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Fechenheimer Bürgeramt soll wieder öffnen

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Von: Friedrich Reinhardt

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Das Bürgeramt in Fechenheim soll wieder öffnen - mit Hilfe des Personals aus Bergen, schlägt SPD-Fraktionsvorsitzender Stephan Zilcher vor.
Das Bürgeramt in Fechenheim soll wieder öffnen - mit Hilfe des Personals aus Bergen, schlägt SPD-Fraktionsvorsitzender Stephan Zilcher vor. © Leonhard Hamerski

Stephan Zilcher, SPD-Fraktionsvorsitzender des Ortsbeirats 11, schlägt vor, dass das Personal aus Bergen einspringt.

Frankfurt -Den Fall des älteren Herren mit dem Rollator empfand Stephan Zilcher am drastischsten. Der Senior habe ihm seinen Ausweis gezeigt, der seit anderthalb Jahren abgelaufen war, erzählt der SPD-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach). Dabei habe ihm der ältere Mann erklärt, dass schon die 400 Meter bis zum Kaufland ihm fast zu viel seien. Mit dem Bus nach Bergen, in die Marktstraße, zum nächstgelegenen Bürgeramt? Das schaffe er nicht. Also werde sein Ausweis nicht erneuert.

Um dieses Problem zu lösen, machte Zilcher in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats einen Vorschlag: Wenn die Außenstelle Fechenheim aus personellen Gründen nicht geöffnet werden kann, soll sie abwechselnd mit dem Bürgeramt in Bergen öffnen. Die Mitarbeiter des Bürgeramts in Bergen täten ihren Dienst also in Fechenheim. "Selbst wenn es nur ein Tag in der Woche wäre, würde das schon viel ausmachen", sagt Zilcher. In Fechenheim sei die geschlossene Außenstelle derzeit das drängendste Problem. Zwischen 15 und 20 Mal hätten ihn Fechenheimer im vergangenen halben Jahr darauf angesprochen.

In den Frankfurter Außenstellen ist einfach nicht genug Platz

Seit Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren sind die Außenstellen der Bürgerämter - in Nieder-Erlenbach, Harheim, Kalbach und Fechenheim - geschlossen. Zum einen, weil die Außenstellen oft beengt sind und die Infektionsgefahr erhöht ist, wie Oliver Becker, Leiter des Amts für Bürgeramt, Statistik und Wahlen erklärt. Zum anderen, weil viele Mitarbeiterinnen junge Frauen sein. Werde eine von ihnen schwanger, dürfe sie aus Gründen der Gesundheitsvorsorge nicht mit Publikumsverkehr arbeiten. Nur in den größeren Bürgerämtern ließe sich das Personal da effizienter einsetzen.

Darauf verweist auch das zuständige Dezernat. "Neben dem Auftreten von Synergieeffekten, können Störungen im Betriebsablauf, beispielsweise technische Ausfälle oder besonders zeitaufwendige Fälle, besser kompensiert werden, je mehr Personal verfügbar ist", erklärt eine Referentin von Dezernentin Eileen O'Sullivan (Volt). In größeren Standorten könnten außerdem Pausenzeiten überbrückt werden. "Dies gelingt in einem Zwei-Personen-Standort wie Fechenheim nur durch eine eingeplante Schließzeit."

Frankfurter Personaldezernat ist nicht begeistert

Begeistert ist man im Dezernat von Zilchers Idee nicht. Man glaubt, dass die Fechenheimer davon kaum profitieren würden. Wegen der vielen Anmeldungen geflüchteter Ukrainer, den vielen Kirchenaustritten und der erhöhten Nachfrage nach Pässen sei der Andrang auf die Bürgerämter gewaltig. Würde die Außenstelle Fechenheim öffnen, würden Bürger aus dem ganzen Stadtgebiet nach Fechenheim drängen.

Da in der Außenstelle nur zwei Mitarbeiter die Anfragen bearbeiten können, in Bergen aber fünf, würde an einem "Fechenheim-Tag" weniger Personal im Frankfurter Osten zur Verfügung stehen.

Das Dezernat versicherte, die Außenstelle werde geöffnet, daran arbeite man. Einen Termin konnte das Dezernat aber noch nicht nennen.

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