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FDP nominiert Yanki Pürsün für die Oberbürgermeisterwahl

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Von: Thomas J. Schmidt

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War ohne Gegenkandidaten: Yanki Pürsün.
War ohne Gegenkandidaten: Yanki Pürsün. © Rolf Oeser

Liberale geben dem Landtagsabgeordneten bei der Versammlung in Frankfurt eine klare Zustimmung.

Die FDP schickt einen eigenen Kandidaten ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters: Der Landtagsabgeordnete Yanki Pürsün (50) wird kandidieren. Bei der Hauptversammlung der Frankfurter FDP erhielt er 61 Stimmen. Es gab acht Gegenstimmen und keine Enthaltungen. Mithin ein gutes Ergebnis. Es gab keine Gegenkandidaten.

„Wir haben uns in den vergangenen Monaten überlegt, wer geeignet wäre, für die FDP zu kandidieren“, sagte der Kreisvorsitzende Thorsten Lieb. „Wir haben einen Anteil daran, dass die Wahl am 5. März stattfindet. Yanki Pürsün war einer der wichtigsten Kritiker Peter Feldmanns.“ Die Frage sei: Was ist das Signal, was ist die Stadt nach Peter Feldmann?

Als erster Redner betrat Ex-Sicherheitsdezernent Volker Stein das Podium. Er habe im Journal gelesen, Pürsün habe die Kandidatur angenommen, weil kein anderer sie wollte. „Mit anderen Worten, er war der Einzige, der bei drei nicht auf dem Baum war!“ Stein kritisierte: „Im Frühjahr ist die OB-Wahl, ein halbes Jahr später die Landtagswahl. Dann wird Yanki wieder kandidieren, aber es ist sinnlos, für beides zu kandidieren. Die Leute wollen wissen, ob er Frankfurts OB werden will oder nicht.“ Stein glaubt: „Ein besseres Ergebnis als ich vor vier Jahren bekommen habe, wird er nicht gewinnen. Wir sollten auf eine Kandidatur verzichten und das bürgerliche Lager stärken.“

Stein blieb der Einzige, der gegen die Kandidatur sprach. Thorsten Lieb sagte später: „Damit das klar ist, Yanki Pürsün war von Anfang an gesetzt als der beste Kandidat!“ Hans-Joachim Otto, der Grand Seigneur der Frankfurter FDP, vermutet: „Wir haben ja gar nicht damit gerechnet, dass Peter Feldmann abgewählt wird, waren danach überrascht.“ Die Kandidatur sein kurzfristiger erfolgt, als bei den anderen Parteien. Aber: „Unser Kandidat verdient Unterstützung. Vor allem muss Yanki Pürsün FDP pur sein. Er darf kein Kandidat der Römer-Koalition sein!“ In der Koalition gelte Pürsün als Mann des Ausgleichs und Kompromisses.

Pürsün selbst griff verschiedene Argumente in seiner mit Beifall bedachten Rede auf. „Ich stehe für FDP pur!“ rief er. „Ich stehe für Freiheit.“ In der Wandelhalle des Römers hingen die alten Oberbürgermeister: „Darunter sind viele Liberale, aber es ist keine Grüne dabei.“ Seine Kandidatur auf das Landtagsmandat werde er zurückziehen, wenn er die OB-Wahl gewinnt.

„Vor drei Jahren war ich politisch alleine auf weiter Flur, als der Awo-Skandal aufgekommen ist und Peter Feldmann hineingezogen wurde. Die SPD und die Awo haben mich beschimpft.“ Jetzt gebe es die Neuwahl, „und ich trete an“. Es gehe nicht um ihn, sondern um Frankfurt.

„Ich bin gefragt worden, was ich mache, wenn ich weniger Stimmen bekomme als der Bahnbabo. Ich denke, wenn Babo 41 Prozent bekommt und ich 39,5, dann gehen wir in die Stichwahl“, sagte er unter dem Gelächter der Zuhörer. Tatsächlich komme es auf das Ergebnis nicht so sehr an: „Das Ergebnis wird die FDP stärken, egal, wie es ausgeht. Wir zeigen Flagge. Ich lade alle ein mitzumachen, und wir werden ein gutes Ergebnis erzielen!“

Die folgende Abstimmung erfolgte geheim, die anschließende Verkündigung des Ergebnisses ging im Applaus unter. „Ich hätte gedacht, es gibt mehr Gegenstimmen“, sagte ein FDP-Mitglied, „und bin sehr zufrieden.“

Yanki Pürsün war nach der Abstimmung glücklich. „Ich hoffe auf ein zweistimmiges Ergebnis bei der Wahl am 5. März“, sagte er dieser Zeitung. Realistisch glaubt er, als Vierter aus dem Rennen zu gehen, hinter SPD, CDU und Grünen. „Wir werden stark über die sozialen Medien werben, wir werden auch Straßenwahlkampf machen“, kündigte er an. Als OB wolle er gleichfalls vieles anders machen als sein Vorgänger: „Die Entscheidungen müssen schneller erfolgen, schneller umgesetzt werden. Frankfurt muss dynamischer werden.“

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