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Fast 300 Ladesäulen in Parkhäusern: Stadt will mal Dampf für E-Autos machen

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Die Stadt Frankfurt will die Verkehrswende weiter vorantreiben. Doch komplizierte Vorgaben und viel Bürokratie bremsen die Elektromobilität weiterhin aus

Frankfurt -´Fast 300 Ladepunkte für Elektroautos will die Stadt nächstes Jahr in Parkhäusern installieren. Das kündigen der lokale Energieversorger Mainova AG und die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding an, die über eine Tochtergesellschaft viele öffentliche Parkhäuser betreibt. Seit langem gibt es viel Kritik an fehlenden Lademöglichkeiten in der Stadt. Auch der jetzige Ausbau hat einen Haken.

So hatte diese Zeitung Anfang vorigen Jahres berechnet, dass Frankfurt pro Einwohner kalkuliert nur die zweitschlechteste Lade-Infrastruktur für Elektroautos unter den zehn größten deutschen Städten bietet. Wegen enormer Abstimmungsanforderungen der Behörden sind seither auch kaum Ladesäulen hinzugekommen. Die Vorgaben sind derart kompliziert, dass die Betreiber Qwello und On-Charge die bisher genehmigten Säulen noch nicht haben realisieren können: 50 hatte die Stadt Ende 2021 genehmigt, weitere 60 wollte sie im April absegnen.

Frankfurt: Kaum Ladepunkte in städtischen Parkhäusern

Selbst in städtischen Parkhäusern gibt es kaum Ladepunkte: Bisher erst 16 von diesen gibt es in den elf nun zum Ausbau vorgesehenen Garagen, wie die Stadtverwaltung einräumt. Auch in Sammelgaragen für Anwohner fehlen solche Ladesäulen bisher. Viele von diesen ebenso wie viele Parkhäuser betreibt die Parkhausbetriebsgesellschaft PBG, eine Tochter der ABG - und damit der Stadt.

Autos stehen an einer E-Auto-Ladestation. In Frankfurt noch immer eher eine Seltenheit. (Symbolbild)
Autos stehen an einer E-Auto-Ladestation. In Frankfurt noch immer eher eine Seltenheit. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Ende 2023 aber sollen in den städtischen Garagen 300 Ladepunkte verfügbar sein. Das hätten die Mainova, die ABG, Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) und der Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) vereinbart, heißt es seitens der Stadt. "Rund zehn Prozent der in Frankfurt zugelassenen Fahrzeuge sind bereits Elektro- oder Hybridfahrzeuge", erklärt Wüst. Die steigende Tendenz der Zulassungszahlen erfordere einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. Das mache Frankfurt nun. "Damit die Mobilitätswende gelingt, brauchen wir ausreichend Ladepunkte in der Stadt", weiß auch der Dezernent Majer.

Frankfurt: Bau von Ladestationen für E-Autos kostet 1,4 Millionen Euro

Der Bau der 284 neuen Ladestationen koste 1,4 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2023 solle der Ausbau in der Tiefgarage Goetheplatz mit 30 Ladepunkten beginnen. Nach und nach folgen dann bis zum Jahresende die Tiefgarage Dom Römer (30 Ladepunkte), das Parkhaus Hauptwache (16), Konstablerwache (40), die Tiefgarage Alte Oper (20), das Parkhaus Börse (45), die Tiefgarage Am Theater (19), das Parkhaus Konrad-Adenauer-Straße (30), die Tiefgarage Junghofstraße (16), das Parkhaus Am Gericht (35) und das Parkhaus Schiller-Passage (19 Ladepunkte).

Die Ladepunkte werden allerdings nur eine Ladeleistung von höchstens 22 Kilowatt haben. Schnellladesäulen, wie sie zum Beispiel beim Hersteller Tesla Standard sind, soll es nicht geben. Indirekt nennt der Mainova-Chef Konstantin Alsheimer auch den Grund für die gebremste Leistung: Mit der Entscheidung fürs Normalladen könne man "mit der vorhandenen Infrastruktur eine sehr große Anzahl an Ladepunkten realisieren".

Verkehrswende in Frankfurt: Aufwändige Kabelverlegungen für schnelles Laden von E-Autos

Sprich: Wäre schnelles Laden gewollt gewesen, hätte wohl auch die Leistung des Energiezuflusses zu den Garagen erhöht werden müssen - vermutlich mit aufwändigen Kabelverlegungen. Dabei können die Akkus von Elektroautos über das Schnellladen etwa doppelt so flott wieder gefüllt werden wie über das Normalladen.

Wer jedoch einen ausgiebigen Einkaufsbummel in der Innenstadt und über die Zeil plant, der dürfte aber wohl ganz gut mit den Normalanschlüssen klar kommen. Beim Modell Renault Zoe beispielsweise, einem recht weit verbreiteten Elektro-Kleinwagen, ist das Wiederaufladen auf 80 Prozent mit Normalgeschwindigkeit nach Herstellerangaben in zwei Stunden und 40 Minuten möglich. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Beim Ausbau des Ladenetzes für E-Autos in Frankfurt sind einige Hürden zu überwinden.

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