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Floria Tosca (Malin Byström) und und Scarpia (Dario Solari) in der Opern-Wiederaufnahme aus dem Jahr 2011.

Oper „Tosca“

Festival der hochkarätigen Stimmen

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Giacomo Puccinis „Tosca“ wurde an der Frankfurter Oper wieder aufgenommen – man erlebte in Andreas Kriegenburgs Inszenierung ein Festival der Stimmen.

Man sieht ein Gotteshaus der sechziger Jahre, in denen der umtriebige Maler Cavaradossi an einem Muttergottesbild wirkt, das in Wirklichkeit seine Angebetete Floria Tosca darstellt. Dann kommt der blutrünstige Lüstling Scarpia, und am Ende bleibt der Wunsch nach Liebe und Zweisamkeit einmal wieder unerfüllt – sehr zur Freude der Zuhörer, denn das kurze und kraftvolle „Tosca“-Finale ist eines der stärksten der gesamten Opernliteratur.

Vielleicht ist es gerade die kompakte, knappe Geschichte, die an „Tosca“ so fasziniert. In Andreas Kriegenburgs Inszenierung von 2011 steht die Sachlichkeit der Bühnenausstattung in reizvollem Gegensatz zu den üppigen Stimmen, die auch die Wiederaufnahme zu einem lohnenden Hörerlebnis werden ließen. Malin Byström in der Titelrolle hatte ihre überzeugendsten, bezwingendsten Momente natürlich im zweiten Akt, als sie dem drängenden Scarpia die kalte Schulter zeigt. Aber auch beim Sturz von der Engelsburg – für Regisseure eine szenische Herausforderung – bewahrte sich die Sängerin ihren Platz in den Herzen der Zuhörer.

Gemeinsam mit dem leidenschaftlichen Stefano La Colla bot man ein ausgewogenes, rundum überzeugendes Liebespaar. La Collas mächtige, aber trotzdem recht schlanke, flexible Stimme lag dem Zuhörer noch lange im Ohr.

Man konnte sich also über ein Festival der Stimmen freuen. Es wäre ohne die weiteren Darsteller nicht denkbar gewesen: Dario Solari wurde als Bösewicht Scarpia allen sängerischen und darstellerischen Herausforderungen gerecht. Auch Brandon Cedel als Häftling Angelotti und der gute alte Franz Mayer als Mesner boten Farbe und Format wie Michael McCown als Spoletta und Barnaby Rea als Scarrione. Diese „Tosca“ zeigte einmal mehr, dass das Frankfurter Opernensemble derzeit glänzend in Form ist. Chor und natürlich das Opern- und Museumsorchester – diesmal unter der Leitung von Lorenzo Viotti – hielten mit.

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