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Zwei Stunden Arbeit machten sich die Kerbeburschen in Nieder-Erlenbach, dann stand der Baum ? und knickte wieder um. Erst weitere Stunden später ragte der Baum über den Festplatz.

Drei Kerben

Festmarathon in den kommenden Tagen

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Drei Nachbardörfer, drei Kerben: Direkt hintereinander feiern Nieder-Erlenbach, Berkersheim und Harheim ihre Kirchweihfeste. Dabei ist aus alter Rivalität längst eine enge Freundschaft entstanden.

Drei Kerben werden im Frankfurter Nordosten nun gefeiert, an drei Wochenenden hintereinander: Noch bis heute Abend feiern die Nieder-Erlenbacher. Am Samstag wurde der Baum gestellt, doch kaum aufrecht, kippte er leicht. Stunden weiterer Arbeit waren erforderlich, bis der Kerbebaum sicher verankert war. Heute, Montag, gibt’s einen Familientag auf der Wiese zwischen Bürgerhaus (Im Sauern 10) und Erlenbach. Ab 11 Uhr geht es zum Frühschoppen ins Gasthaus „Zur Erholung“, Alt-Erlenbach 53. Wenn um 14 Uhr der Festplatz mit Autoscooter, Schießbude und anderen Attraktionen sowie halben Preisen zum Familientag öffnet, sind auch die zwölf Kerbeburschen wieder dort. Dann ist auch das diesjährige Kerbemädel dabei, das gestern beim Gickelschmiss gekürt wurde: Es ist die 16-jährige Nadine Seibold.

Zum „Ausklingen“ zieht es die Kerbeburschen ab 19 Uhr ins Ebbelwei-Stübchen Grillmayer, Zur Obermühle 15, bevor um 22 Uhr die Marie auf dem Festplatz von der Freiwilligen Feuerwehr vom Baum geholt wird, denn ihre Wacht ist nun zu Ende: Sie wird feierlich verbannt.

Die Berkersheimer feiern ihre Kerb traditionsgemäß um den Sonntag vor oder am Michaelistag, dem 29. September, denn die Kerb ist hier das Kirchweihfest der evangelischen Michaeliskirche. Sie findet also am kommenden Wochenende statt, von Freitag bis Sonntag, 21. bis 23. September. Los geht es am Freitag um 17 Uhr mit der Kinderdisco, der Eintritt kostet 50 Cent. Ab 20 Uhr strömen dann die „großen“ Festbesucher ins Zelt, wenn dort DJ Peter auflegt. Der Kerbeumzug beginnt am Samstag um 14.30 Uhr, der Baum wird ab 16.30 Uhr auf traditionelle Art mit Leitern aufgestellt. Ab 20 Uhr spielt „Eine Band namens Wanda“ zum Tanz auf, gegen 22 Uhr starten die Kerbeburschen ihr Programm. Der Sonntag beginnt mit dem Zeltgottesdienst um 11 Uhr, das Kerbetreiben steht ab 13 Uhr ganz im Zeichen der Familie. Der Festtag endet um 21 Uhr mit dem Feuerwerk und der anschließenden Verbrennung der Kerbelies.

Jenseits der Nidda wird eine Woche später in Harheim weitergefeiert. Los geht es auch hier am Freitag, 29. September, mit einer Kinderkerb. Die beginnt um 15 Uhr auf dem Sportplatz an der Riedhalsstraße. Am Samstagnachmittag, 30. September, wird gegen 16 Uhr am Bürgerhaus, In den Schafgärten 21, der Baum aufgestellt. Musikalisch haben sich die Berkersheimer und Harheimer offenbar abgestimmt: Ab 20 Uhr spielt im Bürgerhaus „Eine Band Namens Wanda“, die Show der Kerbeburschen beginnt um 22.30 Uhr. Der Festumzug findet in Harheim am Sonntag um 14 Uhr statt. Anschließend gibt es im Bürgerhaus Kaffee und Kuchen, dazu spielt der Musikverein auf. Ab 18 Uhr sorgt DJ HighKo für Musik, die Harheimer Garde tanzt um 20.30 Uhr. Weiter geht es am Montag ab 11 Uhr mit einem Frühschoppen, der Giggelschmiss ist um 16 Uhr, ab 18 Uhr legt erneut DJ HighKo auf.

Jene Zeiten, in denen sich die Kerbeburschen der drei einst eigenständigen Dörfer spinnefeind waren, sie einander die Bäume oder Kerbeliesen klauten, sind längst vorbei: „Heute haben wir eine gute Gemeinschaft, besuchen uns gegenseitig und laden einander zu den jeweiligen Kerben ein“, sagt der Nieder-Erlenbacher Kerbepräsident, Timo Winter. So nahmen am Festzug der Nieder-Erlenbacher neben den Harheimer und Berkersheimer Kerbeburschen auch jene aus Kalbach und aus Bad Vilbel-Massenheim teil. „Sogar aus Dillingen war eine Abordnung gekommen.“ Angestoßen hatten diese Entwicklung die Nieder-Erlenbacher. „2012 gründete sich der neue Kerbeverein. Bald darauf versuchten wir, Kontakt zu anderen Vereinen in den Nachbargemeinden aufzunehmen.“

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