracht aus.

Stadtgeflüster

Die Fans bleiben treu

  • VonEnrico Sauda
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Nervenkitzel, Abstiegsangst. Die Eintracht fordert alles von ihrem Publikum. Auch am Sonntag vor 50 300 Zuschauern beim Derby gegen den FSV Mainz 05, das die Adlerträger mit 2:1 für sich entschieden.

Nervenkitzel, Abstiegsangst. Die Eintracht fordert alles von ihrem Publikum. Auch am Sonntag vor 50 300 Zuschauern beim Derby gegen den FSV Mainz 05, das die Adlerträger mit 2:1 für sich entschieden. Aber trotz allem: Nicht nur in der Kurve sitzen und stehen die beinharten Anhänger. Auch auf der Haupttribüne sind sich alle einig darüber, dass es unabhängig von der Spielklasse nur um eines geht: Um Eintracht Frankfurt und die Treue zum Verein.

Prominentester Daumendrücker war der Hanauer Rudi Völler . „Ey, das ist doch meine Heimat, ist doch klar, dass ich herkomme“, so der ehemalige Teamchef der Nationalmannschaft. Die Frage, ob er auch in der Zweiten Bundesliga ist Stadion kommen würde, beantwortet er lächelnd: „Das ist eine dieser Fangfragen, auf die ich nicht mehr reinfalle. Dazu bin ich schon zu lange dabei.“ Der Eintracht traut der Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen noch einiges zu. „Die Ergebnisse am Wochenende waren so gut, dass sie es immer noch aus eigener Kraft schaffen können“, so Völler, der im Stadion Uwe Bein traf, mit dem zusammen er 1990 Weltmeister wurde. „Wenn sie die zweite Halbzeit dominieren, gewinnen sie und dann halten sie die Klasse“, meint ein anderer Weltmeister: Jürgen Grabowski . „Aber ich würde auch in der Zweiten Liga ins Stadion kommen.“

Eine weitere Eintracht-Legende ist ebenfalls äußerst optimistisch: „Ich komme immer her, würde mir eine Loge kaufen und auch hier übernachten, wenn’s was hilft“, sagt der ehemalige Trainer Dragoslav Stepanovic , der – natürlich – davon ausgeht, dass die Adlerträger nicht absteigen. Und er erinnert an 1999. Damals sei die Saison nach einer Serie von Pleiten auch noch gut ausgegangen.

„Man muss doch auch treu bleiben“, findet TV-Moderator Dieter Kürten , der am Tag vor dem Spiel seinen 81. Geburtstag feierte. „Deshalb würde ich auch in Liga zwei ins Stadion kommen. Aber das ist noch kein Thema.“

Die Liga, in der Eintracht Frankfurt spielt, „definiert nicht meine Loyalität zum Verein“, sagt der ehemalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch , der gestern die lebenslange Mitgliedschaft von Eintracht-Präsident Peter Fischer und Finanzchef Axel Hellmann entgegennahm. Die Ehrenmitgliedschaft „freut mich, denn ich bin über die Eintracht fußballerisch sozialisiert worden. Wenn es die Eintracht nicht gäbe, hätte ich mich vielleicht nie für Fußball interessiert“. Auch er würde sich die Partien in der Zweiten Liga anschauen. Doch für Koch gilt das, was auch der ehemalige Eintracht-Profi Thomas Zampach betont: „Ich muss gar nicht zu Zweitligaspielen kommen, denn wir werden nicht absteigen.“

(es)

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