Gallus: Visionale 20

Filmfestival geht neue Wege

  • vonGernot Gottwals
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GALLUS Wegen Corona sind die Beiträge nur im Internet zu sehen

Zur Visionale verwandelt sich das Gallus Theater für ein Wochenende in ein Kino. Während Filme von Kindern, Jugendlichen und jungen Filmemachern zu sehen sind und darüber diskutiert wird, bestimmt die Jury die Preisträger. "2020 wird die Preisverleihung vorab gedreht",sagt Heike Bonzelius, Geschäftsführerin im Gallus Theater.

Damit es spannend bleibt, wird das Video mit den Preisträgern der diesjährigen Visionale 20 erst am Sonntag, 20. November, um 18 Uhr gestreamt. Denn mit dem erneuten Teil-Lockdown haben sich auch die letzten Hoffnungen zerschlagen, wenigstens eine begrenzte Zahl an Zuschauern zu dem von der Hessen Film und Medien, der LPR Hessen sowie vom städtischen Kulturamt und dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten geförderten hessischen Filmfestival im Gallus Theater empfangen zu können.

Inzwischen hat die Vorjury aus den insgesamt 80 Einreichungen für die diesjährige Visionale eine Vorauswahl von 49 Filmen getroffen. Davon befinden sich 39 Filme in den Kategorien 0 bis 11, 12 bis 15, 16 bis 19, 20 bis27 Jahre und der Kategorie Young Professionals sowie zehn Filme zum Sonderthema #coronatime. Die Filme der 20- bis 27-jährigen und der Young Professionals können von heute bis Sonntag, 29. November auf einer eigens erstellten Vimeo-Seite angesehen werden. Die Filme der jüngeren Altersklassen können nicht veröffentlicht werden - Persönlichkeits- und Urheberrechte sind die ausschlaggebenden Gründe.

"Über den Preisträger für den Sonderpreis #corona können die Zuschauer des Streamings am Samstag von 10 bis 22 Uhr persönlich abstimmen", sagt Beate Feyerabend, Koordinatorin im Medienzentrum Frankfurt. Die diesjährige Jury ist mit Ralph Förg vom Filmhaus Frankfurt, der Lehrerin und Filmpädagogin Constanze Schneider, dem Lehrer und Organisator des Filmfestivals "Open Eyes" Philipp Aubel sowie der Kinderpflegerin, Medienpädagogin und Filmprüferin Mariana Pereza besetzt.

Den eigenen Körper anzeigen

Zu Feyerabends persönlichen Favoriten unter den Young Professionals, den 20- bis 27-jährigen und dem Sonderthema Corona gehört der Kurzspielfilm "Homo Sapiens" von Janina Lutter, Philipp Bodor, Fabienne Schweers und Paul Galli über einen jungen Mann, der die Corona-Krise nutzen will, um seine eigenen Ideen umzusetzen - doch das Schicksal scheint gegen ihn zu sein.

"Besonders gefallen mir auch die Filme ,Il sogno di Raul' von Filmemachern der Hochschule Darmstadt und ,Die Wahrheit des Paul Hasselhun' von der Hochschulinitative", sagt Feyerabend. Während "Il sogno di Raul" von einem Schreiner handelt, der in seiner Werkstatt Möbel aus recyceltem Holz herstellt, handelt "Die Vergänglichkeit des Bernd Hasselhuhn" von einem jungen Mann, der seinen eigenen Körper anzeigen will, da ihn dieser umzubringen droht.

In den Filmen der Grundschulkinder geht es unter anderem um eine Gruselschule, einen Superwurm und einen Drachen, um tierisch gute Freunde und darum, was wir am liebsten machen. Unter den Beiträgen der 12- bis 15-jährigen sticht der Filmemacherin "#SaveourWorld" unter anderem aus dem Gallus Zentrum heraus, der sich mit dem Klimawandel in der Zukunft beschäftigt und die Politiker so richtig ins Schwitzen bringt. "Beathoven" aus dem Georg-Buch-Haus zeigt die Komponisten der Wiener Klassik als Künstler mit neuen Seiten. Ein Musikvideo zum Song "Welcome to Griesheim" des dortigen Jugendclubs zeigt besagten Stadtteil als Heimat der Jugendlichen, die dort mit Respekt behandelt werden wollen.

Kurzfilm als Premiere

Schließlich zeigt das Gallus Theater als Premiere Raimonda Gudaviciutes Kurzfilm "M(e)&M(other)", der die Corona-Krise und das Spannungsverhältnis thematisiert, in dem sich eine engagierte Künstlerin befindet, wenn sie auch ihrer Rolle als Mutter gerecht werden will .

Gernot Gottwals

Visionale

Der Link (https://tinyurl.com/y3snbj7t) zum Schauen der Filme ist ab heute freigeschaltet.

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