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In der Polizeiwache im Alten Rathaus können Fechenheimer auch weiterhin Anzeigen erstatten oder um Hilfe bitten. Zudem soll der Schutzmann vor Ort hier ein eigenes Büro erhalten. foto: hamerski

Sorge um Sicherheit

Fechenheim: Verwirrung über die Zukunft des 7. Polizeireviers

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Das 7. Polizeirevier in Fechenheim soll aufgelöst werden. Bürger sorgen sich um die Sicherheit, andere sehen die Umstrukturierung durch und durch positiv.

Die Fechenheimer sind sich uneins und verwirrt. Das 7. Polizeirevier soll mit dem 18. Revier in Bergen-Enkheim zusammengelegt werden. Die Ortsbeiratsmitglieder Benjamin Wiewiorra und Sebastian Schugar (beide CDU) sehen das durch und durch positiv. Nach einem Gespräch mit der Polizei hält auch der Verein "Zukunft Fechenheim" die Umstrukturierung für sinnvoll, sagt Vorsitzender Armin Burger-Adler. In den Sozialen Netzwerken dagegen nennen einige die Nachricht "eine Katastrophe" oder "eine schlechte Idee", ein anderer schreibt: "Kriminelle werden sich freuen". Mit digitalem Applaus reagieren viele, als ein Internetnutzer schreibt: "Unser Polizeirevier bleibt." Was ist also los? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Bleibt das Fechenheimer Polizeirevier nun oder nicht?

Die Irritation entsteht wohl durch eine doppelte Bedeutung des Wortes "Polizeirevier": Auf der einen Seite das Polizeirevier als ein Zuständigkeitsbereich mit seinen Straßen und Plätzen. Auf der anderen Seite das Polizeirevier als Polizeiwache, das Gebäude an der Pfortenstraße, wo Bürger etwa um Hilfe bitten oder Anzeigen erstatten können. Als Zuständigkeitsbereich wird das 7. Polizeirevier mit dem 18. Revier zusammengelegt. Aus der Wache an der Pfortenstraße wird ein "Polizeiposten", sagt Polizeisprecherin Chantal Emch. Am Tag können Bürger dort nach wie vor Anzeigen erstatten. Auch der Schutzmann vor Ort, Jürgen Gries, erhält dort ein Büro. Organisiert werden die Polizeistreifen aber von Bergen-Enkheim aus.

Warum bleibt nicht alles, wie es ist?

Die Polizei nennt zwei Gründe. Erstens sei das Alte Rathaus als Polizeiwache ungeeignet. Zweitens würden durch die Zusammenlegung Personalressourcen frei und die Sicherheit gesteigert.

Was ist denn so schlecht an dem Alten Rathaus?

Im Gebäude ist die Kindertagesstätte "Im Alten Rathaus". Wird ein Verdächtiger vom Verhörraum zur Zelle gebracht, müsse er an den Kindern vorbei, sagt Emch. "Das ist weder für die Polizisten schön, noch für den Festgenommenen, noch für die Kinder." CDU-Mann Benjamin Wiewiorra, der selbst Polizist ist, bemängelt zudem, dass die Räume sehr eng sind. "Wenn zwei Bürger Anzeigen erstatten wollen, könnte der eine hören, was der andere anzeigt. Mit dem Datenschutz ist das nicht vereinbar." Außerdem habe der Schutzmann vor Ort derzeit kein eigenes Büro. Nach dem Umzug werde er eines bekommen., wo er seine Sprechstunden abhalten kann.

Wie soll die Sicherheit steigen, wenn die Wache in Bergen-Enkheim ist?

"Die Organisation einer Polizeiwache bindet Personalressourcen", sagt Polizeisprecherin Emch. Für die Dienst- oder Einsatzplanung etwa. Da mit solchen Aufgaben weniger Beamte beschäftigt sein werden, können mehr Polizisten auf Streife unterwegs in den Stadtteilen sein. Bisher stehe in Fechenheim eine feste Streife zur Verfügung. Nach der Umstrukturierung könnten die Kräfte draußen um 50 Prozent gesteigert werden. "Dadurch wird die Polizeipräsenz auf der Straße erhöht", sagt Wiewiorra. In Fechenheim gebe es Brennpunkte, die die Polizei bisher nicht richtig angehen könne. Beispielhaft nennt er das Mainufer oder die Max-Eyth-Straße. Solche Brennpunkte könne die Polizei nun intensiver bearbeiten.

Aber braucht die Polizei im Notfall nicht viel länger, wenn sie erst von Bergen-Enkheim nach Fechenheim fahren muss?

FNP-Leser Dieter Schönwies äußert diese Bedenken. "Vor allem wenn die Hanauer Landstraße vom Verkehr verstopft ist, wird die Polizei deutlich länger brauchen, bis sie in Fechenheim ist." Wiewiorra und Polizeisprecherin Emch sehen diese Gefahr nicht. "Polizisten rücken nicht erst im Einsatzfall aus, wie die Feuerwehr. Sie sind auf Streife schon im Stadtteil unterwegs", sagt Wiewiorra. Nach der Zusammenlegung würden mehr Polizisten auf der Straße sein. So könnten sie unter Umständen sogar eher am Einsatzort sein.

Wann werden die beiden Polizeireviere zusammengelegt?

Ein Datum für die Zusammenlegung gebe es noch nicht, sagt Emch. Wohl aber noch im Laufe dieses Jahres.

Von Friedrich Reinhardt

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