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Alexey Pudinov nimmt CD in Frankfurt auf

Festeburgkirche wird zum Tonstudio

  • vonEnrico Sauda
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2006 kam der Pianist Alexey Pudinov an den Main, er studierte in Frankfurt, England und Russland. Für die Aufnahme seiner neuen CD hat er sich einen ganz besonderen Ort ausgesucht: die Festeburgkirche in Preungesheim.

Drei Flügel stehen in der Festeburgkirche, einer davon in der Mitte des Raums. Vor dem Instrument sind viele Mikrofone in verschiedenen Höhen und Abständen aufgebaut. Der Pianist Alexey Pudinovnimmt an diesem Ort zusammen mit Tonmeister Jens F. Meierseine erste Solo-CD auf. "Ich wollte schon lange eine solche CD machen. Und ich bin sehr glücklich, dass wir sie in dieser Kirche aufnehmen, denn sie hat eine fantastische Akustik - und der Flügel ist einfach ein Traum", schwärmt Pudinov.

Er kam im Jahr 2006 nach Frankfurt. "Damals, als ich aus Russland hierher kam, war ich 17 Jahre alt. Ich lernte bei Professor Herbert Seidel, der mir sehr viel beigebracht hat. Unter anderem die Präzision der deutschen Klavierschule", erinnert sich Pudinov. Er ist musikalisch sehr vielseitig, was sich auch in seiner Ausbildung widerspiegelt: Er hat sechs Musikabschlüsse bei Klavierschulen in drei Ländern: Deutschland (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt), England (Royal College of Music London und Royal College of Music Manchester), und Russland. Seit Mai wohnt er in Sachsenhausen, ist aber in der Welt zu Hause - wenn nicht gerade eine Corona-Pandemie die Pläne aller Künstler durcheinander wirft. "Ich bin üblicherweise viel unterwegs, unterrichte auch in Manchester und habe in Frankfurt auch viele Privatschüler. Und darüber bin ich sehr glücklich und in der Krise hatte ich auch Zeit, mehr mit ihnen zu machen", sagt Pudinov.

Er steckt voller Tatendrang. So hat er etwa mit einem Bekannten die "AD Festival Days", ein Kammermusikfestival in Manchester, ins Leben gerufen und ist zudem Mitbegründer mehrerer Kammermusik-Ensembles. Er sagt: "Ohne Kammermusik kann ich nicht leben."

Ohne andere künstlerische Ausdrucksformen auch nicht. Er begeistert sich auch für die Fotografie. Das Piano ist aber sein Ein und Alles: "Ich wollte schon im Kindergarten Klavier spielen." Auch seine Mutter war Pianistin, nennt er eine weitere Motivation. "Ich bin ein sehr musischer Mensch, habe schon immer gern getanzt, gemalt, gesungen. Aber die Liebe zum Klavier habe ich von meiner Mutter geerbt", sagt der 31-Jährige. "Musik ist mein Leben. Ich kann mir eins ohne nicht vorstellen. Ich liebe es, auf der Bühne zu sein. Ich brauche dieses Gefühl." Das ist derzeit wegen der Pandemie nicht möglich. Seine USA- und Norwegen-Tourneen wurden abgesagt. Aber er hat die auftrittslose Zeit genutzt und seine neue Wohnung eingerichtet. "So viel Freizeit am Stück hatte ich seit Jahren nicht mehr." Auf vielen renommierten Festivals war er bereits zu hören, darunter das Rheingau Musik Festival, das Toronto Summer Music Festival und das Schleswig-Holstein Musik Festival. Er gewann etliche Auszeichnungen bei Wettbewerben, gastierte bereits in Kanada, Nordamerika, Finnland, Deutschland, Österreich, Italien und in Tschechien. Außerdem gewann Alexey Pudinov den "Gershwin Best Performance Prize" 2015 in New York, den Steinway-Preis 2014 und den Ersten LMN Menuhin Preis 2016 in Frankfurt. Doch nicht nur auf den großen Bühnen der Welt fühlt er sich wohl, sondern auch auf kleinen - in Wohnzimmern etwa bei intimen Konzerten.

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