Immer wieder nutzen Autofahrer den Marktplatz zum Parken - verbotenerweise. Zuletzt ließ die Polizei aber abschleppen. foto: maik reuss
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Immer wieder nutzen Autofahrer den Marktplatz zum Parken - verbotenerweise. Zuletzt ließ die Polizei aber abschleppen.

Unterliederbach

Fehlende Stellflächen am Marktplatz – Illegales Parken wird zum Problem

  • Michael Forst
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In Frankfurt-Unterliederbach gibt es am Marktplatz ein großes Problem: Immer wieder werden dort verbotenerweise Autos geparkt. Eine Lösung muss her.

Frankfurt - In einem waren sich alle Fraktionen einig: So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen mit der Situation am Unterliederbacher Marktplatz. Denn obwohl er verkehrsberuhigte Zone ist und keine ausgewiesenen Parkflächen hat, nutzen ihn Anwohner, aber auch Besucher des Stadtteils rege als Parkplatz. Sogar Poller werden von den Autofahrern immer wieder ausgerissen, um die Einfahrt freizumachen.

Immerhin, so stellte Frank Wiebe von den Grünen gestern Abend auf der Sitzung des Ortsbeirates 6 (Frankfurter Westen) fest, greife die Polizei seit wenigen Tagen offenbar durch und schleppte illegale Parker ab, Dennoch bleibe die Lage auf dem Marktplatz "absurd" - auch, weil die Parkbänke auf dem Platz so konsequent von Autos umstellt sind, dass kein Mensch dort verweilen mag. Eine Lösung des Problems erhoffen sich die Grünen von ihrem Antrag: Die Stadt solle für den Marktplatz ein Konzept erarbeiten, damit er nach einer gründlichen Neugestaltung wieder attraktiver, grüner und kinderfreundlicher wird und die Unterliederbacher zum Verweilen einlädt. Der Platz, umgeben von schönen Fachwerkhäusern, berge in seinen Augen "das Potenzial, ein attraktives Zentrum des Stadtteils zu werden".

Frankfurt: Illegales Parken am Unterliederbacher Marktplatz – Bei Lösung Anwohner einbinden

Einig war man sich nach dem Hinweis vom FDP-Mann Claudius Swietek schnell, dass man so ein Konzept auf keinen Fall dem ortsfremden Magistrat überlassen dürfe, sondern im Gegenteil unbedingt Anwohner, Ortsbeirat und Vereinsring Unterliederbach einzubinden seien. Mit diesem Zusatz wurde der Antrag denn auch beschlossen - bei Ablehnung von AfD und CDU.

Denn die Christdemokraten hatten ihrerseits in einem kurzfristig eingereichten Antrag einen ganz anderen Weg vorgeschlagen. Sie wollten das wilde Parken legalisieren, indem der Marktplatz zumindest in Teilen offiziell zur Parkfläche umgewandelt wird. Damit scheiterten sie allerdings, trotz Zustimmung von FDP und AfD - an der Ablehnung von Grünen, SPD und Linken.

Dass die Grünen in der Begründung ihres Antrags immerhin die Möglichkeit offen ließen, nach der Umgestaltung den verbleibenden Teil des Marktplatzes zum legalen Parken auszuweisen, war der CDU nicht handfest genug - auch, weil Begründungen in Anträgen auf dem Gang durch die politischen Instanzen schnell verloren gehen, wie Ortsvorsteherin Susanne Serke anmerkte.

Frankfurt: Frust wegen illegalen Parkern am Marktplatz – CDU fordert schnelles Handeln

Dem Anliegen, die Weichen für die Zukunft des Marktplatzes in einem Konzept neu zu stellen, war die CDU zwar nicht gänzlich abgeneigt, sah dabei aber das akute Problem der Parkplatznot im Stadtteil nicht ausreichend gewürdigt. Der CDU-Fraktionschef mahnte, dass es gut und gerne zehn Jahre dauern könne, bis der Platz neu gestaltet sei, man den parkplatzsuchenden Bürgern aber jetzt helfen müsse. Auch sei es wichtig, den Marktplatz für Veranstaltungen für den Vereinsring oder die Kerbeborsche offen zu halten. Die Parknot vor Augen, versuchte es sein Parteikollege Michael Schneider mit einer veranschaulichenden Metapher: "Wenn ich Zahnschmerzen habe, gehe ich doch auch sofort zum Arzt", drängte er darauf, die Parkmisere sofort anzugehen.

Worauf SPD-Ortsbeirat Jürgen Storjohann zu bedenken gab, dass die Ursachen für Zahnweh durchaus abhängig von der politischen Couleur sei und bei den Grünen etwa eher durch weitere Parkplätze hervorgerufen werde. Außerdem sei es doch nach seinen Worten so: Wer die Infrastruktur für den individualisierten Verkehr verbessere, lasse diesen erst recht wachsen. Der Grünen-Antrag sei "gut, weil er diesen Teufelskreis durchbricht".

Seine Parteigenossin attestierte dem Vorstoß sogar "Charme": Den Marktplatz attraktiver machen, aber auch den ein oder anderen Parkplatz für die Anwohner einzurichten - das gefiele ihr durchaus. Linken-Chefin Dominike Pauli wiederum kritisierte den Antrag der CDU: "Ich hoffe doch nicht, dass es zum neuen Kurs der CDU wird, wildes Zuparken zu legalisieren", erklärte sie. (Michael Forst)

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