Das Altstadtfest der Vereine ist der Kern des Höchster Schlossfests, das sich - üblicherweise im Juli - über mehrere Wochen erstreckt. FOTO: Maik Reuß
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Das Altstadtfest der Vereine ist der Kern des Höchster Schlossfests, das sich - üblicherweise im Juli - über mehrere Wochen erstreckt.

Feiern im Jahr 2021

Feiern ja - aber in überschaubarem Rahmen

  • VonBrigitte Degelmann
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Große Stadtteilfeste werden komprimiert - und von der Straße in umfriedete Bereiche verlegt.

Frankfurt -Das Höchster Schlossfest - abgesagt. Ebenso das Schweizer Straßenfest, das Sachsenhäuser Brunnenfest und etliche andere Veranstaltungen. Obwohl die Corona-Zahlen seit Wochen sinken und die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankfurt weit unter 50 liegt. Aber für solche Feste brauche man eine lange Vorbereitungszeit, sagt Barbara Neif, seit 2004 Vorsitzende des Vereinsrings Rödelheim. Und vor allem Planungssicherheit. Von Letzterer können die Organisatoren in Corona-Zeiten nur träumen. Auch deshalb habe sich der Vereinsring Rödelheim dazu entschlossen, sein Straßenfest, das sonst immer im Juni stattfindet, abermals ausfallen zu lassen.

Frankfurt: Welche Auflagen gelten in ein paar Wochen?

Ein ähnliches Schicksal dürfte dem traditionellen Nikolausmarkt blühen. "Ich glaube nicht, dass wir das in der bewährten Form als Markt machen können", ahnt die Vorsitzende. "Wir wissen ja nicht, wie das mit Delta ausgeht." Und niemand könne jetzt schon vorhersagen, welche Auflagen zum Veranstaltungszeitpunkt gelten. Allenfalls ein festliches Anschalten der Weihnachtsbeleuchtung am Rödelheimer Bahnhof sei denkbar, mit einer Bescherung für Kinder. Immerhin ist die Reihe "Musik im Vereinsring" wieder angelaufen, mit Freiluft-Konzerten im Vereinsring-Garten im Juli und im August. "Das können wir handhaben", sagt Barbara Neif.

Manchen erfüllt die reihenweise Absage von Festen mit Sorge. Den CDU-Stadtverordneten Yannick Schwander etwa, der sich kürzlich in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung danach erkundigte, wie der Magistrat Organisatoren und Veranstaltern unter die Arme greife. Schließlich hätten diese Straßenfeste und Stadtteilkerben zum Teil eine jahrhundertelange Tradition und seien "Identifikationsstifter für die Stadtteile".

Frankfurter Auflagen hängen vom Land Hessen ab

In seiner Antwort verwies der Magistrat darauf, dass das Service-Center Veranstaltungen (SCV) im Ordnungsamt den Vereinsringen Informationen zur Verfügung stelle und für entsprechende Kontakte sorge. Wegen fallender Inzidenzen und steigender Impfraten habe man einige Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in der Innenstadt schon zurückgenommen. In der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung des Landes Hessen seien jedoch weiterhin Maßnahmen zur Besuchersteuerung und Abstände zwischen Personen von 1,5 Metern vorgegeben, was mögliche Veranstaltungen begrenze.

Frankfurter Gesundheits- und Ordnungsamt arbeiten zusammen

Dennoch seien weitere Lockerungen denkbar - "in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung und den gesetzlichen Vorgaben des Landes". Ordnungsamt und Gesundheitsamt erarbeiteten dazu gemeinsam Kriterien, unter denen für Veranstaltungen auf Antrag und nach entsprechenden Prüfungen Genehmigungen erteilt werden könnten, gegebenenfalls in kleinerem Rahmen.

Ihnen dürfte in diesen Tagen auch ein Antrag den Vereinsrings Sachsenhausen auf die Schreibtische flattern. Dieser will nämlich vom 13. bis 15. August ein Fest am neuen Goetheturm organisieren - unter dem Titel "Der Turm ruft". "Wir sind schon fleißig am Planen", sagt der dortige Vereinsrings-Vorsitzende Markus Mannberger. Was in diesen Tagen naturgemäß nicht so einfach ist. "Stellen Sie sich eine ganz lange Stange vor, mit Schaumstoff vorne dran, damit stochern Sie im Nebel und versuchen, etwas zu treffen", beschreibt es Mannberger. "So fühlen wir uns momentan." Dennoch sind er und seine Mitstreiter guten Mutes: "Wir planen so, dass wir jederzeit den Stecker rausziehen können." Zugute kommt ihnen, dass sie einen umzäunten Festbereich haben werden - eine Art Biergarten, bei dem der Zugang kontrolliert und die Besucher registriert werden können.

Frankfurt: Städtische Stellen zeigen sich kooperativ

Bis zu 200 ungeimpfte Gäste dürfen dort zusammenkommen, dazu beliebig viele Geimpfte und Genesene. "Wir gucken aber, dass wir das so steuern, dass nie mehr als 200 Leute oben sind", sagt Mannberger. Sehr zufrieden zeigt er sich mit der Unterstützung der Stadt, ob SCV oder Gesundheitsamt - "alle sind sehr kooperativ". Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) wolle sogar mehr Busse auf der Linie 48 einsetzen, damit Besucher auch per ÖPNV kommen können. "Ich glaube, alle haben sich gefreut, dass wieder etwas stattfindet", sagt Mannberger.

Ersatz fürs Schlossfest plant auch der Vereinsring Höchst: Vom 24. bis 26. September soll es im Höchster Schloss zumindest ein "Kompakt-Schlossfest" geben, ebenfalls ein eingefriedeter Bereich. Die Anträge habe man bereits gestellt, sagt der Vorsitzende Claus Cromm - "jetzt müssen wir abwarten, welche Auflagen es gibt". Und wer die zusätzlichen Kosten für Sicherheit und Hygiene übernehme.

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