Aus der Fechenheimer Polizeistation soll nach der Fusionierung ein Polizeiposten werden. foto: holger menzel
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Aus der Fechenheimer Polizeistation soll nach der Fusionierung ein Polizeiposten werden. foto: holger menzel

Sorgen um Sicherheit 

Fechenheim: Mehr Polizei nachdem Reviere fusionierten

  • vonFriedrich Reinhardt
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Nach dem auf dem Frankfurter Berg die Polizeistation verschwand, stieg die Zahl der Polizeistreifen. 

In Fechenheim blicken viele Bürger skeptisch auf den Plan, das 7. Polizeirevier im Stadtteil mit dem 18. in Bergen-Enkheim zusammen zu legen. Die Argumente ähneln denen, die vorgebracht wurden, als im Jahr 2017 das 14. und 15. Polizeireviere zusammengelegt wurden. Damals verlor der Frankfurter Berg sein eigenes Polizeirevier. Für Fechenheim lohnt es sich daher zu fragen: Welche Erfahrungen machte seit dem der Frankfurter Berg?

7. Polizeirevier in Fechenheim soll 18. in Bergen-Enkheim fusionieren

Die Sorge der Fechenheimer ist, dass die Polizei mehr Zeit brauchen wird, bis sie vor Ort ist. Schließlich müsste sie von Enkheim anfahren. Die Polizei entgegnet, dass die Beamten nicht auf der Wache warten bis sie gerufen werden, sondern auf Streife seien. Da nach der Fusion 50 Prozent mehr Polizisten auf der Straße sein können, wären die Beamten sogar schneller vor Ort.

Die heutigen Bedenken mancher Fechenheimer hatte 2015 auch Boris Straub (SPD) mit Blick auf den Frankfurter Berg gehabt. Er war Stadtbezirksvorsteher, als damals die Fusion des 14. und 15. Reviers bekannt wurde. "Der Frankfurter Berg wird weiter wachsen und mehr Leute müssen auf das Revier 15 zurückgreifen. Da sind doch mehr Straftaten zu erwarten", sagt er damals.

Tatsächlich mehr Polizei unterwegs

Heute sagt er zu der Fusion: "Ich bin positiv überrascht". Tatsächlich seien mehr Streifenwagen unterwegs. Auch gebe es mehr Drogenkontrollen. "Selbst bei mir im kleinen Wickenweg sehe ich regelmäßig eine Polizeistreife, und zwar Tag und Nacht."

Seit der Fusion des 14. mit dem 15. Revier ist die Polizeistation im Mertonviertel - über sechs Kilometer vom Frankfurter Berg entfernt. Straub, inzwischen Mitglied im Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim), wohnte in unmittelbarer Nähe der alten Polizeistation. Deshalb wäre die Polizei nicht schneller da gewesen, wenn er sie gebraucht hätte, sagt er heute. Wenn die Streife gerade weit entfernt sei, können die Polizisten in der Station auch nicht ausrücken. "Sie können die Station ja nicht unbesetzt lassen." In derselben Straße sei vor der Fusion zwei Mal in der Kita Bethaniengemeinde eingebrochen wurden. Dass die Polizeistation neben an war, hat das nicht verhindert.

In Sachsenhausen sank die Kriminalität um 8 Prozent

Auch Michael Bartram-Sitzius (SPD) wohnt auf dem Frankfurter Berg. Er berichtet ebenfalls davon, dass die Polizeipräsenz im Stadtteil gestiegen sei, seit das 14. und 15. Polizeirevier zusammengelegt wurde. Das wundert ihn nicht. Schließlich seien weniger Beamte mit administrativen Aufgaben beschäftigt. Damit schließt er sich der Argumentation der Polizei für die Zusammenlegung an.

Ähnlich hitzig wie die Debatte heute in Fechenheim geführt wird, wurde auch auf dem Frankfurter Berg gestritten. Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill verteidigte die Zusammenlegung damals mit dem Verweis auf die Fusion der Reviere 8 und 9 in Sachsenhausen. Die Kriminalitätsrate sei um acht Prozent zurückgegangen, so der Polizeipräsident. 

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