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Feldmanns Abwahl trendet deutschlandweit auf Twitter

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Von: Yağmur Ekim Çay

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Erste Reaktionen auf die Abwahl Feldmanns als OB von Frankfurt gab es nicht nur aus dem Römer, sondern auch online.

Frankfurt - Am frühen Sonntagabend ist bei der kleinen Gruppe, die sich vor dem Römer versammelt ist die Freude groß. Sie haben sich schon die ersten Hochrechnungen zusammen verfolgt. Nun ist klar -ihr Ziel, Peter Feldmann abzuwählen ist erreicht.

„Für Frankfurt sieht es gut aus“, sagt Carmen Treulieb vor dem Römer, die sich auch für die Abwahl von Oberbürgermeister Peter Feldmann engagiert hat „Ich verfolge den AWO-Skandal seit drei Jahren und inzwischen finde ich den Oberbürgermeister Peter Feldmann nicht mehr glaubwürdig.“ Auch Katharina Sperber aus dem Westend wartet auf die Ergebnisse am Sonntagabend. „Ich bin eine ganz einfache Bürgerin dieser Stadt und gehöre keiner Partei an.

Wir sind ein paar Bürger, die sich zusammengetan haben.“ Sie habe sich mit der Frau mit dem Schild zusammengeschlossen, weil sie die Frau mit dem Schild sehr mutig finde. „Feldmann ist ein schlechtes Vorbild und deshalb bin ich als Bürgerin ein bisschen rebellisch geworden und habe gesagt, dieser Mann muss abgewählt werden.“ Nun hoffe sie, dass sich viele dafür interessieren, wer der nächste Bürgermeister oder die Bürgermeisterin in Frankfurt wird.

Bürgerentscheid in Frankfurt: Feldmann-Unterstützer posten auf Twitter

Zu der Kritik, dass Immobilienkonzerne für Feldmanns Abwahl geworben haben, sagt Sperber, dass auch die Unternehmen ihre Meinung äußern sollten. „Sie sind Teil der Stadt und ohne Unternehmen hat die Stadt keine Einkünfte. Warum sollen sie das nicht machen?“ Es sei selbstverständlich, dass es bei Wahlen immer Leute gebe, die ihre Interessen durchsetzen wollen. Ihrer Meinung nach habe dies keinen Einfluss auf die Wahl gehabt.

„Ich freue mich sehr“, sagt ein 59-jähriger Mann aus Bad Homburg. Doch er kritisiert die Parteien, die für die Abwahl geworben haben. „Ich finde, das Ganze hätte nicht sein müssen. Er hatte doch im Januar gesagt, dass er von sich aus zurücktreten will. Ich habe nicht verstanden, warum diese teuren Verfahren durchgeführt werden, obwohl er in zwei Monaten ohnehin zurücktreten würde.“ Er glaube, dass der Bürgermeister sein Wort gehalten hätte und selbst gegangen wäre.

Keiner von Feldmanns Unterstützer:innen ist am Sonntagabend vor dem Römer zu sehen. Doch online auf Twitter steht der Hashtag „Feldmann“ auf Nummer 1 bei den Trends in Deutschland. Auch Feldmanns Unterstützer:innen posten verschiedene Tweets.

Frankfurt: „Feldmann ist außer ein paar harmlosen Peinlichkeiten nichts nachgewiesen“

„Frankfurt ist mir heute so entsetzlich peinlich, zum Glück bin ich seit 1.11. woanders gemeldet“, schreibt der Autor Moritz Hürtgen auf Twitter. „Am lautesten triumphieren die verlogenen Schwachköpfe von CDU und FDP, das sagt schon alles. Feldmann ist außer ein paar harmlosen Peinlichkeiten bis heute nichts nachgewiesen.“

„Wenn mehr als 95% bei einer für heutige Verhältnisse ordentlichen Wahlbeteiligung von 41,9% einen Bürgermeister abwählen, dann ist das mehr als CDU und FDP. Ich glaube, Sie unterschätzen WählerInnen und überschätzen den Einfluss von Immobilienkreisen und Medien“, antwortet jemand drauf. „Feldmann ist wahrscheinlich der weltweit unbeliebteste Politiker. Selbst Assad, Putin, Kim Yong Un bekämen von Spinnern in Deutschland wohl mehr als 4,9%.“

„In ein paar Jahren werden die Vorgänge um die Abwahl von Peter Feldmann vermutlich ähnlich bewertet werden wie mittlerweile die Causa Wulff. Es ist eine – medial befeuerte – Eigendynamik entstanden, bei der die Bewertungsmaßstäbe verrutschten“, schreibt ein weiterer Twitter-Nutzer. Ein anderer schreibt: „Was ist eigentlich das Problem mit Feldmann? Der ist kein Stück besser oder schlechter als jeder andere Politiker in diesem Land.“ Mehrere User:innen werfen der CDU, der FDP und den Grünen online eine „Hetzkampagne“ vor.

„Feldmann abwählen“
Ein klares Statement hat diese Frau vor dem Römer in Frankfurt. © Boris Roessler/dpa

Abwahl von OB Feldmann in Frankfurt: „Jetzt kommt eine weitere Rechtsverschiebung“

„Feldmann ist abgewählt. So viel ich an ihm zu kritisieren hatte: Jetzt kommt eine weitere Rechtsverschiebung. An vorderster Front haben sich Immobilienkapital, CDU, FDP, Grüne durchgesetzt“, schreibt die Fraktionsvorsitzende von ÖkoLinX-ELF im Römer, Jutta Ditfurth, auf Twitter zur Abwahl von Peter Feldmann. „Bin gespannt, ob sich das Imobilienkapital und Frankfurter Verlage auch in diesem Wahlkampf derartig offen zu Gunsten oder zulasten eines Kandidaten einmischen. Oder nur Parteispenden?“, schreibt sie.

Die Frau mit dem Schild, die sich monatelang für die Abwahl von Feldmann einsetzte, äußert sich auch auf Twitter: „Ja. Frankfurt hat ein klares Zeichen für Integrität gesetzt und den unter Korruptionsanklage stehenden Oberbürgermeister Feldmann abgewählt! Danke!“ (Yagmur Ekim Cay)

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