1. Preungesheimer Kinder- und Jugend-Filmfestival

Filmfestival bringt alle zusammen

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Filme machen, sie anschließend zeigen und dann darüber reden – das soll in Preungesheim die Jugendlichen aus dem Neubaugebiet und der Karl-Kirchner-Siedlung zusammenbringen. Ein wichtiger Teil dieses Projekts ist das 1. Preungesheimer Kinder- und Jugend-Filmfestival.

Das Lachen der Kinder ist bis draußen auf die Straße zu hören. Drinnen, im großen Café des Jugendzentrums Frankfurter Bogen, sind die Fenster verdunkelt. Denn es läuft das 1. Preungesheimer Kinder- und Jugend-Filmfestival. Zuerst sind die Kleinen an der Reihe, stündlich beginnt bis 15 Uhr eine Vorführung mit Kurzfilmen. Ab 16 Uhr laufen die Filme für die Jugendlichen. Um 17 Uhr dann der Höhepunkt: Zwei Gruppen aus dem Stadtteil zeigen jene Filme, die sie kurz vor und in den Osterferien mit professionellen Filmemachern gedreht haben.

Die „Filmrolle“ ist bunt gemischt. Ein Film imitiert den Slapstick a la Dick & Doof oder Charlie Chaplin. Zwei andere sind Trickfilme, gedreht mit Figuren aus Knetmasse. Aber auch kurze Spielfilme sind darunter. „Welcher Film hat euch denn am besten gefallen?“, fragt Dominikus Landwehr, der das Preungesheimer Ferien-Filmprojekt geleitet hat, in die Runde. „Die Monsterschule“ ruft Samet (10), „und Bon Appetite“. „Ja, genau“, ruft Jonah (9). Nana (8) und Sharon (9) gefällt der Film „Ich kannte mal einen“ am besten.

Nicht nur Kinder aus Preungesheim mit ihren Eltern sind gekommen, sondern auch Schulklassen, Hort- und Kita-Gruppen. „Vormittags waren die Vorführungen für Gruppen, jetzt am Nachmittag sind sie für alle offen“, sagt Marius Kohues, Leiter des Jugendhauses. Die Einrichtung habe generell einen medienpädagogischen Schwerpunkt, sagt Sandra Agel, Abteilungsleiterin Jugend des Trägers Arbeiterwohlfahrt (Awo). „Musik und Film interessiert in jedem Alter, von 12 bis 21. Sie wollen selber Filme und Musik machen. Hier im Frankfurter Bogen haben wir auch ein Tonstudio.“ Filme zu machen, sei sehr kreativ, sagt Agel. „Die Kinder überlegen sich eine Geschichte: Was wollen wir erzählen? Das setzten sie dann in Bilder und auch in Musik um.“ Auch Teamfähigkeit und Verantwortung für das eigene Projekt würden gestärkt.

Die beiden Filme, die rund um die Osterferien entstanden, sind sehr unterschiedlich. Den einen, „Queen of Preungesheim“, drehte eine 17-köpfige Mädchengruppe des Awo-Jugendclubs in der Wegscheidestraße, erzählt dessen Leiterin, Ayse Dalhoff. Einige drehten mit Filmemacherin Melanie Gärtner vor den Ferien Szenen für einen kleinen Spielfilm. „Es geht um ein Mädchen, das von zwei bösen Jungs verfolgt wird“, erzählt Lena (13), die bei den Aufnahmen Kamera und Ton betreute. „Zwei von uns haben sich dafür als Jungen verkleidet“, sagt Rojda (13). Die andere Gruppe, die in den Ferien zusammenkam, hat „eine Doku über Preungesheim gedreht“, erzählt Ronja (11), die zu dieser Gruppe gehörte. Die Kinder befragen darin – wie im Märchen – einen Spiegel, der ihnen die schönsten, hässlichsten, gefährlichsten oder kreativsten Orte im Stadtteil zeigt, erklärt Dominikus Landwehr.

Die Jungen hingegen, die vom Jugendhaus Frankfurter Bogen komme, haben mit Filmemacher Justus Peach ein Musikvideo gedreht. „Das war schwierig, weil es verschiedene Strömungen des Hip-Hop gibt und die Jungen unterschiedliche Stile gut finden“, sagt Marius Kohues. Also schrieb Joel, Rapper und regelmäßiger Besucher des Jugendhauses, den Text. „Statt zu rappen, haben die Jungen den Text zur Musik vorgetragen. Sie haben quasi ein neues Genre erfunden“, sagt Kohues. „Unser Film ist ganz okay geworden, ich bin damit zufrieden“, sagt Meriton (17).

Das Projekt soll fortgesetzt werden, möglichst mit einem zweiten Festival im kommenden Jahr, sagt Angela Freiberg, Quartiersmanagerin, die das Festival und die beiden Filmdrehs organisiert hat.

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