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Versicherung macht Werbung mit Feldmanns peinlichem Pokal-Fauxpas

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Sei kein Miesepeter: Die Deutsche Familienversicherung wirbt mit dem Fauxpas von OB Feldmann bei der Europa-League-Feier von Eintracht Frankfurt.
Sei kein Miesepeter: Die Deutsche Familienversicherung wirbt mit dem Fauxpas von OB Feldmann bei der Europa-League-Feier von Eintracht Frankfurt. © screenshot

Peinlich war das, als sich OB Feldmann den Europapokal von Eintracht Frankfurt krallte. Die Szene ist nun in der Werbung gelandet.

Frankfurt -Es war die Peinlich-Szene des Sommers: Bei der Siegesfeier der Eintracht nach dem Triumph in der Europa League reißt ein feixender Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im Römer dem verdutzten Eintracht-Kapitän Sebastian Rode den Europapokal aus der Hand. Genau diese Szene hat die Deutsche Familienversicherung (DFV) jetzt für ihre Werbung entdeckt.

„DFV-Hausratversicherung schützt auch bei Diebstahl“, heißt es auf dem Plakat. Hinzu kommen drei weitere Motive: Zum Beispiel Feldmanns Auftritt im Flugzeug zum Finale nach Sevilla verwendet die Versicherung. Im Flieger sprach der OB in der auf Twitter verbreiteten Sequenz davon, dass ihn die Flugbegleiterinnen, „hormonell am Anfang erst mal außer Gefecht gesetzt“ hätten. Die DFV verbreitet das Foto mit dem Zusatz: „DFV-Pflegezusatzversicherung - bevor deine Hormone dich außer Gefecht setzen!“

Schon eine halbe Million Klicks

Entwickelt wurde die Kampagne von der Marketing-Abteilung der DFV, wie deren Sprecher Lutz Kiesewetter erläutert. Nach seinen Angaben klickten über 500 000 Nutzer bis gestern auf die Internet-Kampagne. Sie ist auch im Zusammenhang mit dem Bürgerentscheid zu sehen, mit dem am 6. November Feldmann abgewählt werden soll. Im Mai hatte der Gründer und Vorsitzende der DFV, Stefan Knoll, eigene Ambitionen für eine Kandidatur als OB verbreitet.

Versicherungschef wollte selbst OB werden - aber nicht jetzt

Knoll ist Schatzmeister der Frankfurter CDU. Zu seinen eigenen Ambitionen teilte Knoll gestern mit: „Es stimmt, dass ich Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt werden will. Es stimmt aber auch, dass ich Vorstandsvorsitzender einer börsennotierten Versicherungsgesellschaft bin, die ich nicht beliebig verlassen kann. Auf einen Wechsel in die Politik deutlich vor dem regulären Wahltermin im Jahr 2024 bin weder ich noch mein Unternehmen eingestellt.“ Seine Folgerung lautet: Gelingt die Abwahl, „stünde ich für eine Kandidatur anschließend nicht zur Verfügung.“ Unabhängig davon setze er sich für die Abwahl ein, „weil Herr Feldmann der Stadt schadet und das Wohl meiner Stadt über den Interessen einzelner steht“.

So wie einst Annalena Baerbock

Das OB-Büro wollte sich zu der DFV-Kampagne nicht äußern.

Die Methode, politische Fehltritte für Eigenwerbung zu nutzen, nutzt der Autoverleiher Sixt häufiger. Deren Hausagentur Jung von Matt ist bekannt dafür, aktuelle politische Geschehnisse aufzugreifen und auf Werbeplakaten zu thematisieren. Nach der Plagiats-Affäre um ein Buch der damaligen Kanzlerkandidatin Baerbock (Grüne) verwendete Sixt ein Porträt der Frau und textete: „Sie verwenden ungern Eigenes? Mehr Spaß am Leihen: Jetzt Sixt App herunterladen.“ (Thomas Remlein)

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