Die Freiwillige Feuerwehr, die seit 24 Jahren in diesem Gebäude eines ehemaligen Abbruchunternehmens untergebracht ist, braucht dringend ein moderes, größeres Gerätehaus. foto: sauda
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Die Freiwillige Feuerwehr, die seit 24 Jahren in diesem Gebäude eines ehemaligen Abbruchunternehmens untergebracht ist, braucht dringend ein moderes, größeres Gerätehaus.

Oberrad: Frankfurt ist zu teuer

Feuerwehr braucht ein neues Zuhause

  • vonStefanie Wehr
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Suche nach einem geeignetem Standort ist gescheitert

Er hätte perfekt gepasst, der Standort an der Offenbacher Landstraße 468 - 470 / Ecke Wiener Straße, gegenüber vom Heimatmuseum. Die Größe, die Lage mitten im Stadtteil entsprachen genau dem, was die Freiwillige Feuerwehr schon lange sucht. Zu weit auseinander lagen jedoch die Preisvorstellungen von Stadt und Investor, die Verhandlungen sind deshalb schon vor Monaten geplatzt, oder besser gesagt: Die Stadt gab auf.

"Wir haben lange mit dem Besitzer verhandelt und wären auch über die Grenzen dessen gegangen, was die Stadt normalerweise zahlen kann", berichtet Andrea Brandl, Büroleiterin des für Brandschutzangelegenheiten zuständigen Wirtschaftsdezernenten Markus Frank (CDU). "Doch letztlich ging die erarbeitete Bauvorlage bei der Stadtkämmerei nicht durch." Verschiedene Optionen von Pacht bis Kauf seien geprüft worden.

Suche beginnt wieder bei Null

Dabei war der Deal schon 2018 als großer Erfolg verkauft worden. Der Investor wolle einen Kindergarten und die Feuerwehr im neuen Gebäude unterbringen, hieß es. Jetzt beginnt die Suche nach einem geeigneten Grundstück wieder bei Null. "Die Zukunft der Feuerwehr in Oberrad steht leider weiterhin in den Sternen", resümiert Brandl. "Wir haben wirklich große Sorge, denn die Suche ist sehr schwierig." Die Preise, die mittlerweile verlangt würden, könne sich die Stadt nicht leisten. In Nieder-Eschbach sei es das gleiche Problem.

"Wer also etwas weiß und uns einen Hinweis geben kann, wo freie Grundstücke und mögliche Standorte in Oberrad vorhanden sind, soll sich bitte bei uns melden", sagt die Büroleiterin. Gerade in Oberrad sei die Suche äußerst schwierig: "Der Stadtteil ist ohnehin klein und eng bebaut, es gibt kaum Freiflächen".

So langsam wird es mehr als dringend mit dem neuen Gerätehaus, wie die Freiwillige Feuerwehr nicht müde wird, der Branddirektion gegenüber deutlich zu machen. Das jetzige Haus an der Offenbacher Landstraße 219, in dem die Feuerwehr seit 1997 zur Miete residiert, ist das ehemalige Werksgebäude des Abbruchunternehmens "Kern und Söhne". Bis 2011 war dort auch die Sachsenhäuser Freiwillige Feuerwehr untergebracht, bis sie in ihr neues Gerätehaus bei der Feuerwache IV an der Mörfelder Landstraße umziehen konnte.

Auch die Oberräder sollten längst umgezogen sein. Denn das Gebäude an der Offenbacher ist zu klein und genügt erklärtermaßen schon lange nicht mehr "den taktischen, gesetzlichen und funktionalen Anforderungen an ein modernes Feuerwehrgerätehaus", hieß es im August 2018 in einer Mitteilung der Feuerwehr Frankfurt. Nötig sei "ein moderner Stützpunkt für die angemessene Unterbringung der sehr aktiven Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr".

Das Gebäude liegt zudem ungünstig zwischen Oberrad und Sachsenhausen, begründete das Wirtschaftsdezernat selbst die Notwendigkeit eines Neubaus an anderer Stelle. Genaugenommen liegt die Oberräder Feuerwehr auf Sachsenhäuser Gebiet. Das ist auch für die Treffen vor Ort, gerade für die Jugendfeuerwehr, zu weit ab vom Schuss.

Enttäuschung ist groß

Im Stadtteil sind viele enttäuscht. Vor zwei Jahren war noch mit vielen Ehrungen der Stadt das Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen der Wehr gefeiert worden. Und es ist klar: Einfacher wird es zukünftig nicht werden, ein Grundstück zu finden, bei den derzeit explodierenden Preisen.

Fünf Wehrführer hintereinander hätten schon versucht, ein neues Gebäude zu bekommen, sagt ein ehemaliges Feuerwehrmitglied. Es sei eine Schande für Oberrad, dass die Feuerwehr inzwischen so ins Hintertreffen geraten sei.

Der Wehrführer Heiko Juretko war in den vergangenen Tagen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Stefanie Wehr

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