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Planungsdezernent Mike Josef (SPD) eröffnete am Freitag die neu gestaltete Löhnunggasse, die erst richtig mit den frisch gepflanzten Rosen im Sommer aufblühen wird. foto: holger Menzel

Förderprogramm

Fechenheim: Rosenbeete, wo vorher Autos standen

  • vonFriedrich Reinhardt
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Löhnunggasse und Im Kammerdorf neu gestaltet.

Christina Draack ist mit der neuen Löhnunggasse vor ihrer Haustür ganz zufrieden. Das alte Kopfsteinpflaster wurde durch hellrote Basaltpflastersteine ersetzt, und wo vor der Umgestaltung Autos geparkt wurden, hat das Stadtplanungsamt zusammen mit dem Grünflächenamt zwei Amberbäume gepflanzt sowie zwei Rosenbeete angelegt. Dazwischen steht nun eine Sitzbank. Wenn die Beete im Sommer blühen, könnte es wirklich schön werden, findet die Anwohnerin.

Doch vor allem ist Draack froh, "dass nun keine Autos mehr hier durchrasen". An der Einmündung zur Straße Alt-Fechenheim steht nun ein Poller. Als Schleichweg fällt die Löhnunggasse weg. "Wenn ich aus dem Haus kam, musste ich schon aufpassen, dass ich nicht umgefahren werde", erzählt Draack.

Die kleine Stichstraße zwischen Baumertstraße und Alt-Fechenheim ist zusammen mit der Parallelstraße Im Kammerdorf für 430 000 Euro neugestaltet worden, finanziert durch das Förderprogramm "Aktive Kernbereich" (siehe Infobox). Ein Drittel des Geldes kommt vom Bund, ein Drittel vom Land Hessen und ein Drittel von der Stadt Frankfurt, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Freitag bei der offiziellen Eröffnung. Eigentlich ist das Programm im vergangenen Jahr ausgelaufen, doch das Geld steht noch bis zum Jahr 2022 bereit.

Baumblätter färben sich im Herbst rot

Der größte Teil der Sanierungsarbeiten erfolgte schon zwischen März und Juni diesen Jahres. Die Straßen wurden grunderneuert, die Beleuchtung ausgeweitet. Die Rosensträucher und Bäume hat das Grünflächenamt aber erst am vergangenen Donnerstag pflanzen können. "Im Herbst werden sich die Blätter der beiden Bäume rötlich färben", sagt Heike Kuhn vom Stadtplanungsamt. Bis zu 25 Meter hoch und drei Meter breit werden sie wachsen. Darüber seien die Mieter informiert worden, vor dessen Haus die Amberbäume nun stehen. Dass man sie dort überhaupt hat pflanzen können, sei dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass darunter keine Leitungen verlaufen. "Das ist in Städten extrem selten", sagt Kuhn.

Die Gestaltung der beiden Straßen lehnt sich an den ersten Bauabschnitt innerhalb des Förderprogramms an. 2016 und 2017 wurden fünf Gassen zwischen Alt-Fechenheim und dem Main verschönert. "Es wurde das gleiche hellrote Pflaster verwendet wie bei den Straßen zum Main", erklärt Kuhn. Auch die schmalen Entwässerungsrinnen hätten die Straßen gemeinsam. Die Löhnunggasse sei nun heller, statt zwei Laternen gibt es nun fünf. Zuvor hätten Anwohner geäußert, dass sie sich in der Straße deshalb nicht sicher fühlten. Die Straße könne nun ein öffentlicher Treffpunkt für Nachbarn werden, sagt Planungsdezernent Josef. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig solche Orte an der frischen Luft seien.

Auch Quartiersmanagerin Leonore Vogt, zuständig für Fechenheim-Süd, sagt, dass sie vor der Neugestaltung "in der Löhnunggasse durch die Gegend gestolpert sei, weil das Kopfsteinpflaster so locker war und sich überall Pfützen gebildet hatten".

Zwei Kritikpunkte hat die Anwohnerin Christina Draack allerdings doch. Die Neugestaltung sollte "unbefriedigende Parkstrukturen" auflösen, heißt es im Konzept. Da an der Stelle der Parkplätze nun die Rosenbeete sind, würden die Autos nun auf dem Gehweg geparkt.

Schäden am Haus durch Bauarbeiten

Außerdem hätte sich durch die Bauarbeiten der Putz am Sockel ihrer Hauswand gelöst. 3000 bis 5000 Euro werde es sie kosten, den Schaden auszubessern. "Ohne die Bauarbeiten hätte das vielleicht noch zehn Jahre gehalten." Böse ist Draack deswegen nicht. "An so einem alten Haus ist halt immer etwas zu tun", sagt sie.

Friedrich Reinhardt

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