Eng gedrängt beim Fischerfest: So sehr man sich auch danach sehnt, die Veranstalter mussten das Fest für dieses Jahr absagen
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Eng gedrängt beim Fischerfest: So sehr man sich auch danach sehnt, die Veranstalter mussten das Fest für dieses Jahr absagen

Wegen Corona-Krise

Fechenheimer Fischerfest fällt 2020 aus

  • vonFriedrich Reinhardt
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Arbeitskreis muss wichtigstes Stadtteilfest wegen der Corona-Pandemie absagen

Im März war Christoph Scheich noch optimistisch. Da hoffte der Vorsitzende des Arbeitskreises Fechenheimer Vereine noch, dass es trotz Corona-Pandemie „ein Fischerfest auf Sparflamme“ geben könnte. Mit weniger Werbung und nur lokalen Bands auf der Bühne könnte der Arbeitskreis das wichtigste Stadtteilfest aus seinen Rücklagen finanzieren. Daraus wird allerdings nicht. Nun hat der Arbeitskreis das Fest abgesagt.

Für den 5. September war das Fest geplant. Nur fünf Tage nachdem das aktuell gültige Verbot für Großveranstaltungen ausläuft. Ob das Verbot dann verlängert wird, könne man jetzt noch nicht wissen, sagt Scheich

Fischerfest musste abgesagt werden. „Es gab keine zwei Optionen“

Selbst wenn das Veranstaltungsverbot nicht verlängert werden würde, für die Planung eines so großen Festes mit Live-Musik und über 30 Marktständen gibt es „zu viele Variablen und Unsicherheiten“, heißt es in dem Rundschreiben des Arbeitskreises. Unvorhersehbar sei, welche Folgen kurzfristig angepasste Abstandsregeln, Hygienevorschriften für Standbetreiber oder eine Obergrenze für die Besucherzahl hätten. „Dies betrifft vor allem die Vereine, die mit ihren Ständen eine hohe Investition tätigen müssen, die dann schlecht oder sogar überhaupt nicht refinanziert werden könnte.“ Darum sagt auch Dirk Hagemann, Vorsitzender der TSG Fechenheim 1860. „Bei dieser Entscheidung gab es keine zwei Optionen.

Die Vereine waren aber ohnehin zögerlich bei ihren Anmeldungen für das Fischerfest. „Nur zwölf Standanmeldungen und zwei Absagen gingen beim Arbeitskreis ein, sagt Scheich. „Viele sind komplett verunsichert.“ Andere machten sich Sorgen, weil die Vereinsmitglieder, die hinter den Ständen stehen würden, selbst zur Risikogruppe zählen. Neben den Standanmeldungen sind dem Fischerfest auch Sponsorengelder weggebrochen. „Mögliche Sponsoren sind verständlicherweise durch die Krise alles andere, als in „Geberlaune“, mögliche weitere Zuschüsse der Stadt Frankfurt werden ausgesetzt“, berichtet der Arbeitskreis. „Mit der generell zu geringen Grundfinanzierung ist kein adäquates Stadtteilfest darstellbar.“ 

Auch das Drive-In-Festival des Arbeitskreises musste kleiner ausfallen, als ursprünglich geplant war, weil so wenige Karten verkauft wurden. 

An die Vereine, die sich bereits angemeldet hatten, werde der Arbeitskreis in den kommenden Tagen die schon überwiesenen Standgebühren zurückerstatten, sagt Scheich. „Der TC Cassella hat seine Gebühr für die Tätigkeiten des Arbeitskreises gespendet.“

heim in diesem Jahr doch noch ein Stadtteilfest haben könnte, hat Scheich trotzdem noch nicht aufgegeben. Alternativ zum Fischerfest könnte es eine deutlich kleinere Geburtstagsfeier geben. Die TSG Fechenheim 1860 wird 160 Jahre alt.

Eine Alternative zum Fischerfest gibt es möglicherweise

Dafür plant sie Mitte bis Ende September ein Geburtstags-Festwochenende. Genauere Planungen werde es erst noch geben, sagt Vorsitzender Hagemann. Veranstaltet werde das Fest vermutlich auf der Sportanlage des Vereins. Dort können laut Scheich eventuell auch die zwölf Vereine teilnehmen, die mit ihrer Anmeldung beim Fischerfest schon signalisiert hatten, dass sie auch unter Corona-Bedingungen einen Stand betreiben würden.

Da die Geburtstagsfete kleiner ausfallen würde, könne man flexibler auf die sich ständig ändernden Bedingungen reagieren, erklärt Hagemann.

Nur welche Auswirkung wird die Absage auf das Fischerfest im nächsten Jahr haben? In den vergangenen Jahren hat der Arbeitskreis das Fest erst „gesundgeschrumpft und professionalisiert“, wie Scheich es ausdrückt. Danach ist die Zahl der Stände und Besucher wieder gestiegen. Wird der Ausfall 2020 das Fischerfest in dieser Entwicklung zurückwerfen? Scheich und Hagemann glauben das nicht. „Es werden ja viele Feste derzeit abgesagt. Wir sind ja kein Einzelfall“, sagt Scheich. „Wir hoffen im nächsten Jahr nahtlos an das Erreichte anknüpfen zu können.“

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