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Die Kinder trommeln für ihr neues Zentrum, Pädagoge Jürgen Binder gibt den Takt vor.

Wieder eröffnet

Abriss und Neubau: Das ist das neue Kinderzentrum im Gallus

Im Gallus hat das Kinderzentrum Schneidhainer Straße nach Abriss und Neubau wieder eröffnet. Neben Kindergarten und Hort, finden nun auch Jungen und Mädchen unter drei Jahren ihren Platz in der Einrichtung.

Frankfurt - Wochenlang haben die zehn Kinder für ihren großen Auftritt geprobt. Rund 20 Augenpaare sind auf die kleinen Musiker gerichtet, die mit ganz unterschiedlichen Emotionen auf die kleine Bühne treten. Während ein Junge mit breiter Brust und selbstbewusstem Blick sich an seine Trommeln setzt, wirkt ein anderer weitaus aufgeregter. Die Mädchen kichern die Nervosität einfach weg, bis die Show beginnt. Als die Kinder auf ihren Trommeln rhythmisch im Takt zu spielen beginnen, scheint die Aufregung wie weggeweht. „Wir sind Kita Frankfurt“, steht auf ihren weißen T-Shirts. Genauer gesagt sind das die Hortkinder des Kinderzentrums Schneidhainer Straße. Gestern wurde das neue alte Kinderzentrum im Gallusviertel offiziell eröffnet.

Seit 1955 besteht das Kinderzentrum in der Schneidhainer Straße 41. Da der Altbau nicht mehr zeitgemäß war, fiel 2015 der Beschluss gegen eine Sanierung und für einen Neubau. In direkter Nachbarschaft wurden die Kinder zwischen dem Baubeginn im Februar 2016 und der Fertigstellung im März 2018 in einer Pavillonanlage untergebracht.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) lobte den zügigen Bau des neuen Gebäudes. 108 Kinder zwischen ein und zehn Jahren finden in der Einrichtung an der Grenze vom Gallus zum Europaviertel ihren Platz. Drei Krippengruppen, drei Kindergartengruppen und eine Hortgruppe gibt es. Vom Kleinkind- bis zum Schulkindalter könnten die Jungen und Mädchen so in einer Einrichtung bleiben und müssten sich an keinen Wechsel gewöhnen, sagt Stadträtin Weber und liefert gleich die pädagogischen Fachausdrücke dazu. „Konsistenter Bildungsverlauf“, „stabiles Betreuungsumfeld“. Darin bekämen die Kinder ein offenes pädagogisches Konzept geboten, so dass sie ihre Talente entdecken und erproben könnten. „Das neue Haus ist fertig, schön und voller Leben“, sagte Weber.

Die Leiterin von Kita Frankfurt, Gabriele Bischoff, zeigte sich sichtlich begeistert von dem Neubau, mit zwei Stockwerken ist er viel größer als der Altbau. Die Sorge, dass die Außenanlage zu klein sein könnte, bestätigte sich nicht, Spielgeräte für jedes Alter haben dort Platz.

Sprachförderung

Die Kinder konnten den Bau von der gegenüberliegenden Pavillonanlage beobachten und erkennen: „Da geht etwas verloren, aber es kommt auch was Neues“, sagte Bischoff. In die Pavillonanlage sei nun übergangsweise die Krippe aus der Krifteler Straße gezogen. Bewegung, interkulturelles Lernen und Sprachförderung seien bei dem offenem Konzept der Kita besonders wichtig, da alle Kinder mindestens zwei Sprachen sprächen.

Im Mai vergangenen Jahres sind die Kinder in den lichtdurchfluteten Neubau mit schicker Holzverkleidung eingezogen. Seither können sie sich im Turnraum, im Werkraum oder im hauseigenen Atelier ausleben, jedem Interesse, jeder Vorliebe sollen sie nachgehen können – nach Lust und Laune. Die Freiheit, sich zwischen den vielen Angeboten entscheiden zu können, haben fast alle Altersgruppen. Lediglich die unter Dreijährigen in der Krippengruppe haben ihre eigenen Räume, da sie eine geschütztere Atmosphäre benötigen. Auch ihr Außenbereich bietet mit einem Klettergerüst, einem kleinen Fußballplatz, einem Sandkasten und Schaukeln genug Platz, sich draußen auszutoben.

Konzepte optimiert

Obwohl die Leiterin des Kinderzentrums, Dorothea Yillah, und Regionalleiterin Xenia Spernau noch gerne in Erinnerungen schwelgen, sind beide mit dem Ergebnis zufrieden. Der dustere Altbau sei einem hellen und zeitgemäßen Neubau gewichen, in dem eine „konzeptionelle Optimierung“ ermöglicht wurde, so Yillah.

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