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?Nur? die Nummer sechs beim FTC Palmengarten, aber ein wichtiger Punktegarant: Jannis Köke.

Tennis

Die Favoriten lassen nichts anbrennen

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Der Auftakt bestätigte die Prognose: Drei Teams heben sich von der Konkurrenz ab, der Rest kämpft um den Klassenerhalt. Die beiden Neulinge aus Sprendlingen und Steinbach werden es ohnehin schwer haben.

Die Tennisspieler von Eintracht Frankfurt und aus Bad Vilbel unterstrichen gleich einmal, dass sie dem Favoriten FTC Palmengarten (siehe Extratext) das Feld in der Hessenliga nicht kampflos überlassen zu wollen. Ihr Duell am Samstag in Bad Vilbel wird erste Klarheit über die Kräfteverhältnisse bringen. Am ersten Wettkampf-Wochenende wurden beide Teams nicht besonders gefordert.

Der TC Bad Vilbel machte beide Partien bereits nach den Einzeln klar. „Unsere Brasilianer kamen alle in Topform zu uns“, freute sich Chefcoach Marcello Craca. Gegen den überforderten Neuling TC Steinbach (7:2) musste sich lediglich Jochen Bertsch dem einzigen konkurrenzfähigen Deutschen der Steinbacher Eric Scherer in zwei Sätzen beugen. Kämpfen musste Niklas Schell gegen den Spanier Pablo Martin-Adalia, der Rest war eine klare Angelegenheit.

Tags drauf lautete der Sieg beim TEC Darmstadt zwar 9:0, die Spiele waren aber diesmal enger. Der junge Jan Simon Vrbsky hielt im Spitzenspiel gegen Daniel Dutra Da Silva überraschend gut mit. An Position zwei führte der seit Jahren bei diversen hessischen Vereinen schon erfolgreiche Tscheche Daniel Lustig im dritten Satz schon 3:0. Dann machte sich bei der Hitze die bessere Kondition des unermüdlich kämpfenden Brasilianers Jose Pereira bemerkbar: Er gewann sechs Games in Folge.

Fast vier Stunden lang lieferten sich der durch das College-Tennis in den USA erstarkte Benjamin Henning und der Bad Vilbeler Niklas Schell einen heißen Fight. Fast genauso lang dauerten die Grundlinienduelle der Südamerikaner an Position fünf. Der Brasilianer Caio Claudino brauchte Zeit, um sich an die unorthodoxe Spielweise des Argentiniers Juan Estevarena zu gewöhnen, dann setzte sich sein druckvolleres Spiel durch. Eng waren auch alle drei Doppel, wobei im ersten Par besonders die starke Leistung von André Stenger auffiel.

Eintracht Frankfurt startete mit einem 7:2 im Stadtduell gegen den SC SAFO Frankfurt . Während die Gastgeber in Bestbesetzung antraten (Sportdirektor Carsten Müller: Wir wollten erst einmal sehen, wo wir stehen“), sind die Sachsenhäuser ohne ihren in Wimbledon spielenden indischen Spitzenspieler Narayanaswamy Srirambalaji kaum konkurrenzfähig. Das einzige spannende Einzel, das die 200 Zuschauer zu sehen bekamen, war das Duell zwischen dem 2017 wegen einer Verletzung ausgefallenen Eintrachtler Björn Petersen und Benjamin Schweizer. Der variabler spielende SAFO-Crack gewann den ersten Satz, dann setzte sich aber die größere Power von Petersen durch.

Den Ehrenpunkt holte SAFO im Doppel durch Vinayak Kaza/Schweizer. Der Inder ist ein exzellenter Doppelspieler, wenn sein Landsmann aus London zurück kehrt, dürfte dieses Duo in der Hessenliga keine Bezwinger finden. Im Einzel war er als „Zweier“ überfordert. Obwohl Sebastian Fanselow mit seiner Leistung unzufrieden war („Ich habe zu viele Fehler gemacht“), hatte Kaza keine Chance. Fanselow hat den Adlerträgern für die gesamte Saison zugesagt, ein kleines Fragezeichen steht hinter seinem Einsatz am 14. Juli gegen Sprendlingen. „Da spiele ein Turnier in Italien, bei dem ich an Position vier gesetzt bin. Das Finale ist eben an diesem Samstag.“

Tags drauf siegte die Eintracht in Steinbach glatt mit 9:0. Fanselow, Petersen und Sebastian Mortier waren nach einer Stunde schon fertig. Kämpfen mussten lediglich die beiden Eintracht-Ausländer. Im Spitzenspiel war Gleb Sakharov im ersten Satz total von der Rolle und gab diesen an den wie entfesselt spielenden Bolivianer Federica Zeballos glatt ab. Als er dann eine Schippe drauflegte, war das hochklassige Match eine klare Angelegenheit für den favorisierten Franzosen. Pjotr Lomacki tat sich nur in der Anfangsphase schwer, dann hatte er den Spanier Pablo Martin-Adalia im Griff.

SAFO hat mit einem Sieg beim TK Langen geliebäugelt. Die Gastgeber werden die Saison ohne die angekündigte Verstärkung Maxi Abel bestreiten müssen. Der Vorstand teilte nur mit, dass der frühere Deutsche Meister nicht zur Verfügung stehe. Ohne die Verletzung von Tom Pütz wäre für SAFO ein Sieg möglich gewesen. So siegten die Hausherren 6:3. Langen bietet mit Facundo Mena einen stärkeren Spitzenspieler als 2017 auf. Der Paradeschlag des Argentiniers mit den flinken Beinen ist die knallharte Rückhand. Die Erwartungen übertraf Teamkollege Slowene Bostjan Osabnik, der mit seinem harten Aufschlag sowie dem ständigen Druck Benjamin Schweizer nicht zur Entfaltung kommen ließ.

Wie hoch die Trauben in der Hessenliga hängen, musste Rot-Weiß Sprendlingen erfahren. 150 Fans sahen zum Auftakt eine unglückliche 4:5-Niederlage gegen TEC Darmstadt. Der Neuling setzt ganz auf die tschechische Karte. Und hätte damit fast triumphiert. Der unglaublich gut aufschlagende Marek Gengel war immer dann, wenn es galt Breakbälle abzuwenden, besonders konzentriert. Die schon lange in Sprendlingen lebenden und daher den deutschen Spielern gleichgestellten Routiniers Lukas Marsoun und Martin Bezdicek überzeugten kämpferisch, beim Letztgenannten reichte es nach mehr als drei Stunden aber nicht zum Sieg.

Nach dem 3:3 nach den Einzeln hofften die Sprendlinger auf zwei Punkte der Tschechen in den Doppeln. Gengel/Marsoun nahmen dem Gegner dreimal den Aufschlag ab, einmal sogar dem sehr starken Doppelspieler Lustig und brachten selbst alle ihre Aufschläge durch. Im dritten Doppel entschied gegen die Gastgeber, dass Bezdicek nach der dreistündigen Schlacht im Einzel vor dem Doppel nur eine Erholungsphase von 25 Minuten hatte.

In Wiesbaden war dann nichts zu holen. Marsoun schlug diesmal schlecht auf, sein Landsmann Bezdicek spielte zwar viel stärker als am Vortag, musste aber die Klasse der letztjährigen Wiesbadener Nummer eins Daniel Czepielewski anerkennen. Den einzigen Sieg landete dank einer starken kämpferischen Leistung Lucas Krämer.

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