Glühweintassen beim Weihnachtsmarkt
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Zumindest ein kleiner Markt soll stattfinden.

Weihnachtsmarkt

Fechenheim: Der Nikolaus fällt doch nicht aus

  • vonFriedrich Reinhardt
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Stadtteil-Vereine wollen Weihnacht nicht Corona überlassen.

Frankfurt - Der Fechenheimer Gewebeverein hat den Weihnachtsmarkt für dieses Jahr schon abgesagt. Das Risiko sei einfach zu groß, wochenlang zu planen, abzustimmen und zu werben, um dann alles wegen steigender Infektionszahlen und strengeren Abstandsregeln absagen zu müssen. "Wir brauchen für die Vorbereitung des Weihnachtsmarkts normalerweise ein dreiviertel Jahr" erklärt Sebastian Schugar vom Gewerbeverein. Ganz gestorben ist der Weihnachtsmarkt damit aber noch nicht.

Das Risiko bleibt bestehen

An einem Konzept, wie ein kleiner Markt stattfinden kann, arbeiten derzeit der Arbeitskreis Fechenheimer Vereine und zehn Vereine, wie etwa die Philharmonie Fechenheim, der Fastnachtsverein Schwarze Elf, das Quartiersmanagement und die Sportvereinigung Fechenheim 1903. Das Risiko, dass kurz bevor die Weihnachtsbuden am 4. und 5. Dezember öffnen sollen, alles abgeblasen werden muss, gehen die Vereine ein.

Der Plan sieht laut Christoph Scheich, Vorsitzender des Arbeitskreises, so aus: Etwa sieben oder acht Weihnachtsbuden stellen die Vereine auf den alten Schulhof der Freiligrathschule in der Straße Am Mainbörnchen. Dort verkaufen sie Glühwein und Würstchen. "Vielleicht gibt es auch einen Nikolaus für die Kinder, oder jemand liest Märchen vor und abends spielt ein Liedermacher", sagt Scheich. Eine Bühne werde es nicht geben. Die Vereine planten einen Weihnachtsmarkt, wie sie ihn "mit Bordmitteln stemmen können", formuliert es Scheich. Die Weihnachtsmarktbuden hat etwa der Arbeitskreis. Fünf Stück hatte er 2013 mit finanzieller Unterstützung des Ortsbeirats 11 angeschafft. Ohne Sponsoren und Verträge sei man flexibel. "Wenn die Abstandsregeln verschärft werden, können wir den Markt einfach absagen, ohne Verluste gemacht zu haben", sagt Scheich.

Die Hygieneregeln stimmen die Vereine mit dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt ab. Es werde ein abgezäuntes Gelände sein, an Zugangskontrollen geben die Besucher ihre Kontaktdaten an. Wie viele Menschen den Markt zur selben Zeit besuchen dürfen, ist noch offen. Auf dem Gelände wird Maskenpflicht gelten. Eingang und Ausgang werden getrennt, "damit die Leute, die das Gelände verlassen, nicht denen zu nahe kommen, die gerade kommen", sagt Scheich. Gekauft werden Essen und Trinken an den Büdchen, gegessen und getrunken wird separat.

Es gibt keine Standgebühren

Eine Standgebühr wird der Arbeitskreis nicht erheben. "Die Vereine sollen ab dem ersten Glühwein, den sie verkaufen, Gewinn machen", sagt Scheich. Es solle am Ende eines schwierigen Jahres noch mal eine Möglichkeit sein, die Vereinskassen aufzubessern. Und ein Versuch, "Corona nicht alles zu überlassen".

"Ambitioniert", nennt Schugar das Vorhaben. Vor allem mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen. Findet der Weihnachtsmarkt tatsächlich statt, wird es auch eine Kooperation mit dem "Lebendigen Adventskalender" geben. Bei dieser Aktion dekorieren überall im Stadtteil Menschen ihr Fenster, und laden Freunde und Nachbarn zu Glühwein und Plätzchen ein. So beschreibt es Nicole Arend.

Seit 2013 organisiert sie den Lebendigen Adventskalender. Auch sie hatte überlegt, ob sie den Kalender in diesem Jahr lieber ausfallen lässt, nachdem der Gewerbeverein den großen Weihnachtsmarkt abgesagt hatte. Aber als rein private Initiative arbeiten auch sie und die Teilnehmer des Kalenders mit "Bordmitteln" und können somit auch spontaner auf die aktuelle Infektionsgefahr reagieren. Friedrich Reinhardt

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